Lebensdaten
1844 bis 1926
Geburtsort
Znaim
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Schiffbauingenieur
Konfession
altkatholisch
Normdaten
GND: 13791105X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Maier, Fritz Franz

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Zitierweise

Maier, Fritz Franz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd13791105X.html [18.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Franz Xaver (1807–87), Militärarzt in W. u. Venedig, S d. Franz u. d. Anna Uhl;
    M Marie Schweitzer (1818–87) aus W.;
    1900 Agnes (1870–1954), T d. Jakob Paweletz u. d. Anna Thurwaldt;
    S Erich (* 1901), Dir. d. Maier-Schiffsform-Ges. in Genf;
    E F. C. Bernhard, Dir. d. Maier-Schiffsform-Ges.

  • Leben

    M. kam als Kind nach Venedig und faßte dort den Entschluß, Schiffbauingenieur zu werden. 1861-65 studierte er am Wiener Polytechnischen Institut und nahm dann eine praktische Tätigkeit in der Schiffswerft Tonello in Triest, dem späteren Stabilimento Tecnico, auf. Anschließend arbeitete er in Budapest und gründete dort eine eigene Werft. Nach deren Aufgabe übernahm er die Leitung der Staatlichen Materialprüf- und Versuchsanstalt in Steyr und war dann vier Jahre lang auf nordamerikan. Teaclipperwerften tätig, wo die damals schnellsten Segler der Welt gebaut wurden. Anschließend arbeitete er noch neun Jahre lang auf schottischen Werften.

    Schon während seiner Studienzeit befaßte sich M. mit der Verminderung des Eigenwiderstandes und der Erhöhung der Seetüchtigkeit von Schiffen, Problemen, die er durch eine neuartige Gestaltung der Schiffsform zu lösen versuchte, die ein vermehrtes Gleiten auf dem Wasser und ein geringeres Schneiden ermöglichen sollte. Schon die ersten in Budapest von ihm gebauten Schiffe ergaben die Richtigkeit seiner Überlegungen, die er auf den Teaclipperwerften bestätigt fand. Auch der Engländer W. Froude, der Begründer der Schiffsmodellschleppversuche und Erbauer schiffbautechnischer Versuchsanstalten (seit 1871), interessierte sich für M.s Untersuchungen. Da M. die Auswertung seiner Erfindung vorerst nicht gelang, übernahm er nach Beendigung seines Aufenthaltes in England die Vertretung Österreichs in der Internationalen Studienkommission zur Untersuchung der Schiffbarkeit der Flüsse Sibiriens und war dann als Leiter der Flußregulierung in Bosnien und der Herzegowina tätig, wo er die unkenterbaren Drinaboote entwickelte. Seit 1898 widmete er sich wieder ganz der Entwicklung einer antriebskraftsparenden Schiffsform. In der schiffbautechnischen Versuchsanstalt des Norddeutschen Lloyd in Lehe (Bremerhaven) machte er Schleppversuche mit Schiffsmodellen seiner Bauart, aber trotz der dabei erzielten günstigen Ergebnisse fand sich zunächst noch immer kein Schiffbauer, der das Risiko der Anwendung einer neuen Schiffsform einzugehen bereit war. Erst während des 1. Weltkriegs baute die österr.-ungar. Kriegsmarine einen Tender nach „Maierform“ und plante, als sich dieser bewährte, zwei Maierform-Torpedoboote auf Kiel zu legen. Das Ende des Krieges ließ dieses Vorhaben nicht mehr zur Ausführung kommen.

    Erst 1927, bald nach dem Unfalltod M.s, gelang es dessen Sohn Erich, die AG Weser in Bremen dafür zu gewinnen, Fischdampfer nach Maierform zu bauen. 1927 wurde die Maier-Schiffsform-Verwertungs-GmbH mit Sitz in Bremen und New York gegründet, auf deren Reederei 1928 das erste Maier-Wien-Hochseeschiff vom Stapel lief. Bis 1939 wurden 900, bis 1955 mehr als 4000 Maierform-Schiffe gebaut. M.s Konstruktionsprinzip ist heute bei Hochseedampfern weltweit verbreitet.

  • Literatur

    H. Kloess, Wirtschaftlichkeit v. Hochseedampfern nach Maierform, in: Industrie- u. Wirtsch.beil. d. Wiener Ztg. v. 15.2.1930;
    ders., The Maierform of hull, in: Lloyd's List & Shipping Gazette (London) v. 7.5.1930;
    E. Descovich, F. F. M. u. seine Schiffsform, in: Bll. f. Gesch. d. Technik, 1932, H. 1 (P);
    Maierform, Dem Gedenken d. Schiffbauing. u. Erfinders F. F. M., 1939;
    100 J. Maierform 1866-1966, 1966 (P);
    ÖBL (L).

  • Autor/in

    Viktor Schützenhofer
  • Empfohlene Zitierweise

    Schützenhofer, Viktor, "Maier, Fritz Franz" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 701 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13791105X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA