Lebensdaten
1845 bis 1901
Geburtsort
Johnsdorf (Nordmähren)
Sterbeort
Veli Lošinj
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 13770822X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Jettel, Eugen
  • Jettel, Eugène

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Zitierweise

Jettel, Eugen, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd13770822X.html [20.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Ladislaus Hugo (1816–66), Eisenwerksverwalter, S d. Wenzel (1780–1865), urspr. Lehrer, dann Eisenwerksdir., u. d. Theresia Paulus;
    M Sofie ( 1849), T d. Eisenwerksbes. Wenzel Buchta u. d. Elisabeth Hasslinger;
    B Wladimir (* 1843), Maler (s. ThB);
    - um 1875 Cäcilie ( 1899), T d. Meerschaumfabr. Josef Mailer in Wien.

  • Leben

    Seit 1860 Schüler der Wiener Akademie der bildenden Künste unter A. Zimmermann, unternimmt J. zusammen mit diesem und seinen Kollegen J. E. Schindler, R. Ruß, R. Ribarz und A. G. Ditscheiner ausgedehnte Reisen (Bayer. Alpen, Salzburg. Gebiet, auch Ungarn); 1872/73 ist er mit L. C. Müller in Italien, hauptsächlich in Neapel und auf Sizilien. Mit A. v. Pettenkofen verbindet J. bald eine langjährige, für ihn bedeutsame Freundschaft. Seit 1873 lebt J. in Paris, wo er in ein enges Arbeitsverhältnis zu dem Kunsthändler Charles Sedelmeyer tritt, zu dessen Kreis u. a. die Maler Charlemont, Ribarz, Pettenkofen, Brožik, Munkâcsy, Lenbach gehören. Von Paris aus bereist er mehrmals Nordfrankreich und Holland. Nach Abbruch der Beziehungen zu Sedelmeyer kehrt J. 1897 nach Wien zurück. In seinen letzten Lebensjahren nimmt er oft Aufenthalt in Istrien. – J. beschickte die Ausstellungen des Wiener Künstlerhauses (seit 1868 o. Mitglied), die Pariser Salons der „Champs-Elysées“ und des „Champ-de-Mars“, seit 1898 die Wiener Secession, zu deren Gründungsmitgliedern er gehört. In der Auswahl der Motive und der Komposition seiner Bilder schließt sich J. der österr. Kunstrichtung der 2. Hälfte des 19. Jh. an, die unter dem Einfluß der Barbizonschule einen spezifischen „Stimmungsimpressionismus“ entwickelte. In seinen Anfängen unterliegt J. den Einflüssen Pettenkofens, der ebenso wie V. Brožik, wiederholt für J.s Bilder Staffage gemacht haben soll (Figuren, bzw. Tiere). Die anfänglich dunkle Farbgebung und Verwendung grauer Töne lichtet sich während J.s Pariser Aufenthalt. Charakteristisch für J. ist die einfache Komposition seiner der Natur entnommenen Landschaftsmotive, in der die Subtilität der momentanen Naturstimmung ihren Niederschlag findet. Seine früheren Werke – meist Breitformate – stellen weite Ebenen mit tiefem Horizont dar; das künstlerische Hauptgewicht ist stets in die Ferne gerückt, während der Vordergrund (ländliche Staffage, Wassertümpel, Gewächse) als Raumschieber von sekundärer Bedeutung ist. In der späteren Entwicklung der Wiener Zeit begegnen häufiger Hochformatbilder mit begrenzterem Darstellungsinhalt im Mittelgrund (Gebäude, Straßen), meist unter Ausschluß eines Fernblicks.|

  • Auszeichnungen

    Ehrenlegion (1898).

  • Werke

    u. a. (alle Wien). Gem.: Österr. Gal. (Große Moorlandschaft, 1879, Flußlandschaft mit Boot);
    Hist. Mus. d. Stadt Wien (Sonnenuntergang); Zeichnungen:
    Graph. Slg. Albertina;
    Kupferstichkab. d. Ak. d. bildenden Künste;
    ferner Privatbes. in Wien: Der Geflügelteich, 1880;
    Straße bei Cayeux;
    Blick auf die Madonnenkirche Lussin Grande, 1900;
    mehrere W aus d. Pariser Zeit in Hotel Bristol.

  • Literatur

    F. v. Boetticher, Malerwerke d. 19. Jh. I/2, 1895;
    L. Hevesi, Österr. Kunst 1848-1900, 1903;
    J. Engelhart, in: Zs. f. bild. Kunst, NF 29, 1918;
    F. Novotny, Painting and sculpture in Europe 1780-1880, 1960;
    B. Grimschitz, Österr. Maler v. Biedermeier z. Moderne, 1963;
    H. Fuchs, Die österr. Maler d. 19. Jh. II, 1973;
    M. Melicharova, Qu.forschungen, MS, (Hradec Kralovy);
    - Versteigerungskataloge:
    Künstler. Nachlaß… E. J., durch C. J. Wawra, Wien 1902;
    Kollektion Ch. Sedelmeyer in Paris, durch A. Stöckl, Wien 1907;
    ThB.

  • Portraits

    Selbstbildnis 1897 (Hist. Mus. d. Stadt Wien).

  • Autor/in

    Zdrawka Ebenstein
  • Empfohlene Zitierweise

    Ebenstein, Zdrawka, "Jettel, Eugen" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 428 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13770822X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA