Lebensdaten
erwähnt 956, gestorben 964
Sterbeort
in Italien
Beruf/Funktion
Erzbischof von Trier
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137324847 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Heinrich von Trier
  • Heinrich I.
  • Heinrich von Trier
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Zitierweise

Heinrich I., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137324847.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Otto, ostfränk. Graf;
    Groß-O Kg. Heinrich I. ( 936, s. NDB VIII), EB Ruotbert v. Trier ( 956);
    O Kaiser Otto d. Gr. ( 973);
    B Bischof Poppo v. Würzburg ( 961).

  • Leben

    H. empfing seine Bildung im Kloster Reichenau und in Würzburg bei seinem Bruder Bischof Poppo (hier unter Leitung des Grammatikers Stephan von Novara). Nach dem Tod seines Verwandten EB Ruotbert von Trier wurde H. im Sommer 956 von Otto I. zum Erzbischof von Trier erhoben. Am 8.1.957 erhielt er das Pallium durch Papst Johann XII. H. war zunächst darauf bedacht, die Lebensführung der mit der Bischofskirche verbundenen Geistlichen zu ordnen. Er ließ umfriedete Wohn- und Nebengebäude errichten und führte mit Unterstützung seines nach Trier berufenen Studienfreundes Wolfgang (des späteren Bischofs von Regensburg) die Regel Chrodegangs von Metz ein. Seine zweite Sorge|galt der Ordnung der städtischen Verhältnisse. Den bis dahin abseits gelegenen Markt verlegte er um 958 in die Nähe des Domberinges, wo der Markt und das damals als Hoheitszeichen errichtete steinerne Marktkreuz sich heute noch befinden. Für die enge Verbundenheit mit Otto I. spricht die Tatsache, daß H. am 26.5.961 in Aachen die Königskrönung Ottos II. zusammen mit den Erzbischöfen Brun I. von Köln und Wilhelm von Mainz vornahm. 962 war er in Rom, wo er (unmittelbar nach der Kaiserkrönung Ottos I.) am 12.2. zum zweitenmal das Pallium erhielt. Auch bei der Absetzung Johanns XII. (4.12.963) und des Gegenpapstes Benedikt V. (23.6.964) war H. zugegen. Er starb als Opfer der im Heere Ottos ausgebrochenen Seuche und wurde zunächst in Parma beigesetzt.

  • Literatur

    ADB XI;
    Gesta Treverorum, in: VIII, S. 168, 171;
    Regino, Chron. cum continuat, Trev., in: , 1890 ad ann. 956, 963, 964;
    Liudprand, Opera, ebd., 1915: Hist. Ottonis c. 12, 14, 22;
    Ruotger, Vita Brunonis, ebd. NS X, 1951, Nachdr. 1958 c. 37, 41;
    Othloh, Vita S. Wolfgangi, in: Acta SS Nov. II, 1., 1894, S. 565-83;
    A. Goerz, Mittelrhein. Regg. I, 1876, Nr. 965-99;
    Jaffé-Löwenfeld Nr. 3682, 3691;
    H. Beyer, UB d. mittelrhein. Territorien, I. 1860. n. 202;
    J. v. Pflugk-Harttung, Acta Pontif. inedita I, 1880, Nr. 9. - Ch. Brower, Antiquit. et Ann. Trevirorum I, Lüttich 1670, S. 468;
    Jbb. d. Dt. Gesch., Otto d. Gr.;
    C.-B. Gf. v. Hacke, Die Palliumverleihungen bis 1143, phil. Diss. Göttingen 1898, S. 42-72;
    N. Irsch, Der Dom zu Trier, in: Kunstdenkmäler d. Rheinprovinz XIII, 1, 1931, S. 262, 182;
    G. Kentenich, H. I., in: Die Trierer Kurfürsten, hrsg. v. C. Stenz, 1937, S. 3;
    H. Schnitger, Die dt. Bischöfe aus d. Königssippen v. Otto I. bis Heinrich V., phil. Diss. München 1938, S. 13, 20;
    Wattenbach-Holtzmann I, S. 265;
    H. Eichler, R. Laufner, Hauptmarkt u. Marktkreuz zu Trier, 1958, S. 25, 47, 57-60, 70-74.

  • Autor/in

    Hermann Ries
  • Empfohlene Zitierweise

    Ries, Hermann, "Heinrich I." in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 402 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137324847.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Heinrich I., Erzbischof von Trier, 956—964, war der Sohn des ostfränkischen Grafen Otto, der als Ahnherr der Grafen von Henneberg gilt, ein Bruder von Bischof Poppo von Würzburg und Enkel einer Schwester des deutschen Königs Heinrich I. Dieser Verwandtschaft verdankte er im Sommer 956 die Erhebung auf den erzbischöflichen Stuhl von Trier und lohnte diese Auszeichnung durch treue Anhänglichkeit an seinen Vetter Kaiser Otto I. Heinrichs erste Sorge war in Trier die Wiederherstellung der Stiftskurien, als Vorbedingung einer strengeren Handhabung der Disciplin gegen den laxer gewordenen Domklerus. Den von ihm gleichzeitig erweiterten Markt zierte er durch das noch vorhandene Marktkreuz, ein auf steinerner Säule aufgerichtetes byzantinisches Kreuz, welches in einer lateinischen Inschrift vom J. 958 die wunderbare Erscheinung von Kreuzen auf den Kleidern der Menschen feiert. Am 26. Mai 961 wohnte Erzbischof Heinrich der Krönung König Otto's II. zu Aachen und im November 963 der Kirchenversammlung zu Rom bei, welche auf den Antrag Kaiser Otto's des Großen den Papst Johann XII. seiner Würde entsetzte. Auf einem zweiten Römerzuge mit Otto I. starb H. auf der Rückkehr von Rom am 3. Juli 964 an einem nicht näher bezeichneten Orte in Italien an der Pest. Sein Leichnam fand zuerst in Parma die Ruhestätte, wurde jedoch durch seinen Nachfolger Theoderich wieder erhoben und nach Trier gebracht, wo er in der Andreaskapelle neben dem Dome beigesetzt wurde.

    • Literatur

      Gesta Trevir. ap. Hontheim: Prodromus hist. Trevir. cap. XLIV. Görz: Regesten der Erzbischöfe von Trier S. 5. Görz: Mittelrhein. Regesten S. 274 ff.

  • Autor/in

    v. Eltester.
  • Empfohlene Zitierweise

    Eltester, von, "Heinrich I." in: Allgemeine Deutsche Biographie 11 (1880), S. 623 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137324847.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA