Lebensdaten
1801 – 1871
Beruf/Funktion
philosophischer und ästhetischer Schriftsteller
Konfession
reformiert?
Normdaten
GND: 137201648 | OGND | VIAF: 79098639
Namensvarianten
  • Boumann, Ludwig
  • Boumann, L.
  • Boumann, Ludovicus

Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Aus dem Register von NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Boumann, Ludwig, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137201648.html [24.04.2024].

CC0

  • Biographie

    Boumann: Dr. Ludwig B., ästhetischer Schriftsteller, geb. 20. Febr. 1801 zu Berlin, daselbst 14. Dec. 1871. Sein Großvater, der aus Holland stammte und den Namen van Boumann führte, war von Friedrich d. Gr. nach Berlin gerufen worden, wo er mehrere Bauten für den König ausführte. Sein Vater war Hauptmann in preußischen Diensten gewesen und erwarb den Adel, den der Sohn aber ablegte, weil er ihm zu der bescheidenen, oft kümmerlichen Stellung, die er als Privatgelehrter einnahm, nicht zu passen schien. Nachdem B. das Gymnasium zum Grauen Kloster in seiner Vaterstadt besucht hatte, vollendete er seine Studien auf der dortigen Universität. Seine Inaugural-Dissertation war eine „Explicatio Spinozismi“. Ueber den Platonischen Timäus verfaßte er eine längere lateinische Abhandlung, die sich in seinem Nachlasse vorfindet. Er war ein guter Philologe, auch der neueren Sprachen so sehr Herr, daß er z. B. seinen italienischen Schülern den Hegel auf italienisch zu erklären vermochte. In Gestalt und Kopf erinnerte er an Goethe. Im Gespräch war er lebhaft und voll Humor. Gleichwol führte er, unverheirathet, meistens mitten in der Hauptstadt ein fast einsiedlerisches Leben; bei den möglichst geringen Bedürfnissen bewahrte er einen stets ungetrübten Gleichmuth der Seele. Eine gewisse gelehrte Unbeholfenheit verhinderte ihn zu Amt und Würden zu gelangen. Vermöge harter Entbehrungen wußte er sich allmählich eine werthvolle Bibliothek zu sammeln. In seinem siebenzigsten Lebensjahre wurde er von den Pocken befallen, von denen er sich nicht recht hat erholen können. Ein Gehirnschlag machte plötzlich seinem Leben ein Ende. Sein Stubenwirth, ein Schuster, warf dem vereinsamten Philosophen die Hand voll Erde nach. — B. hat nur wenig geschrieben; er arbeitete langsam. Um so gründlicher und besonnerer ist sein Urtheil. Seine Berichte und Kritiken, besonders ästhetische, sind theils in H. Th. Rötscher's „Jahrbüchern für dramatische Kunst und Litteratur" und „Dramaturgischen Problemen“, theils in der philosophischen Zeitschrift „Der Gedanke“, in der National- und Spener’schen Zeitung und anderwärts abgedruckt. Sein Briefstil war gewandt und geistreich. Aus dem Englischen übersetzte er das Leben Marlborough's. Auch wurde er von den sieben ursprüglichen Herausgebern und Redactoren der Hegel’schen Werke und Vorlesungen hinzugezogen, um die Anthropologie und Psychologie zu redigiren, eine Aufgabe, die er mit vollkommenster Sachkenntniß löste. Seine letzte Arbeit war eine eingehende Kritik über C. L. Michelet's Rechtsphilosophie ("Naturrecht oder Rechtsphilosophie, als die praktische Philosophie, enthaltend Rechts-, Sitten- und Gesellschaftslehre").

  • Autor/in

    Em. Schröder.
  • Zitierweise

    Schröder, Em., "Boumann, Ludwig" in: Allgemeine Deutsche Biographie 3 (1876), S. 210 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137201648.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA