Lebensdaten
um 1365 bis 1394
Sterbeort
vor Burg Padberg
Beruf/Funktion
Bischof von Paderborn
Konfession
-
Normdaten
GND: 136914748 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ruprecht von Berg
  • Berg, Ruprecht von
  • Jülich und Berg, Rupert von
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Zitierweise

Ruprecht von Berg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136914748.html [20.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm VII. ( 1408), Gf. v. Berg u. Ravensberg;
    M Anna (1346–1415), T d. Kf. Ruprecht II. (1325–98), Pfalzgf. b. Rhein;
    Om Ruprecht (III.) (1352–1410), röm.-dt. König (s. NDB 22);
    B Wilhelm (1382–1428, ⚭ Adelheid v. Tecklenburg, 1428), Bf. v. Paderborn (1400–14) (s. ADB 43; Gatz IV), Adolf I. ( 1437), Hzg. v. Berg u. Jülich (s. NDB I);
    N Gerhard VII. (1417–75), Hzg. v. Berg u. Jülich (s. NDB VI).

  • Leben

    Eine Ausbildung in Rom, wo er 1386 von Papst Urban VI. zum „notarius apostolicus“ ernannt wurde, bereitete R. auf hohe Kirchenämter vor. Bereits früh spielte er eine Rolle in den territorialpolitischen Plänen seines Vaters, bei denen den westfäl. Bistümern besondere Bedeutung zukam. Hzg. Wilhelm versuchte seit Beginn der 80er Jahre, ihm – wohl unterstützt durch Kg. Wenzel – die Nachfolge im Bistum Münster zu sichern, scheiterte jedoch am Widerstand der Gegenpartei unter Führung des Kölner Ebf. Friedrich v. Saarwerden (reg. 1370-1414) und der Grafen von der Mark. Dafür gelang es ihm nach dem Tod des Passauer Bf. Johann v. Scharfenberg (reg. 1381-87) – wiederum mit Hilfe seines kgl. Förderers – bei Papst Urban VI., die Provision R.s für das Bistum Passau zu erreichen (27.4.1387). R. konnte sein Amt jedoch nicht antreten, da das Passauer Domkapitel – seinerseits unterstützt durch Hzg. Albrecht III. von Österreich – an dem von ihm gewählten Domdechanten Hermann Digni festhielt. Nach dessen Verzicht und der Präsentation Gf. Georgs v. Hohenlohe durch Albrecht kam es zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Als Anfang 1389 durch den Tod Bf. Simons II. v. Sternberg die Paderborner sedes frei wurde, erreichte der Österreicher beim Papst die Aufhebung der Provision R.s für Passau zugunsten der für Paderborn (15.3.1389). Der Konflikt um das Bistum Passau war damit allerdings keineswegs beendet, denn R. gab seine Ansprüche auf das erheblich größere und reichere Bistum zunächst nicht auf. Er regierte im bayer. Teil des Bistums und in der Bischofsstadt, während Georg v. Hohenlohe im österr. Teil (mit Sitz in St. Pölten) amtierte (bis 1423). R. hielt seine Ansprüche auch aufrecht, als der neue Papst Bonifaz IX. die Provision für Paderborn bestätigte (9.11.1389). Erst im Frühjahr 1390 trat er – ohne auf Passau zu verzichten – sein Amt in Paderborn an. nach weiteren päpstlichen Interventionen resignierte er schließlich offiziell 1393.

    Der Verzicht auf überregionale dynastische Territorialpolitik lag in den gravierenden|Problemen R.s in seinem neuen Bistum begründet. In erster Linie hatte er gegen die im Paderborner Land besonders heftig wütenden Bünde und Banden der „Raubritter“, allen voran die berüchtigten „Bengeier“ unter Führung Friedrichs v. Padberg, vorzugehen, um den Landfrieden zu sichern. Bei der Belagerung der Burg Padberg auf einem der Züge gegen die Friedensbrecher wurde R. Opfer der Pest.

    Dieser frühe Tod des jungen Fürstbischofs löste im Bistum große Trauer aus: sein Grabmal vor dem Kreuzaltar im Mittelschiff des Doms zeigt den kriegerischen Bischof in vollem Ornat – die Mitra wird von zwei Engeln über seinem Kopf gehalten, da er das kanonische Weihealter noch nicht erreicht hatte – und zwei Ritter unter seinen Füßen. Der Paderborner Chronist Gobelinus Person verfaßte eine rühmende Grabinschrift in Versform, die an einer Säule neben dem Grab angebracht war.

  • Literatur

    H. J. Brandt u. K. Hengst, Die Bischöfe u. Erzbischöfe v. Paderborn, 1984, S. 156-59 (P);
    O. Loegel, Die Bf.wahlen v. Münster, Osnabrück u. Paderborn seit d. Interregnum bis z. Tode Urbans VI. (1256–1389), 1883, S. 265-69;
    Gatz IV.

  • Autor/in

    Franz-Josef Jakobi
  • Empfohlene Zitierweise

    Jakobi, Franz-Josef, "Ruprecht von Berg" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 287-288 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136914748.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA