Lebensdaten
1756 bis 1813
Geburtsort
Berlin
Beruf/Funktion
Theaterdirektor ; Schauspieler
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 135554098 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Bossann, Friedrich Wilhelm
  • Bossan, Friedrich
  • Bossann, Friedrich Wilhelm

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Zitierweise

Bossan, Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135554098.html [18.07.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Gärtner in Berlin;
    Cath. Elisabeth, T des August Berlitz, Regierungs-Kanzlist in Kassel; Pflege-T Dorothea, Schauspielerin ( 1793 mit dem durch seinen Briefwechsel mit A. W. Iffland bekannten Schauspieler Peter Mittel[l], 1769-1824, später künstlerischer Leiter des großherzoglich badischen Hoftheaters in Karlsruhe).

  • Leben

    Bossans Elternhaus, Jugend und Erziehung sind bisher unbekannt geblieben. Seit 1777 Schauspieler, trat er in komischen und tragischen Väterrollen bei der Jean-Tillyschen Gesellschaft, als Gast bei Theophil Döbbelin und später bei der Truppe G. F. W. Großmann auf. 1786 kam er zur Neuhausischen Theatergesellschaft, der er als 30jähriger Theaterdirektor seinen Namen gab. Bossan und sein Ensemble spielten in Kassel, Mühlhausen, Eisenach, Naumburg und wurden 1794 von Fürst Leopold Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1758–1817) nach Dessau berufen, wo sie den seit 1784 hauptsächlich in Weimar spielenden Jos. Bellomo mit seiner Truppe ablösten. Die in der „hochfürstlichen Reitbahn“ des Dessauer Schlosses spielende Truppe Bossans erhielt 1795 den Titel „Fürstlich Anhaltisch-Dessauische Hofschauspielergesellschaft“. Für den neuen Hoftheaterbau (Hoftheater an der Kavalierstraße) wählte der Landesfürst Bossan, dessen Theaterfundus er käuflich erwarb, neben dem Intendanten Freiherr v. Lichtenstein zum künstlerischen Direktor seines Hoftheaters. Bis zu dessen Auflösung (1810) hatte Bossan aus einem Kreis kunstfreudiger Dilettanten in Verbindung mit seiner Truppe ein Ensemble gebildet, dessen Spielplan sich durch Novitätenfülle (Lessing, Shakespeare, Goethe, Schiller u. a.) auszeichnete. Es war auch sein Verdienst, Ludwig Devrient erkannt und durch den Fachwechsel vom Liebhaber zum Charakterdarsteller entscheidend beeinflußt zu haben. Bossan, dessen Lieblingskomponist Mozart war und der Goethes dramatische Grenzen richtig einschätzte, war ein ausgezeichneter Organisator seines Theaters, dem er durch ein neuartiges Abonnement, eine mustergültige Schauspielbibliothek und durch eine theatergeschichtlich bedeutsame Sammlung seiner Theaterzettel eine klare Form gab. Von Bossan stammt jenes in der Theaterwelt entscheidende Gebot, daß kein Fremder die Bühne eines Theaters zu betreten habe. 1807 ernannte ihn der Landesherr zum herzoglichen Hoftheaterdirektor. Bossans menschliche Qualität charakterisierte sich in rastloser Tätigkeit (Zwischenspielzeiten in Wittenberg, Leipzig, Magdeburg u. a.) und in seinem Lebensende: Er starb als freiwilliger Helfer in den Kriegslazaretten an einer Typhusinfektion.

  • Literatur

    M. Prosky, Das hzgl. Hoftheater zu Dessau, 1884;
    W. Spielmeyer, Die B.sche Schauspielerges. u. d. Anfänge d. Hoftheaters zu Dessau, Diss. Kiel, 1925;
    H. Calm, Briefe d. Hoftheaterdir. F. W. B. an d. Erbprinzen v. Anhalt-Dessau aus d. J. 1806–09, in: Anhalt. Gesch.-Bll Nr. 6/7, 1931;
    ders., F. W. Bossann, in: Mitteldt. Lb., Bd. 2, 1927, S. 1-10 (L, P, Qu.);
    Z. Funk, Aus d.|Leben zweier Schauspieler, 1938;
    H. Müller, Die Frühzeit d. Dessau. Hoftheaters, Diss. Halle, 1939;
    Kosch, Theater-Lex. I. - Zu Peter Mittell:. L. Eisenberg, Großes biogr. Lex. d. dt. Bühnen im 19. Jh., 1903.

  • Portraits

    in: Gothaer Theaterkal. 1798.

  • Autor/in

    Karl Richter
  • Empfohlene Zitierweise

    Richter, Karl, "Bossan, Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 482 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135554098.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA