Lebensdaten
1828 bis 1865
Geburtsort
Breslau
Sterbeort
Papuanische Insel Salawati
Beruf/Funktion
Naturforscher ; zoologischer Forschungsreisender
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 135542782 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Bernstein, Heinrich Agathon
  • Bernstein, H. A.

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Zitierweise

Bernstein, Heinrich Agathon, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135542782.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Georg Heinrich (1787–1860), Orientalist, von seinem Lebenswerk, dem Lexicon Linguae Syriacae, erschien nur die 1. Lieferung, S des Christian Heinrich, Pastor, und der Hippolitha Juditha Storm;
    M Agathe Brüchner.

  • Leben

    B. wurde nach Beendigung des medizinischen Studiums 1854 Direktor des Sanatoriums in Gadok unweit Buitenzorg (Java), wo er sich sogleich dem Studium der Vogelwelt in biologischer und anatomischer Hinsicht widmete. Seine wichtigen Veröffentlichungen veranlaßten Hermann Schlegel, ihn der niederländischen Regierung für den Posten eines offiziellen Naturforschers vorzuschlagen. Als solcher bereiste er 1861-65 die Nordmolukken, Waigeu, Obi und die Papuanischen Inseln. Die wertvolle Ausbeute seiner Reisen gelangte ins Naturhistorische Reichsmuseum in Leiden. B. war Mitglied der Leopoldina in Halle.

  • Literatur

    ADB II (W, L);
    E. Stresemann, Die Entwicklung d. Ornithol., 1951, S. 207/08 (W). - Zu Gg. Heinr.: ADB II.

  • Autor/in

    Erwin Stresemann
  • Empfohlene Zitierweise

    Stresemann, Erwin, "Bernstein, Heinrich Agathon" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 135 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135542782.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Bernstein: Dr. Heinrich Agathon B., Mitglied der kaiserlich Leopoldinischen Akademie der Naturforscher, Sohn Georg Heinrichs, geb. 22. Sept. 1828 in Breslau und 19. April 1865 auf der zu den Molukken gehörenden Insel Batanta, begab sich nach Beendigung seiner medicinischen und naturwissenschaftlichen Studien 1853 nach Holland und nach dort rühmlichst bestandenem medicinischem Staatsexamen 1855 nach Batavia, wo ihm die Stelle eines Arztes in dem am Fuße des Gedee-Gebirges von der Regierung für Reconvalescenten unterhaltenen Bade Gadok übertragen wurde. Seine in Band VII. des Journals für Ornithologie von Cabanis 1859 veröffentlichte Abhandlung über die Nester der Salanganen, an welche sich in rascher Folge weitere ornithologische Arbeiten in deutscher und holländischer Sprache anreihten, machten seinen Namen nicht blos in den Kreisen der Naturforscher schnell bekannt, sondern bewogen auch die holländische Regierung, den verdienstvollen jungen Gelehrten 1860 mit der wissenschaftlichen Durchforschung der Molukken und Neu-Guineas zu beauftragen. Auf drei großen Reisen 1860—1863 durchforschte er zunächst Halmaheira und die umliegenden Inseln; nach kurzer, zur Abfassung seiner Schrift „Over een nieuwen Paradysvogel en eenige nieuwen vogel“, benutzten Rast trat er an der Spitze von 24 Mann mit zwei Schiffen eine neue Reise zur Erforschung der südlich von den Molukken liegenden Inseln und Neu-Guinea's an. Nach glücklicher Ausrichtung der ihm gegebenen wissenschaftlichen wie politischen Aufträge, namentlich Handelsbeziehungen mit den neu aufgeschlossenen Ländern anzuknüpfen, starb er auf der Heimreise auf der Insel Batanta an den Folgen einer Krankheit, welche den an keine Schonung für sich denkenden Forscher in der ungesunden Bai von Kalwal auf Neu-Guinea befallen hatte. Seine Reisen von 1860—1863 sind in den Schriften der batavischen Genootschap van Kunsten en Wetenschappen, 1864, und in der Neederlandsch Tijdschrift voor de Dierkunde, 1865, beschrieben. Seine bedeutenden eigenen naturhistorischen Sammlungen (vgl. Reise der Novara II. S. 153) hatte B. bereits 1860 an die Museen der Universitäten Berlin, Breslau und Leyden vertheilt; der Rest derselben ist nach seinem Tode von seinen Angehörigen der Universität Breslau überwiesen worden.

  • Autor/in

    Schimmelpfennig.
  • Empfohlene Zitierweise

    Schimmelpfennig, Adolf, "Bernstein, Heinrich Agathon" in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 484 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135542782.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA