Lebensdaten
nach 1080 bis 1122 oder 1123
Beruf/Funktion
Herzog von Zähringen
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 133927148 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Berthold III.

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Zitierweise

Berthold III., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd133927148.html [14.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Berthold II. ( 1111);
    ⚭ Sophia ( vor 1147), T Herzog Heinrichs des Schwarzen von Bayern (um 1074–1126);
    B Herzog Konrad von Zähringen ( 1152);
    N Berthold IV. (um 1125–86).

  • Leben

    Berthold beschwor schon 1111 als filius ducis Bertholdi in Sutri den Vertrag zwischen Paschalis II. und Heinrich V. Er stand immer auf Seiten des Kaisers, in dessen Kriegsdienst er 1114 Gefangener des Grafen Dietrich von Ahr wurde. Das Wormser Konkordat von 1122 führt seinen Namen auf. Kurze Zeit danach wurde er in einer Fehde des Grafen Hugo von Dagsburg bei Molsheim erschlagen. Bertholds Rolle in der zähringischen Landespolitik ist von der seines schon zu seinen Lebzeiten hervortretenden Bruders und Nachfolgers Konrad schwer zu unterscheiden. Spätestens in seine Zeit fällt wohl die Erwerbung der Vogtei über St. Georgen, durch die ein Übergang von der Baar in das Kinzigtal gewonnen wurde. Damit wurde das System der zähringischen Vogteien (Schuttern, Gengenbach, St. Peter, Stein am Rhein) wesentlich gekräftigt. Unter Berthold kam wahrscheinlich nach Auseinandersetzung mit den das Dreisamtal beherrschenden Grafen von Hohenberg die Straße von Breisgau (Dreisam-, Wagensteigtal) über den Schwarzwald in zähringische Hand; an den Enden dieser Route wurden bald darauf Freiburg (Breisgau) und Villingen als Städte gegründet, die mit Offenburg die Pfeiler eines den Schwarzwald beherrschenden und erschließenden Städte und Burgensystems waren.

  • Autor/in

    Gerd Tellenbach
  • Empfohlene Zitierweise

    Tellenbach, Gerd, "Berthold III." in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 160 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd133927148.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Bertold III., Herzog von Zähringen, 1122. B. III., an der Spitze des zähringischen Hauses und in der Herzogswürde dem Vater 1111 folgend, gehörte zu Kaiser Heinrichs V. getreuen Anhängern. Noch bei Lebzeiten Berchtolts II. hatte er den Kaiser im Frühjahr 1111 zum Römerzuge begleitet, erschien im März 1114 auf der Reichsversammlung zu Basel, folgte dem Kaiser zur Heerfahrt an den Niederrhein gegen die aufständischen Kölner, gerieth dabei in die Gefangenschaft des Grafen Dietrich von Are und nahm später an den Unterhandlungen zwischen Kaiser und Papst Theil, aus welchen das Concordat von Worms im September 1122 hervorging. Aber noch vor dem Abschlusse dieses wichtigen Vertrages ereilte den jungen Fürsten in der Blüthe seiner Jahre ein gewaltsamer Tod. Im Frühjahr 1122 kam Herzog B. dem Grafen Hugo von Dagsburg im Elsaß wider Aufständische zu Hülfe und fiel, ein Opfer dieser Dienstleistung, am 3. Mai 1122 in einem Kampfe in Molsheim. Seine Leiche wurde in der väterlichen Stiftung St. Peter bestattet. Seine kinderlose Wittwe Sophia, Tochter Herzog Heinrichs des Schwarzen von Baiern, vermählte sich später wieder mit Liutpolt dem Tapfern, Markgrafen von Steier. Im Besitze der zähringischen Herrschaften und des herzoglichen Titels folgte dem Verstorbenen sein Bruder Konrad, der 1127 von König Lothar mit den verfallenen Lehen des unbotmäßigen Grafen Reinald III. von Hochburg belehnt wurde, sich und|seinem Hause dadurch folgenreichen Anspruch auf große Besitzungen im westjuranischen Lande und fürstliche Würde auch in Burgund erwarb und neben dem zähringischen noch den Titel eines Herzogs von Burgund annahm.

  • Autor/in

  • Empfohlene Zitierweise

    Wyß, Georg von, "Berthold III." in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 537-538 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd133927148.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA