Lebensdaten
erwähnt 662, gestorben 675
Beruf/Funktion
fränkischer König in Austrien
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 131536362 | OGND | VIAF: 62683883
Namensvarianten
  • Childerich II.
  • Childerich II., Fränkisches Reich, König
  • Childerich II., Austrasien, König
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Zitierweise

Childerich II., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd131536362.html [16.04.2021].

CC0

  • Leben

    Childerich II. war der zweite Sohn Chlodwigs II. und der heiligen Bathilde. Im vierten Jahre der Regierung seines Bruders Chlothar III. (660) ward er zum Könige von Austrasien erhoben und ihm der Herzog Wolfald an die Seite gestellt. Als die Neustrier sich gegen den Nachfolger Chlothars, Theodorich III., den jüngsten der Brüder erhoben und ihn sammt seinem Majordomus Ebroin geschoren hatten, wurde Ch. durch eine Gesandtschaft eingeladen, auch in Neustrien die Regierung zu übernehmen. So vereinigte er seit dem Jahre 669 das ganze Frankenreich; auch dabei blieb Wolfald seine Stütze. Indeß die Herrschaft dauerte nicht lange. Bald zerfiel Ch. mit dem Bischof Leodegar, der ihm Vorstellungen über seine Ehe mit einer Blutsverwandten gemacht hatte. Der Bischof ward nach Luxeuil verbannt, demselben Kloster, in welchem auch Ebroin auf bessere Tage wartete. Der Fortsetzer Fredegars schildert den König als leichtfertig und leidenschaftlich; als er einen Edlen Namens Bodilo wider den Brauch schimpflich hatte bestrafen lassen, brach eine Empörung aus unter Führung des Ingolbert und Amalbert. Im Verlauf derselben ward der König mit seiner schwangern Gemahlin Bilihilde von dem genannten Bodilo im|Hinterhalt überfallen und getödtet. Das geschah 673 im Walde Lauchonia (Wald von Livry bei Chelles?). Wolfald entkam nach Austrasien, in Neustrien wurde Theodorich III. und Ebroin restituirt. Der König liegt mit seiner Gemahlin in St. Germain bei Paris begraben. Dort wurde sein Grab 1656 geöffnet und wiederhergestellt.

  • Autor/in

    Albrecht.
  • Empfohlene Zitierweise

    Albrecht, "Childerich II." in: Allgemeine Deutsche Biographie 4 (1876), S. 123-124 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd131536362.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA