Lebensdaten
1875 – 1957
Geburtsort
Kreuzau (Kreis Düren)
Sterbeort
Köln
Beruf/Funktion
Genossenschaftsfunktionär
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 130068586 | OGND | VIAF: 40472954
Namensvarianten
  • Schlack, Peter
  • Schlack, Pether

Orte

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Zitierweise

Schlack, Peter, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd130068586.html [29.06.2022].

CC0

  • Genealogie

    V Johann (1838–1915), Arbeiter in e. Gemischtwarengeschäft;
    M Katharina Becker, Näherin;
    Nelly Liethen;
    4 S u. a. Josef, Geschäftsführer d. Kölner Konsumgenossenschaft, 1 T.

  • Biographische Darstellung

    Der gelernte Schreiner schloß sich in Köln dorn Christl. Metallarbeiterverband an und wurde Ortsvorsitzender des Kartells der Christl. Gewerkschaften. Er besuchte volkswirtschaftliche Kurse und Vorlesungen an der Kölner Handelshochschule. 1902 gründete er in Mülheim (später Köln-M.) den Konsumverein „Eintracht“, der sich zum führenden Verein der christl. Genossenschaftsbewegung entwickelte. 1908 wurde er Vorsitzender des Christlich-sozialen Verbands westdt. Konsumvereine, 1913 Verbandsdirektor des Reichsverbands dt. Konsumvereine e. V. Unter S.s maßgeblicher Mitwirkung gründeten Christl. Konsumgenossenschaften 1912 die Großeinkaufs-Zentrale dt. Konsumvereine (GEZ), später Großeinkaufs- und Produktions A. G. (Gepag), deren Generaldirektor S. wurde. 1919-33 vertrat der Zentrumspolitiker S. den Wahlkreis Düsseldorf in der Nationalversammlung und im Reichstag. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verlor er im Mai 1933 seine Ämter in der Genossenschaftsbewegung im Zuge der Gleichschaltung und Vereinigung der verschiedenen Zweige der Genossenschaftsbewegung. Eine Existenzgründung als Papierfabrikant scheiterte. Im Gefolge der Aktion „Gewitter“ 1944 wurde S.|verhaftet und im KZ-Außenlager Köln-Deutz inhaftiert.

    1945 beteiligte sich S. an der Gründung der CDU in Köln und im Rheinland. 1946-48 war er Abgeordneter der CDU im Kölner Stadtrat, 1946/47 im Zonenrat und 1947-49 im Wirtschaftsrat. In seinen politischen Ämtern verstand sich S. als Vertreter von Arbeitnehmerinteressen und Genossenschaften. Nach 1945 war er führend am Wiederaufbau der Konsumgenossenschaften, jetzt als Einheitsorganisation, beteiligt. Bis 1956 war er Aufsichtsratvorsitzender der Großeinkaufs-Gesellschaft Dt. Konsumgenossenschaften (GEG).

    S. gilt als Pionier der christl.-nationalen, sich als politisch neutral verstehenden Konsumgenossenschaften, die er in Abgrenzung zu den sozialdemokratisch geprägten Vereinen als Organisator und Kaufmann geprägt hat. Seiner Ansicht nach bot die Konsumgenossenschaft einen Schlüssel zur Lösung der Arbeiterfrage, indem sie durch Einfluß der Konsumenten auf die Preisbildung den Reallohn der Arbeiter verteidigte. Da er den Zwischenhandel bekämpfte, geriet er in Opposition zu mittelständischen Positionen. Er bejahte sowohl Staatseingriffe in eine Wirtschaft der Bedarfsdeckung (bes. in u. nach d. Weltkriegen), aber auch die preisdisziplinierenden Folgen einer Konkurrenz, die er bei den Genossenschaften als durch Idealismus gezügelt ansah.

  • Ehrungen, Auszeichnungen und Mitgliedschaften

    Gr. BVK(1952).

  • Werke

    Konsumgenossenschaften u. christl.-nat. Arbeiterbewegung, 1908;
    Die gesunkene Kaufkraft d. Lohnes u. ihre Wiederherstellung, Leistungssteigerung u. wirtschaftl. Vervollkommnung im Warenliefeningswesen, 1919;
    Die Stellung d. Konsumgenossenschaftsbewegung in Staat u. Wirtsch., 1922;
    Mitbesitz u. Mitbestimmung in d. Wirtsch., ²1930;
    Flugschrr.:
    Die Forderungen d. Konsumvereine b. Übergang aus d. Kriegs- in d. Friedenswirtsch., 1917;
    Die Stellung d. Reichsverbandes dt. Konsumvereine e. V. in d. dt. Genossenschaftsbewegung, 1917.

  • Literatur

    F. Klein, Selbsthilfe aus christl. Verantwortung, 1967 (P);
    E. Hasselmann, Gesch. d. dt. Konsumgenossenschaften, 1971 (P);
    A. Weuster, Theorie d. Konsumgenossenschaftsentwicklung, Die dt. Konsumgenossenschaften bis z. Ende d. Weimarer Rep., 1979;
    Rhdb. (P);
    Wenzel;
    RT-Abg. Zentrum.

  • Porträts

    Gem. v. H. Petroff-Eubeke (GEG Hamburg), Abb. in: F. Klein (s. L).

  • Autor/in

    Winfried Herbers
  • Zitierweise

    Herbers, Winfried, "Schlack, Peter" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 19-20 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd130068586.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA