Lebensdaten
1437 bis 1465
Sterbeort
Ybbs
Beruf/Funktion
Pfalzgraf bei Rhein ; Administrator des Hochstifts Regensburg
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 12930543X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ruprecht von der Pfalz
  • Ruprecht
  • Ruprecht von der Pfalz
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Zitierweise

Ruprecht, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd12930543X.html [20.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. Geschl. d. Wittelsbacher;
    V Otto I. (1390–1461), Pfalzgf. v. Mosbach u. Neumarkt (s. NDB 19), S d. Ruprecht III. (1352–1410), Kf. v. d. Pfalz, seit 1400 röm.-dt. Kg. (s. NDB 22);
    M Johanna (1413–44), T d. Heinrich XVI. d. Reichen (1386–1450), Hzg. v. Bayern-Landshut (s. NDB VIII);
    Om Ludwig IX. d. Reiche (1417–79), Hzg. v. Bayern-Landshut (s. NDB 15);
    B Otto II. (1435–99), Pfalzgf. v. Mosbach u. Neumarkt (s. NDB 19*), Albrecht (1440–1506), Bf. v. Straßburg (s. NDB I; Gatz III), Johann (1443–85), Dompropst in Augsburg u. R., 4 Schw Margarete (1432–57, Reinhard III., Gf. v. Hanau-Münzenberg, 1412–52), Amalie ( Philipp, Gf. v. Rieneck, 1418–88), Dorothea (1439–82), Priorin d. Dominikanerinnenklosters Liebenau.

  • Leben

    R., der früh für eine geistliche Laufbahn vorgesehen war, wurde Domkanoniker zu Passau, Regensburg und Freising; in Regensburg stieg er 1452 zum Dompropst auf. Wirkungsvolle Unterstützung erhielt er von Hzg. Ludwig d. Reichen von Bayern-Landshut. Nachdem die Wahl des Regensburger Domkapitels 1457, die Heinrich v. Absberg zum Nachfolger bestimmte, wegen unzureichender Beteiligung angefochten wurde, setzte sich, neben Ks. Friedrich III. (1415–93), v. a. Ludwig mit Nachdruck und finanziellen Zuwendungen in Rom für den jugendlichen Neffen ein, der – trotz Gegenbemühungen des Münchner Hofes und unter Umgehung des Domkapitels – mit Hilfe von Kard. Enea Silvio Piccolomini (1405–64) die kuriale Anerkennung (2.9.1457) fand. Als Angehöriger einer machtvollen Dynastie schien er am ehesten in der Lage, das durch die Hussiteneinfälle geschädigte und vom niedergehenden Adel bedrängte Bistum und Hochstift zu festigen. Zum ersten Mal erhielt damit ein Mitglied des Hauses Witteisbach (pfälz. Linie) den Regensburger Bischofsstuhl übertragen. Dieser geriet dadurch, zumal keine Wahlkapitulation ausgehandelt wurde, in die Abhängigkeit der aufstrebenden Landshuter Herzöge, die ihre landeskirchlichen Ziele weiter umsetzten. Die Bischofsweihe des Prinzen, der sofort zu Studien an die Univ. Pavia ging, wurde mit kurialer Zustimmung aufgeschoben. Der Administrator mußte die Amtsgeschäfte dem machtbewußten Onkel überlassen, der eine Synode sowie Visitationen anordnete. R. selbst ergriff erst nach Abschluß seiner Universitätsstudien am 18.10.1461 förmlich von seiner Diözese und demHochstift Besitz. Da er bereits nach wenigen Jahren auf einer Reise ins hochstiftische Pöchlarn unerwartet verstarb, hat er das Bischofsamt nie ordnungsgemäß ausgeübt. Inwieweit er an der Zusammenstellung der Diözesanstatuten vom 9.10.1465, die als wichtigstes Ergebnis seiner Amtszeit auf zweckmäßige Reformmaßnahmen zielten, wirklich beteiligt war, ist nicht zu ermitteln. R., der insgesamt nur wenig Spuren hinterlassen hat. ist ein früher Vertreter der Landeskirchenpolitik der Wittelsbacher, die sich, wie zur gleichen Zeit auf Freising, im besonderen auch auf die Diözese Regenshurg richtete. Seine Amtszeit weist auf die zielstrebige Reichskirchenpolitik des Hauses Witteisbach in den folgenden Jahrhunderten voraus.

  • Literatur

    F. Janner. Gesch. d. Bischöfe v. Regensburg III, 1886, S. 509-34;
    N. Fuchs, Die Wahlkapitulationen d. Fürstbischöfe v. Regensburg (1437–1802), in: Verhh. d. Hist. Ver. f. Oberpfalz u. Regensburg 101, 1960/61, S. 29 f.;
    J. Staber, KGesch. d. Bm. Regensburg, 1966, S. 88 f.;
    H. Rankl. Das vorreformator, landesherrl. Kirchenrgt. in Bayern (1378–1526), 1971, S. 46 f. u. 86-89;
    K. Hausberger, Gesch. d. Bm. Regensburg I, 1989, S. 164, 215-17 u. 230;
    B. Ettelt-Schönewald, Kanzlei, Rat u. Reg. Hzg. Ludwigs d. Reichen v. Bayern-Landshut (1450–1479), 2 Teilbde., 1996/99, S. 24, 582, 701, 708, 760;
    Gatz III.

  • Autor/in

    Alois Schmid
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmid, Alois, "Ruprecht" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 291 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd12930543X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA