• Leben

    Vieweg, die berühmte Buchhändlerfamilie in Braunschweig. Ihr Begründer, Johann Friedrich V.Vieweg wurde geboren am 11. März 1761 zu Halle a. S. als Sohn des Schneidermeisters Johann Valentin V., der später eine Stärkefabrik besaß und als Oberkirchenvater eine wohl angesehene Persönlichkeit war ( 1785); seine Mutter Johanne Sophie war eine geborene Bechbach ( 1785). Friedrich besuchte die lateinische Schule des Waisenhauses und dann das Gymnasium in Halle. Die Eltern wünschten, daß er Theologe werden möchte; da dieses Fach seinen Neigungen aber nicht entsprach, so wurde er im 17. Jahre als Lehrling in ein Handelshaus nach Magdeburg gebracht. Doch kam er bald nach Halle zurück, wo die Bekanntschaft mit F. Nicolai ihn veranlaßte, Buchhändler zu werden. Nachdem er seine Lehrzeit in der Hallischen Waisenhausbuchhandlung durchgemacht hatte, trat er als Gehülfe in die Bohn'sche Buchhandlung in Hamburg ein. Hier lernte er unter andern den Philanthropen J. H. Campe kennen, mit dem er später in die engste Verbindung treten sollte. Im J. 1784 vertraute ihm der Buchhändler Mylius in Berlin krankheitshalber die Führung seines Geschäftes an, und als er bald darauf starb, hatte V. testamentarischer Bestimmung zufolge die ganzen Verhältnisse des Geschäfts zu leiten und zu ordnen. Er blieb nun in Berlin und gründete hier 1786 ein eigenes Verlagsgeschäft, das sich sehr günstig entwickelte. Sein bekanntestes Verlagswerk war hier Goethe's Hermann und Dorothea, für das er dem Dichter 1000 Ducaten bezahlt haben soll. Die freundschaftlichen Beziehungen zu Campe währten fort. Das war nicht nur für die Entwicklung des Verlags von Einfluß — so ist Campe's Robinson bis auf den heutigen Tag ein äußerst gängiger Artikel desselben—, sondern es führte auch zu der Vermählung Vieweg's mit Campe's einziger Tochter Sophie Elis. Lucie Charlotte (der „Lotte“ im Robinson), der er am 27. October 1795 die Hand reichte. Campe war derzeit längst nach Braunschweig gezogen. Hier wünschte Herzog Karl Wilhelm Ferdinand damals durch die Begründung einer Buchhändlermesse und Buchhändlerbörse dem deutschen Buchhandel einen neuen Mittelpunkt zu geben. Er hielt V. für den geeigneten|Mann, ihm bei Ausführung dieses Planes behülflich zu sein, und da die Vorschläge, die ihm dieser zu dem Ende unterbreitete, seine Zustimmung fanden, so siedelte V. auf des Herzogs Wunsch im Frühjahr 1799 ganz nach Braunschweig über. Dieser Uebergang wurde ihm von dem Herzoge in jeder Weise erleichtert. Als V. sich sogleich das große, noch jetzt bestehende Geschäftshaus am Burgplatze erbaute, schenkte er ihm den Theil des Baugrundes, auf dem das baufällig gewordene Komödienhaus stand, auch unterstützte er ihn auf das freigebigste durch Ueberweisung von allerlei Baumaterialien und freien Arbeitskräften, sowie durch Vorschießung bedeutender Capitalien u. s. w. Ebenso kam er ihm bei Errichtung einer Ziegelbrennerei, die zunächst zum Hausbau dienen sollte, dann aber fortgesetzt wurde, entgegen; und für die Zwischenzeit bis zur Vollendung des Neubaues (1804) räumte er ihm für Buchhandlung und Druckerei im sog. Mosthause (der Burg Dankwarderode) geeignete Räumlichkeiten unentgeltlich ein. Kamen nun auch die weitgehenden Absichten des Herzogs infolge der Ungunst der Zeitverhältnisse, in die dieser als politischer und militärischer Berather der Krone Preußen tief verwickelt war, nicht zur Ausführung, so nahm doch das Geschäft Vieweg's bald einen erfreulichen Aufschwung. Er vereinigte mit seiner eigenen Handlung die von seinem Schwiegervater 1786 durch Ankauf der Waisenhausbuchhandlung begründete Schulbuchhandlung, deren Name für das Sortimentsgeschäft noch heute in Geltung ist, und kaufte schon um Pfingsten 1799 von E. W. G. Kircher, der nach Goslar verzog, dessen Druckerei. Als in der Napoleonischen Zeit, wo V. als Günstling des vertriebenen Herzogs manchen Verdächtigungen ausgesetzt war, die Verlagsgeschäfte darniederlagen, richtete er sein Augenmerk besonders auf die Druckerei, zu der er eine Schriftgießerei und Spielkartenfabrik anlegte. Große Sorgfalt widmete er der typographischen Ausstattung seiner Bücher, die sich hierdurch vortheilhaft von anderen unterschieden. Nach Beendigung der westfälischen Herrschaft entwickelte sich dann auch der Verlag wieder in erwünschtester Weise. Der öffentlichen Interessen nahm V. sich zuerst während der Fremdherrschaft, wo die Gemeindeverwaltung der Stadt sich freier gestaltete, mit Eifer an; die Anschuldigungen, die deshalb nachher über ihn verbreitet wurden, überwand er bald, und er hat auch später als Stadtverordneter und sonst seine communale Thätigkeit mit Erfolg fortgesetzt. Im J. 1824 beabsichtigte er auch eine vaterländische Wochenschrift ("Braunschw. Hauschronik") herauszugeben, die dann aber doch nicht zu Stande kam. Allgemeineren Charakter hatte das „Mitternachtblatt für gebildete Stände“, das seit Januar 1826 unter Ad. Müllner's Leitung herauskam, 1828 aber wegen der Streitigkeiten, in die Müllner mit V., wie mit andern Verlegern, bald gerieth, in Niedmann's Verlag in Wolfenbüttel überging. Da V. kränkelte, so nahm er 1825 seinen ältesten Sohn Eduard als Theilnehmer in das Geschäft auf, das seitdem bis heute die Firma „Friedrich Vieweg und Sohn“ führt. Doch blieb er noch bis an sein Lebensende in rüstiger Thätigkeit; er starb am 25. December 1835, seine Gattin im Jahre vorher am 22. Juli 1834.

    Während ein jüngerer Sohn Friedrich (geboren 1808, 1888) im J. 1837 in Paris eine eigene Verlagsbuchhandlung gründete und eine der Töchter, Blanca, den bekannten Verlagsbuchhändler George Westermann (s. d.) heirathete, ging das Geschäft des Vaters auf den ältesten Sohn Hans Heinrich Eduard V. über. Dieser war am 15. Juli 1797 in Berlin geboren, kam aber schon 1799 nach Braunschweig, wo er unter Campe's Einflusse eine Erziehung erhielt, die vor allem auf körperliche Ausbildung und praktische Tüchtigkeit abzielte. Er besuchte hier das Gymnasium, trat dann aber schon am 14. December 1813 bei der Rückkehr des rechtmäßigen Herzogs Friedrich Wilhelm voll vaterländischer Begeisterung in die Elitecompagnie des braunschweigischen Husarenregiments ein;|bereits am 1. Januar des folgenden Jahres zum Sergeanten befördert, machte er den Feldzug nach Brabant mit, doch sah er sich wegen eines durch das Reiten veranlaßten Fußübels schon im Juli 1814 genöthigt, Urlaub zu nehmen, dem im April 1815 seine gänzliche Entlassung gefolgt zu sein scheint. Er mußte in der Folge mehrere Jahre auf dem Lager zubringen und behielt ein steifes Fußgelenk. Nachdem er die erste Anleitung für den Beruf des Vaters in dessen Geschäft erhalten hatte, ging er 1821 zu weiterer Ausbildung nach Hamburg, wo er zwei Jahre in einem verwandten Hause, bei Hoffmann und Campe, arbeitete. Die folgenden Jahre verbrachte er auf Reisen in Frankreich und England. Hier gewann er nicht nur für seine geschäftliche Ausbildung, sondern für seine ganze Lebensauffassung bleibende Anregungen. In Paris lernte er Justus Liebig kennen, mit dem er bis zum Tode geschäftliche und freundschaftliche Beziehungen unterhielt. Der Aufenthalt in England, dessen freie Staatseinrichtungen ihn ungemein anzogen, wurde besonders für seine politische Auffassung bedeutungsvoll. Von 1825 ab blieb er in Braunschweig; in diesem Jahre trat er als Theilnehmer in das Geschäft des Vaters ein und vermählte sich (23. Mai) mit Luise Campe, einer Tochter des Finanzraths Heinr. Wilh. Campe in Leipzig. Im Geschäfte wandte er seine Hauptsorgfalt zunächst auf die technische Seite. Aus Paris hatte er 1822 eine eiserne Presse und aus England im nächsten Jahre eine der ersten Columbiapressen, die nach Deutschland kamen, mitgebracht; er erwarb ein Patent auf letztere und veranlaßte, daß die Eisenhütten zu Zorge am Harz nun auch Pressen dieser Art herstellten, die in viele Druckereien übergingen. Außer auf guten Druck, sah V. bei seinen Verlagswerken auch eifrig auf eine gediegene, geschmackvolle Ausstattung; insbesondere verstand er durch gute Holzschnitte, die von 1841 ab in einer eigenen, von ihm errichteten Werkstätte hergestellt wurden, die Verständlichkeit der Texte in wirksamer Weise zu unterstützen. Mit seinem Bruder Karl, der Landwirth war, legte er auf dem Gute Wendhaufen, das sie 1836 auf 99 Jahre pachteten und das sein Sohn 1873 käuflich an sich brachte, eine Papierfabrik an (Firma „Gebrüder Vieweg"), so daß fast alles, was das Geschäft gebrauchte, in eigenen Werkstätten angefertigt wurde. Bei der Annahme neuer Verlagswerke bevorzugte V. vor allem die naturwissenschaftlichen Fächer: es waren besonders chemische, physische, physiologische, naturhistorische, mathematische und technische Bücher, und zwar großentheils die der führenden Geister auf diesen Gebieten, die hier Aufnahme fanden. Einen großen Scharfblick bewährte V. in der Kunst, aufkeimende Talente früh zu erkennen und für seinen Verlag zu gewinnen. Diesen auf der Höhe zu halten, scheute er kein Opfer und keine Mühe; die freundschaftlichen Beziehungen, in die er zu vielen dieser Gelehrten trat, die Hochachtung, die man allgemein seiner Geschäftskenntniß und seiner ganzen Persönlichkeit zollte, kamen ihm hier trefflich zu statten. Zahlreiche Werke, wie z. B. das Handwörterbuch der Chemie, das anfangs von Hermann Kolbe, später von Herm. v. Fehling herausgegeben wurde, werden seinen Namen mit der Geschichte jener Wissenschaften auf immer verknüpsen. Auch auf die Verbreitung nützlicher Kenntnisse in weiteren Kreisen, die Verwerthung ernster Forschung für die Zwecke des Lebens war sein praktischer Sinn emsig bedacht und auch diesem Bestreben verdanken nicht wenige Bücher ihre Entstehung. Mit gleich regem Eiser nahm sich V. aber auch der öffentlichen Interessen an, theils im Kreise der deutschen Buchhändler, theils auf dem Gebiete der Stadt- und der Staatsverwaltung seines engeren Vaterlandes, wie des politischen Lebens in Deutschland im allgemeinen. Lange Jahre (1838—50) gehörte er dem Rechnungsausschusse des Börsenvereins der deutschen Buchhändler an, wiederholt auch den Ausschüssen, die der Verein zur Berathung wichtiger Fragen niedersetzte. Sein Wort war hier stets von größtem Gewichte,|sein Bestreben für Preßfreiheit, einen sicheren litterarischen Rechtszustand, eine zweckmäßige Organisation des deutschen Buchhandels zu wirken, vom besten Erfolge. Den communalen Angelegenheiten widmete er von Jugend auf eine thätige Theilnahme. In den Wirren des Jahres 1830 wurde er Adjutant des Commandeurs der neuerrichteten Bürgergarde; lange Jahre war er Kirchenvorsteher der reformirten Gemeinde (1829—69), Stadtverordneter (1839—55), Mitglied der Landesversammlung (Dec. 1848—67). Außerdem war er 1852 bei der Begründung der Braunschweiger Bank, deren Directorium er bis zum Jahre 1861 angehörte, wesentlich betheiligt. Und überall, wo er eine Aufgabe übernahm, entfaltete er trotz der Fülle von Arbeit, die ihm sein Geschäft auferlegte, eine rastlose, verständnißvolle und erfolgreiche Thätigkeit. Als in Braunschweig vorübergehend der Plan auftauchte, die oberste Leitung der Stadt als Ehrenamt einem angesehenen Bürger zu übertragen, faßte man V. für diese Stelle ins Auge.

    Die Entwicklung der deutschen Verhältnisse verfolgte V. mit lebhaftem Interesse und durch die Organe, die er ins Leben rief, hat er nicht unbedeutend dazu beigetragen, den Ideen, die er vertrat, Verbreitung und Stärkung zu verschaffen. Er verfolgte eine maßvoll liberale Richtung und erstrebte unter Preußens Hegemonie ein auf ehrlich föderativer und freiheitlicher Grundlage geeinigtes Deutschland. In diesem Sinne und zunächst besonders zur Erregung constitutionellen Lebens wirkte seit dem 23. Aug. 1831 die „Deutsche Nationalzeitung aus Braunschweig und Hannover“, die unter Redaction von Heinrich Hermes erschien. Sie bestand bis Ende des Jahres 1840 (?), wo die Belästigungen der Censur ihr ein Ende machten. Als dann 1848 das politische Leben einen neuen Aufschwung nahm, verlegte V. ein neues Zeitungsblatt; es war die „Zeitung für das deutsche Volk“, die vom 20. März bis 30. Juni 1848 durch eine provisorische Redactionscommission, der E. Trieps, J. W. Oesterreich, F. Liebe und W. Aßmann angehörten, redigirt wurde und dann vom 1. Juli an als „Deutsche Reichszeitung“, anfangs unter Redaction von Karl Andree, dann unter der von Herm. Baumgarten (19. Febr. 1850 bis 9. April 1852) erschien. Thätigen Antheil nahm V. an der Politik im Herbste 1849 als Mitglied der deutschen Kaiserpartei in Gotha; im folgenden Jahre wurde er durch das Vertrauen seiner Landsleute so gut wie einstimmig zum Abgeordneten des Erfurter Parlaments gewählt. Als dann die schleswig-holsteinische Frage auftauchte, war V. 1863 auf dem Abgeordnetentage zu Frankfurt und gehörte dem Centralausschusse der 36er an. Die weitere Entwicklung der deutschen Sache war nicht nach seinem Sinne; die Ereignisse des Jahres 1866 erfüllten ihn mit banger Sorge. Er fürchtete eine undeutsche und freiheitsfeindliche Neutralisation der Gewalt, konnte in einem „in particularistischer Weise auf soldatische Machtvergrößerung ausgehenden Preußen“ kein Heil für Deutschland erblicken und sah durch die Neugestaltung Deutschlands die berechtigten Eigenthümlichkeiten der Stämme und die segensreiche Mannichfaltigkeit des deutschen Wesens auf das ärgste gefährdet. Sein fester, starrer Charakter konnte die Grundsätze, für die er lange Jahre hindurch mit warmer Ueberzeugung gestritten, wie die Selbständigkeit Schleswig-Holsteins u. a., nicht leichthin aufgeben; es erfüllte ihn mit Ingrimm und Abscheu, daß Männer, die bis dahin zu seiner Fahne hielten, jetzt willenlos dem Erfolge huldigten. Da er sich aber mit seinen Ansichten mehr und mehr verlassen sah, so stellte er am 2. August 1866 das Erscheinen der Reichszeitung „bis auf bessere Tage“ ein; in einem „Abschiedsworte an die Leser“ gab er den Empfindungen, die ihn beseelten, unverhohlenen, kräftigen Ausdruck. Alle diese Ereignisse setzten ihn in die gewaltigste Erregung; als eine Folge davon betrachtete man den Schlagfluß, der|ihn in der Nacht vom 28. zum 29. October des Jahres traf und den thätigen Mann an das Krankenlager fesselte, von dem er erst am 1. December 1869 durch den Tod erlöst wurde. Seine Wittwe überlebte ihn bis zum 16. Mai 1888.

    Die Firma ging nun auf den einzigen Nachkommen Hans Heinrich Rudolf V. über. Er war am 11. Februar 1826 in Braunschweig geboren, hatte bis Ostern 1843 das Gymnasium daselbst besucht und war dann Buchhändler geworden. Nachdem er drei Jahre in der von R. Oldenbourg geleiteten, Litterarisch-artistischen Anstalt der J. G. Cotta'schen Buchhandlung in München gearbeitet und darauf zwei Jahre in Heidelberg, wo er insbesondere mit Henle und Hettner bekannt wurde, Naturwissenschaften studirt hatte, trat er 1850 als Einjährigfreiwilliger in das Braunschweigische Husarenregiment ein; unterm 3. August 1854 wurde er zum Secondlieutenant der Landwehrcavallerie befördert. Größere Reisen durch England. Oesterreich und Italien vollendeten seine allgemeine Ausbildung, während ihn der Aufenthalt bei der Firma F. A. Brockhaus in Leipzig im Winter 1852 auf 53 speciell für seinen Beruf vorbereitete. Noch in dem Jahre 1858 trat er als Theilnehmer in das väterliche Geschäft, das er seit der Krankheit des Vaters als selbständiger Leiter übernahm. Durch einen Um- bezw. Neubau des Geschäftshauses, eine Erweiterung der Papierfabrik u. a. trug er zu einem weiteren Aufblühen desselben bei; wie schon sein Vater, so suchte auch er ganz besonders den naturwissenschaftlichen Verlag zu pflegen. Lagen dem Vater neben der Sorge für das Geschäft hauptsächlich die öffentlichen Angelegenheiten am Herzen, so erfüllten ihn besonders künstlerische Interessen. Daheim und auf ausgedehnten Reisen, die er u. a. in Gemeinschaft mit dem Naturforscher Heuglin bis tief nach Afrika hinein erstreckte, brachte er mit bedeutenden Geldopfern eine reiche Sammlung von Kunstschätzen aller Art zusammen, denen er in seinem neu erbauten, stattlichen Wohnhause mit künstlerischem Geschmacke eine würdige Unterkunft bereitete. Volles Verständniß fand er in diesen Bestrebungen bei seiner Gattin, Helene geb. Brockhaus, einer Tochter des Leipziger Verlagsbuchhändlers Heinr. Brockhaus, die er am 30. Mai 1855 geheirathet hatte. Außerdem bewies V. auch der Fischzucht in Deutschland und Oesterreich ein lebhaftes, thätiges Interesse. Lange Jahre von Asthma gequält, starb er an einer Lungenentzündung am 3. Februar 1890. Da sein einziger, hoffnungsvoller Sohn Eduard, der wie Vater und Großvater im Husarenregimente gedient hatte und unterm 27. Jan. 1884 Reserveofficier geworden war, ihm bereits am 25. November 1887 nur 29 Jahre alt im Tode vorangegangen war, so ging die Firma nun auf seine Frau und seine einzig ihn überlebende Tochter Helene über, die sich am 29. April 1891 mit dem Lieutenant Bernhard Tepelmann vermählte, der dann im Juli 1891 ebenfalls in das Geschäft eintrat.

    • Literatur

      G. Th(omälen), Verlagsbuchhandlung Friedrich Vieweg und Sohn in Braunschweig (c. 1891), und die hier genannte Litteratur. — Mittheilungen aus der Familie und dem Geschäft. — Acten des herzogl. Landeshauptarchivs in Wolfenbüttel.

  • Autor/in

    P. Zimmermann.
  • Empfohlene Zitierweise

    Zimmermann, Paul, "Vieweg" in: Allgemeine Deutsche Biographie 39 (1895), S. 689-693 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd129218472.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA