Lebensdaten
1709 bis 1769
Beruf/Funktion
Bildhauer
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 12910048X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Benckart, Johann Peter
  • Benckert, Johann Peter
  • Benkart, Johann Peter
  • mehr

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Benkert, Johann Peter, Indexeintrag in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd12910048X.html [31.08.2016].

CC0

Artikel noch nicht erschlossen.

Benkert, Johann Peter

  • Leben

    Benkert: Johann Peter B., Bildhauer, geb. 1709 zu Neustadt an der fränkischen Saale, zu Potsdam 1769. Ursprünglich von einem Stümper in seiner Kunst unterrichtet, kam er später nach Eichstädt zu Kaspar Eygen und von da nach München, wo er sich durch das Studium berühmter Werke und der Natur ausbildete. Seinen ersten größeren Wirkungskreis fand er am fürstbischöflichen Hofe zu Bamberg, in welcher Stadt u. a. das Bürgerspital noch Arbeiten von ihm besitzt. Von dort siedelte er nach Potsdam über. Zuerst mit|untergeordneteren Arbeiten und Stuckdecorationen unter dem Bildhauer Stahl zu Charlottenburg beschäftigt, wurde er bald selbständig und allmählich einer der am meisten beschäftigten Bildhauer Friedrichs des Großen. Das Lob, welches M. Oesterreich in seiner Beschreibung von Sanssouci seinen Leistungen spendet, verstehen wir heut nicht mehr. Nichts von seinen Arbeiten erhebt sich über das Niveau einer starken Mittelmäßigkeit; es sind eben decorative Sculpturen, wie sie das Rococo für seine Architekturen und Parkanlagen so zahlreich brauchte. Zu seinen besseren Leistungen gehören die Gruppen Apollo und Minerva mit Nymphen vor dem Hofportal des Potsdamer Schlosses, doch fehlt auch ihnen wirkliches Leben; die kleinen Köpfe sind ausdruckslos, die Behandlung des Nackten von der conventionellen Art, die dem vorigen Jahrhundert eigen. Die vier Karyatiden desselben Portals sind gleichfalls von ihm. An dem japanesischen Hause im Park von Sanssouci arbeitete er zusammen mit Heinmüller die Einzelgestalten und Gruppen von mannigfach beschäftigten Japanesen in Sandstein. Die Figuren sind lebhaft bewegt und ohne zu große anatomische Verstöße gezeichnet; gehören dadurch zu den besseren Decorationen dieser Zeit in Potsdam. Viel schlimmer sind die sieben von den achtzehn Marmorstatuen vor der Bildergallerie in Sanssouci, die von ihm herrühren. Ob auch die barocken Gedanken der Darstellung ihn oder etwa den Architekten Büring zum Erfinder haben, ist nicht zu entscheiden. Noch zahlreiche andere Bildwerke an Gebäuden in Berlin und Potsdam rühren von ihm her, wie er auch an der inneren Decoration der königlichen Schlösser mannigfachen Antheil hatte.

    • Literatur

      Nicolai, Beschr. von Berlin u. Potsdam. Jäck, Pantheon (v. Reider). Manger, Baugesch. v. Potsdam.

  • Autor

    Dohm.
  • Empfohlene Zitierweise

    Dohm, "Benkert, Johann Peter" in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 335-336 [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd12910048X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA