Lebensdaten
um 1673 bis 1731
Beruf/Funktion
Komponist ; Hofkapellmeister
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 128739312 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Greber, Johann Jakob
  • Greber, Jakob
  • Greber, Johann Jakob
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Greber, Jakob, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd128739312.html [23.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    Katharina Elis. v. Douven; mindestens 4 K.

  • Leben

    G. studierte in Italien. Er ging vermutlich 1702 mit der toskanischen Sängerin Francesca Margarita de l'Epine nach London. Am 8.6.1703 wird ihr Auftritt in der Aufführung des Werkes „The Fair Penitent“ in Lincoln's Inn Fields Theatre im „The Daily Courant“ erwähnt, wozu G. die Instrumentalmusik schrieb. Er begleitete sie in manchen Konzerten. Die l'Epine, als „G.s Peg“ bekannt, war wahrscheinlich seine Geliebte, heiratete aber später J. C. Pepusch. Mit G.s Pastoral „Gli amori d'Ergasto“ (The loves of Ergasto), das er um 1701 für Wien geschrieben hatte, wurde am 9.4.1705 das neuerbaute Queen's Theatre (später King's Theatre) in London am Haymarket eröffnet. Es war die 1. in London aufgeführte italienische Oper. Das Werk (auch die 2. Aufführung am 24.4.) hatte keinen Erfolg. G. muß bald danach London verlassen haben, denn am 23.6.1705 erscheint er in einer Taufurkunde als Kapellmeister des Pfalzgrafen Karl Philipp in Düsseldorf. Demnach war er bereits zu dieser Zeit von Karl Philipp zum Kapellmeister ernannt worden, der ihn 1707 von seinen schlesischen Besitzungen nach Innsbruck mitnahm. Hier wurde im Mai 1708 G.s festa teatrale „L'allegrezza dell'Eno“ (nur gedruckter Text erhalten) zur Feier der Durchfahrt der Gemahlin König Karls VI. von Spanien, Elisabeth Christine, aufgeführt. Im selben Jahr wurde G. Hofkapellmeister. 1708 und 1711 wurde „Gli amori d'Ergasto“ wahrscheinlich auch in Wien aufgeführt. 1711 wurde das in Innsbruck wiederhergestellte Komödienhaus mit G.s Oper „Enea in Cartagine“ (nicht erhalten) eröffnet. Karl Philipp behielt G., als er Kurfürst von der Pfalz geworden war und 1717 nach Neuburg an der Donau, 1718 nach Heidelberg und 1720 nach Mannheim zog, in seinen Diensten. Durch den Zusammenschluß der Innsbrucker und der Düsseldorfer Kapelle stand G. neben J. H. Wilderer als Hofkapellmeister der Mannheimer Kapelle vor, aus der sich einige Jahrzehnte später die weltberühmte Mannheimer Schule entwickelt hat. 1717 arbeitete G. mit A. Stricker und G. Finger an der Oper „Crudeltà consuma amore“ (nur Text erhalten), wozu er den 1. und 3. Akt schrieb. Als Hofkammerrat hatte er auch organisatorische Aufgaben (zum Beispiel die Besoldung der Musiker durchzuführen und ihre Beschwerden weiterzuleiten), wie das aus Reskripten Karl Philipps von 1719 hervorgeht. 1717-23 hat G. mehrere Werke geschrieben. Zuletzt wird er 1723 in einer Hofliste genannt.

  • Werke

    Weitere W u. a. 4 erhaltene Kantaten, davon Fuori di sua capanna, in: H. Riemann, Ausgew. Kammer-Kantaten, Nr. 4, 1911.

  • Literatur

    F. Walter, Gesch. d. Theaters u. d. Musik am kurpfälz. Hofe, 1898;
    A. Einstein, Ital. Musiker am Hofe d. Neuburger Wittelsbacher (1614–1716), in: Sammelbde. d. Internat. Musikges. IX, 1907/08;
    W. J. Lawrence, The Early Years of the First Engl. Opera House, in: Musical Quarterly 7, New York 1921, S. 104-09;
    A. Loewenberg, Annals of Opera, Cambridge 1943, Genf 21955 (2 Bde.);
    W. Senn, Musik u. Theater am Hof zu Innsbruck, 1954;
    G. Steffen, Joh. Hugo v. Wilderer (1670–1724) Kapellmeister am kurpfälz. Hofe zu Düsseldorf u. Mannheim, in: Btrr. z. rhein. Musikgesch. 40, 1960;
    Grove;
    J. A. Westrup, in: MGG V, Sp. 755 f. (W, L.).

  • Autor/in

    Gerhard Steffen
  • Empfohlene Zitierweise

    Steffen, Gerhard, "Greber, Jakob" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 16 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128739312.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA