Lebensdaten
1651 – 1720
Geburtsort
Pfullingen
Sterbeort
Tübingen
Beruf/Funktion
lutherischer Theologe ; Professor der Theologie in Tübingen
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 128717866 | OGND | VIAF: 20743013
Namensvarianten
  • Pfaff, Johann Christoph
  • Pfaff, Joh. Christophorus
  • Pfaff, Johannes Christoph
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Objekt/Werk(nachweise)

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Zitierweise

Pfaff, Johann Christoph, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd128717866.html [29.03.2024].

CC0

  • Biographie

    Pfaff: Johann Christoph P., lutherischer Theolog des 17.—18. Jahrhunderts, der Vater des Kanzlers Chr. Matth. Pfaff, ist geboren am 28. Mai 1651 zu Pfullingen im Herzogthum Würtemberg, am 6. Februar 1720 zu Tübingen. — Sein Vater war Johann Wilhelm Pfaff, geboren in Urach, seit 1649 Stadtpfarrer in Pfullingen, 1663 als Specialsuperintendent in Göppingen. (Die Familie war im 16. Jahrhundert aus dem Aargau in Würtemberg eingewandert; der älteste bekannte Stammvater war Caspar P., Kupferschmied, aus Aarau; sein Sohn Wilhelm P., Gerichtsverwalter in Urach; sein Enkel Johann P., Superintendent in Urach, zuletzt Abt von Königsbronn, zur Zeit des dreißigjährigen Kriegs; sein Urenkel Johann Wilhelm P., der Vater des Professors, Großvater des Kanzlers.) Nach seines Vaters frühem Tode durchlief Christoph die Klosterschulen zu Hirschau und Bebenhausen, studirte 1670 ff. im Stift zu Tübingen, wurde 1673 Magister, dann Repetent, 1683 Diaconus in Urach, 1685 Diaconus an der St. Leonhardskirche in Stuttgart,|1697 ordentlicher Professor der Philosophie (Logik und Metaphysik) in Tübingen, 1699 Dr. theol. und außerordentlicher Professor in der theologischen Facultät, auch Abendprediger an der Stiftskirche und Superattendent des theologischen Stipendiums, 1705 Decan und erster Superattendent. In dieser Stellung blieb er, von seinen Collegen geachtet, von seinen Schülern hochverehrt wegen seines gediegenen theologischen Wissens und wegen der Lauterkeit seines Charakters, bis zu seinem Tod, nachdem er wenige Jahre zuvor (1717) noch die Freude erlebt, seinen einzigen Sohn Christoph Matthäus zum Collegen im akademischen Lehramt zu erhalten. Seine Tochter Johanna, des Kanzlers ältere Schwester, war die Gattin des Tübinger Professors Johann Christan Klemm ( 1754). Pfaff's akademische Lehr- und schrifstellerische Thätigkeit erstreckte sich auf verschiedene theologische Disciplinen, insbesondere auf Erklärung des Alten und Neuen Testaments, auf Dogmatik und theologische Polemik. So schrieb er Dissertationen über das Evangelium Matthäi, Anmerkungen zur Synopse des Tübinger Theologen Th. Thumm, eine „Sylloge controversiarum“, Abhandlungen de theologia mystica, de ubiquitate, insbesondere aber einen Beweis für die Wahrheit der evangelischen Kirchenlehre aus dem canonischen Recht ("Dogmata Protestantium ex jure canonico comprobata“ 1712).

    • Literatur

      Eine kurze Lebensbeschreibung von ihm lieferte sein Sohn, der Kanzler, Tübingen 1720, 4°. Außerdem vgl.: Stoll, Würtemb. Magisterbuch S. 297. — Leporin, Leben der Gelehrten S. 770 ff. — Bibl. Brem. IV, 772 ff. —
      Hirsching, Handbuch VII, 1, 99. —
      Jöcher-Rotermund III, 1484; V, 2156. — Bök-Eisenbach-Klüpfel-Weizsäcker, Gesch. der Tübinger Universität und theol. Facultät.

  • Autor/in

    Wagenmann.
  • Zitierweise

    Wagenmann, Julius August, "Pfaff, Johann Christoph" in: Allgemeine Deutsche Biographie 25 (1887), S. 591-592 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128717866.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA