Lebensdaten
um 1560 bis 1590
Geburtsort
Imst (Tirol)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Musiker ; Kontrapunktist ; Komponist ; Franziskaner ; Priester
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 124326501 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Amon, Anton Blasius
  • Ammon, Blasius
  • Ammon, Anton Blasius
  • mehr

Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der GND - Bekannte und Freunde

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Aus dem Register von NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Amon, Blasius, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd124326501.html [20.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    Wahrscheinlich aus einer von Bamberg nach Imst um 1550 zugezogenen fränkischen Familie.

  • Leben

    Seine musikalische Ausbildung erhielt A. als Sängerknabe in der Hofkapelle des Erzherzogs Ferdinand I. in Innsbruck unter der Leitung|von Wilhelm Bruneau und mit herzoglichem Stipendium etwa 1575-77 in Venedig, vielleicht bei Andrea Gabrieli. 1578-80 hielt er sich wieder in Innsbruck auf, widmete 1582 dem Abt des Zisterzienserklosters Zwettl, Johann Ruoff, sein erstes Werk und war 1585 bis 1587 Kantor im Zisterzienserkloster Heiligkreuz. 1587 trat er in Wien dem Franziskanerorden bei und erhielt später die Priesterweihe. – A. ist einer der ersten deutschen Musiker, die sich in Italien die prächtige venezianische Doppelchortechnik angeeignet haben, und gleichzeitig steht er mit seinen Werken an der Schwelle zur Generalbaßzeit, wie aus den Bearbeitungen seiner Werke für Chor und Orgelbegleitung von Johann Donfried (1627/28) hervorgeht.

  • Werke

    Liber sacratissimarum (quas vulgo introitus appellant) cantionum, Wien 1582;
    Missae, ebenda 1588;

    Sacrae cantiones quas vulgo moteta vocant, München 1590;

    Breves et selectae quaedam Motetae, ebenda 1593;

    Introitus dominicales per totum annum, Wien 1601;

    Kirchenwerke I, hrsg. v. C. Huigens, in: Denkmäler d. Tonkunst in Österr., 38, Wien 1938;

    außerdem 9 Motetten, in: F. Commer, Musica sacra, Bd. 21, 1880;
    Tenebrae factae sunt, hrsg. v. H. Maudt, 1938.

  • Literatur

    ADD I (unter Ammon);
    C. Huigens OFM, B. A. ca. 1560-1590, Diss. Wien 1914 (ungedr.), T. 1 in: Stud. z. Musikwiss., Bd. 18, 1931, S. 3 bis 22;
    A. Geering, in: MGG.

  • Autor/in

    Arnold Geering
  • Empfohlene Zitierweise

    Geering, Arnold, "Amon, Blasius" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 255 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd124326501.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Ammon: Anton Blasius A., angesehener Contrapunktist des 16. Jahrh., aus Tirol stammend und nachmals in bairischen Diensten zu München, wo er auch gestorben ist. Nach Fétis, „Biogr.“ I. 90, wäre er geb. 2. Jan. 1517 und gest. 9. April 1614, mithin fast 100 Jahre alt geworden; aber nach Walther ist eine „Collection Geistl. Cantiones“ von seiner Arbeit, welche Adam Berg zu München 1590 druckte, schon als opus posthumum bezeichnet. Er soll ein fleißiger Componist gewesen sein und eine große Anzahl Werke publicirt haben, doch sind seine bekannten Opera nicht sehr zahlreich und auch die großen Zeiträume, durch welche die früheren von einander getrennt sind, lassen auf Verluste schließen. Zu nennen sind: „Sacrae Cant. 4—6 voc.“ Monach. 1540. „Kurze Motetten 4—6 voc. auf versch. Heiligenfeste“, ebd. 1554. „Liber sacratissimar., quae vulgo introitus appell., cantionum selectis singul. dieb. festivis, 5 voc.“, Viennae, Creuzer 1582. „Missae quatuor, unica pro Defunct. 4 voc.“ ibd. Formica, 1588. Alle folgenden sind bei Adam Berg zu München, der Ammon's Nachlaß an sich gebracht haben soll, herausgekommen; doch scheinen einige darunter nur neue Aufl. früherer Drucke zu sein: „Sacrae Cant. quas vulgo Motetas vocant, 4—6 voc.“, — nebst einigen Hymnen auf die Geburt, Auferstehung und Himmelfahrt, 1590 (wol nur durch die Hymnen vermehrte Aufl. des Drucks von 1540); „Missae breves 4 voc.“, 1591; „Breves et select. quaedam Motettas 4—6 voc.“, 1593 (vielleicht nur neue Aufl. des Werkes von 1554); „Quatuor Missae 4—6 voc.“, 1593. Auch Sammler schmückten ihre Blumenlesen mit Tonstücken von A., und es finden sich solche noch in Bodenschatz, „Florileg. Portense“, 1603 und 1618, sowie in Donfried's „Promptuar“. 1627.

    • Korrektur

      Korrektur: Vgl. den Aufsatz Eitner's über Blasius Ammon in den Monatsheften f. Musik-Geschichte 1886 Nr. 2; danach beruht der Vorname Anton auf einem von Gerber ausgehenden Irrthum; Ammon's erstes Druckwerk ist vom Jahre 1582 (Liber sacratissim.). Danach dürfte auch das von Fétis ohne Gewährsmann angegebene Geburtsjahr falsch und zu früh sein.

  • Autor/in

    v. Dommer.,
  • Empfohlene Zitierweise

    Dommer, Arrey von, "Amon, Blasius" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 404 unter Ammon [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd124326501.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA