Lebensdaten
vermutlich 949 bis 995 oder 996
Geburtsort
Bregenz
Sterbeort
Konstanz
Beruf/Funktion
Bischof von Konstanz ; Heiliger
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 120847930 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Gebhard II. von Konstanz
  • Gebhard II.
  • Gebhard II. von Konstanz
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Porträt(nachweise)

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Zitierweise

Gebhard II., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd120847930.html [31.05.2020].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. Geschl. d. Grafen v. Bregenz;
    V Gf. Udalrich (Uzo);
    M Dietburg;
    B Gf. Udalrich, Gf. Marquard, Liutfried (v. Winterthur).

  • Leben

    Vor seiner Bischofsweihe 979 in Mainz durch EB Willigis und Bischof Erkanbald von Straßburg war G. Konstanzer Domkleriker und Schüler des berühmten heiligen Bischofs Konrad. Er genoß das besondere Vertrauen Kaiser Ottos II. und wird dessen familiarissimus et compater genannt. Seine Sorge galt vor allem der Ausstattung der Konstanzer Bischofskirche und der Domschule. Um den Bischofssitz zu einem stärkeren Mittelpunkt religiösen Lebens zu gestalten, gründete G. 983 am nördlichen Rheinufer bei Konstanz das Benediktinerkloster Petershausen zu Ehren des heiligen Gregor des Großen, in das er Mönche aus Einsiedeln herbeirief. Den Grund und Boden für das neue Kloster tauschte er von der Abtei Reichenau ein und stattete die Gründung aus eigenem Besitz reichlich aus. Auf 2 Reisen, die er nach Rom unternahm, sorgte er für die Privilegierung seiner Stiftung und dafür, daß diese wertvolle Reliquien erhielt.

  • Literatur

    ADB VIII;
    Vita s. Gebehardi, in: MGH SS X, S. 582 ff.;
    Casus monasterii Petrishusensis, in: MGH SS XX, S. 621 ff., desgl. ed. O. Feger, in: Schwäb. Chron. d. Stauferzeit 3, 1956;
    Regg. Episcoporum Constantiensium I, 1895, Nr. 384-404;
    A. Ulmer, Der Gebhardsberg b. Bregenz, 1938;
    Der hl. G., Bischof v. Konstanz, hrsg. v. Th. Humpert, 1949;
    Festschr. z. Tausendj.feier d. hl. G., 1949;
    O. Feger, Gesch. d. Bodenseeraumes I, 1956, S. 206 ff.

  • Autor/in

    Karl Schmid
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmid, Karl, "Gebhard II." in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 114 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120847930.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Gebhard II., Bischof von Constanz, geb. 949, am 27. August 995 (wahrscheinlicher als 996). G. stammte aus einem der angesehensten Häuser von der östlichen und nordöstlichen Seite des Bodensees, von den Udalrichingern, als der jüngste Sohn des Grafen Ulrich VI., welcher nach urkundlichen Beweisen durch die Erwerbung der Stellung in Rätien oberhalb, später auch unterhalb der Landquart seine ererbte Gewalt erheblich vermehrt hatte. Der Petershauser Mönch nennt den Vater in seiner Stammbaumlegende Uozo von Bregenz, die über der Geburt des Sohnes verstorbene Mutter Dietpurg. G. kam unter Bischof Konrad (s. d. Art.) auf die Constanzer Domschule und erhielt, als Konrads Nachfolger Gaminolf (976—80) gestorben war, von Kaiser Otto II. Ring und Stab. Das bedeutendste, was der neue Bischof vollbrachte, war die Stiftung des Klosters Petershausen, auf einem durch ihn vom Kloster Reichenau eingetauschten, Constanz gegenüber auf dem rechten Rheinufer liegenden Grundstücke, 983. Zu der reichen Ausstattung des neuen Gotteshauses trug G. mit einem großen Theile seiner Erbgüter bei, vorzüglich im Umkreise des Bodensees. So wurde nicht nur des Gründers Leben hier in seiner Stiftung, allerdings erst im 12. Jahrhundert, beschrieben; sondern der gleiche Mönch gab auch in seiner 1156 begonnenen Klosterchronik, in den kulturhistorisch interessanten Abschnitten über die Anfänge von Petershausen, eine Geschichte des Stifters und seines Hauses. G. fand seine Ruhestätte in der mit großem Fleiße durch ihn errichteten und verzierten Kirche des hl. Papstes Gregorius zu Petershausen, worauf sich 1134 an eine erste Erhebung der Gebeine die Verehrung des Bischofs als eines Heiligen knüpfte. Der Name desselben, die Erinnerung an ihn und seinen Kultus verbindet sich voran mit dem durch seine Aussicht berühmten Gebhardsberge oberhalb Bregenz, wo sich in den Ruinen der durch die Schweden zerstörten alten udalrichingischen Feste, der Legende nach der Geburtsstätte des Bischofs, seit 1723 die G. geweihte kleine Wallfahrtskirche erhebt.

    • Literatur

      Die Vita Gebehardi. ed. Wattenbach. steht in den Mon. Germ., Script. Bd. X. S. 583—94; aber ebenso wichtig sind die Nachrichten von Lib. I. der Casus monast. Petrishus. Bd. XX. S. 627—39 (vgl. Neugart, Episcop. Constant. Bd. I. S. 297—306, sowie über die Bauthätigkeit in Petershausen die Abhandlung Zell's im Freiburger Diöces.-Arch., Bd. II. S. 345 ff.).

  • Autor/in

    Meyer von Knonau.
  • Empfohlene Zitierweise

    Meyer von Knonau, "Gebhard II." in: Allgemeine Deutsche Biographie 8 (1878), S. 453 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120847930.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA