Lebensdaten
um 1404 bis 1483
Geburtsort
Monheim (Schwaben)
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Maler ; Tafelmaler ; Freskomaler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119556960 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Angler, Gabriel

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Zitierweise

Angler, Gabriel, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119556960.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Conrad Angler, Plattner und Harnischmacher (1396–1406 und 1411-18 in München nachweisbar);| um 1441 Elsbet;
    T (Magda) Lena ( Dr. Hans Ruland, später Leibarzt Herzog Albrechts IV. von Bayern).

  • Leben

    Von Monheim aus wurde A. nach dem benachbarten Nördlingen zu dem dort sehr angesehenen Maler Berthold Landauer in die Lehre geschickt. Von geringen Unterbrechungen durch auswärtige Aufträge abgesehen, arbeitete er von 1430 an in München. Schon mit Aufträgen des bayerischen Herzogshofes bedacht, wurde er 1434 erster Münchner Stadtmaler und erwarb 1449 das stattliche Anwesen an der Nordseite des Marienplatzes in München. Um 1460 zwang ihn ein Augenleiden, seinem Arbeitsdrang Grenzen zu ziehen. Nach 1474 sind keine Tafelbilder oder Wandmalereien von ihm mehr bekannt. - Auffällig ist, daß dem 30jährigen A. sein erster Malauftrag für die Stadt München, ein breiter Retabelaltar für den Hauptchor der (frühgotischen) Münchner Frauenkirche mit 4275 rheinischen Gulden beglichen wird, einer die steuerliche Gesamteinnahme der Stadt während eines Jahres übersteigenden Summe. Bei A. ist der Bruch mit der frühgotischen Flächenprojektion, das Aufgeben einheitlicher, durch Ranken oder Ornamentgitter belebter Bildgründe deutlich zu spüren. Er gewinnt - freilich nicht auf einmal - Raum für die Einzelfigur wie für die Szene. Die räumliche Bezogenheit im Bilde, die vom Ende der 40er Jahre ab bei A. mehr und mehr herausgestellt wird, das aufsichtmäßige Erschließen einer ganzen Landschaft, wie bei der „Geburt Christi“ des Pollinger Marienaltars (1444), die individuelle Erfassung von Baum und Tier bei den Jagdszenen des Pollinger Kreuzaltars von 1440 (Umwandlung der typischen frühgotischen „Kugelbäume“ zu eigener, Zweige und Blätter hervorhebender Form!), das Abgehen von der idealen Typik und das Einströmenlassen realistischer, eigenwilliger, auf jeden Fall charakteristischer Züge gerade bei den Heiligengestalten, kündet sich als „neue Kunst“ an, die Mensch und Natur anders, unerbittlicher und auch nüchterner nimmt als die unmittelbar vorausliegende. Von den Schülern A.s ist sein unmittelbarer Nachfolger in München, Gabriel Mäleskircher, hervorzuheben, der die sorgfältige Untermalung und Grundierung, die A. zu eigen, in einer Art Feinstil fortgeführt hat, und Michael Wolgemut, der in Bezug auf Eigenwilligkeit der physiognomischen Gestaltung, in einem manchmal verbissenen, unheimlichen Realismus A. die Waage hält.

  • Werke

    Großes Votivbild d. Schlacht b. Alling an d. Nordwand d. Kapelle v. Hoflach, 1431;
    Bildtafel f. Abt Konrad III. v. Ettal ( 1439);
    Hochaltar d. Münchner Frauenkirche, 1435-37 (davon erhalten eine Tafel, Geburt Christi, Dt. Mus. Berlin);

    Predella eines Altars f. d. Freisinger Dom, um 1438 (jetzt Erzbischöfl. Finanzkammer München);

    2 Wandfriese f. d. städt. Trinkstube München, 1439/40;

    Marienaltar f. Kloster Kremsmünster, 1439 (?);

    Kreuzaltar f. Kloster Polling (b. Weilheim), 1440 (jetzt Bayer. Staatsgem.slg. München);

    Marienaltar f. Kloster Polling, 1444 (jetzt ebenda);

    Turmuhr f. d. Freisinger Dom, 1449;

    Wandmalereien im „Alten Hof“ zu München, Wittelsbacher Ahnenreihe mit Versbeschriftung, 1465 (z. T. erhalten, Bayer. Nat. Mus. München);
    Kreuzaltar d. Klosterkirche Tegernsee, 1474, an d. Bildern d. Schauseite maßgebend beteiligt (Bayer. Staatsgem.-Slg. München).

  • Literatur

    O. Hartig, Münchner Künstler u. Kunstsachen, 1926;
    G. Gilardone, Die Rettung eines bayer. Geschichtsdenkmals (Hoflacher Kirchlein), in: Die Heimat, Beil. z. Münchner Neueste Nachrichten, 2. Jg., Nr. 33, 18.9.1929;
    G. Wulz, in: Riesener Heimatbote, Nr. 137, 1938;
    O. Benesch, Üb. d. Altar v. Kremsmünster, in: Jb. d. Kunsthist. Slgg. in Wien, NF 2, 1928, S. 76 f.;
    G. R. Rückert, Der Meister d. Pollinger Marienaltars entdeckt?, in: Lech-Isar-Land, Jg. 11, H. 8, 1935;
    K. Feuchtmayr, Die Anfänge d. Münchner Tafelmalerei, Ausstellung: Neue Staatsgal. München, 1935;
    K. Föringer, Wandgemälde im Alten Hof München, in: Oberbayer. Archiv 12, 3. H., 1851/52, S. 206 ff.;
    A. Elsen, G. A., der Meister d. Pollinger Tafeln, in: Pantheon 14, H. 10, 1941, 219-25;
    ders., Münchens spätgot. Malerei, in: Hochland, Dez. 1936;
    L. Belling, Meister d. Pollinger Kreuz- u. Marienaltars, in: Dt. Kunst, hrsg. v. L. Roselius, Bd. VII, Lieferung 10, 1941, Tafel 123;
    ThB.

  • Autor/in

    Alois Elsen
  • Empfohlene Zitierweise

    Elsen, Alois, "Angler, Gabriel" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 294 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119556960.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA