Lebensdaten
1872 bis 1950
Geburtsort
Frankfurt/Main
Sterbeort
Neu-Isenburg (Hessen)
Beruf/Funktion
Buchdrucker ; Schriftgußtechniker ; Druckforscher
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 119511185 | OGND | VIAF: 32808400
Namensvarianten
  • Mori, Gustav
  • Mori, G.

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Zitierweise

Mori, Gustav, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119511185.html [29.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Georg Friedrich (1845–91), Tagelöhner, Auslaufer in F., S d. Emanuel (1819–90), Hirte in Biedenkopf/Lahn (Hessen), u. d. Auguste Katharina Margarethe Hosch (1823–78);
    M Anna Maria (1840–1908), T d. Ludwig Bayer (* 1812), Leineweber, Weinbauer in Alzey (Rheinhessen), u. d. Katharina Mayer (* 1808) aus Nierstein/Rhein;
    Frankfurt/Main 1897 Ida Henriette (1875–1964), T d. Georg Adam Albert (1832–77) aus Wertheim, Stadtsoldat in F., Musiklehrer in Bad Nauheim, u. d. Auguste Luise Walter (1845–1911);
    4 S Emil Gustav (1898–1981), Prokurist in Ingolstadt, Eugen Ludwig (1901–45), Prokurist in F., Heinrich Georg (* 1904), Buchhändler in Leipzig, Karl Alexander (1905–54), Buchdrucker in F.

  • Leben

    M. wuchs in der noch ganz von Handwerk und Kleinhandel geprägten Altstadt Frankfurts auf und brachte schon während der Schulzeit eine kleine Bibliothek von Klassikern und Geschichtswerken zusammen. Er erweiterte sie während seiner Buchdruckerlehre 1887-90 und begann zugleich mit dem Aufbau einer eigenen Sammlung zur Geschichte des Buchdrucks. In sein erstes Gesellenjahr fiel im Juni 1890 die 450-Jahrfeier der Erfindung der Buchdruckerkunst, die damit verbundene Ausstellung der Stadtbibliothek und die Begegnung mit der Inkunabelforschung. Die Gestalt Gutenbergs und die technische Seite der Erfindung des Buchdrucks beschäftigten ihn von da an für die Dauer seines Lebens. Als Buchdrucker war er 1892-94 in Andernach tätig, nach dem Militärdienst 1894-96 wieder in Frankfurt, zuerst als Schriftsetzer, 1898 in leitender Stellung, seit 1903 bei der Firma Minjon; von dort holte ihn David Stempel 1908 als Abteilungsleiter in seine noch junge Schriftgießerei. Ihr stand M. bis zu seinem Ruhestand 1945 vor. Als Autodidakt betrieb er daneben im Stadtarchiv und in der Stadtbibliothek Quellenstudien zur Geschichte des Buchdrucks. 1903 war er Mitbegründer der „Typographischen Gesellschaft Frankfurt“; aus diesem Jahr datiert auch seine erste Veröffentlichung. Seit 1916 war er Mitglied der 1901 in Mainz begründeten „Gutenberg-Gesellschaft“ und 1921-49 in deren Vorstand; außerdem war er seit 1908 als Mitglied, seit 1930 im Vorstand des „Frankfurter Vereins für Geschichte und Landeskunde“ tätig. M. wirkte am Ausbau des Gutenberg-Museums (gegr. 1900) mit, an der Abteilung Reproduktionstechnik des Deutschen Museums in München, 1914 an der Historischen Abteilung der Internationalen Buch- und Graphik-Ausstellung (BUGRA) in Leipzig, der Ibero-Amerikan. Ausstellung in Sevilla 1929, der Weltausstellung in Paris 1937, der „Gutenberg-Reichsausstellung“ in Leipzig 1940 und weiteren drucktechnischen Veranstaltungen. Dem 1939 von ihm angeregten, 1940 eingerichteten, 1943 eingeweihten und schon 1944 zerstörten Frankfurter Schriftgießer-Museum im „Haus zum Alten Frosch“ hatte er Teile seiner eigenen Sammlung übergeben. Aufsehen erregten die von ihm veranlaßten Typen-Neudrucke der Großen Psalter-Type (1913), einzelner Seiten der 42-zeiligen Bibel und des Psalters von 1457 (auf der BUGRA 1914), der ersten Psalter-Seite (1920), des Türkenkalenders auf das Jahr 1455 (1928) und des gesamten „Canon Missae“ von 1457/58 (1940). Die damit verbundenen Veröffentlichungen fanden ein lebhaftes Echo, wenn auch nicht immer ungeteilte Zustimmung.|

  • Auszeichnungen

    Ehrenmitgl. d. Gutenberg-Ges. (1947);
    Goethe-Plakette d. Stadt Frankfurt/Main (1947).

  • Werke

    Verz. d. v. G. M. veröff. Arbeiten üb. Schriftguß u. Buchdruck, hrsg. v. d. Gutenberg-Ges. in Mainz, 1942;
    Nochmals d. Typen-Neudr. d., Canon missae' u. d. Sandguß, in: Gutenberg-Jb. 1942/43, S. 80-90. – Autobiogr.: Aus meinem Leben, in: F. Lübbekke, 500 J. Buchdruck in Frankfurt a. M., 1948, S. 7-10. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Inst. f. Stadtgesch. Frankfurt/Main (Briefe, Mss., P; Findbuch mit Biogr. v. T. Picard, 1993, S. I-XII).

  • Literatur

    G. M. – e. Sammler, Forscher u. Lehrer, in: Graph. Lehren u. Lernen, Beil. z. Fachzs. „Der Polygraph“ 3 v. 5.2.1949;
    Frankfurter Biogr. II.

  • Autor/in

    Peter Zahn
  • Empfohlene Zitierweise

    Zahn, Peter, "Mori, Gustav" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 128 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119511185.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA