Lebensdaten
1851 bis 1912
Geburtsort
Pollnow (Hinterpommern)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Medizinhistoriker
Konfession
jüdische Familie
Normdaten
GND: 119347040 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Pagel, Julius Leopold
  • Pagel, Julius
  • Pagel, Julius Leopold
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Zitierweise

Pagel, Julius, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119347040.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V A. B., Kantor;
    M N. N.;
    Marie Labaschin (1859–1909) aus B.;
    4 S Albert (1885–1943 ?, KZ Auschwitz), Dr. iur., Assessor, Rechtsphilosoph, Schriftst., Georg (1887–1932), Apotheker in B., Richard (1889–1950), Obermagistratsrat, Walter (s. 2), 1 T Charlotte (1894–1943 ?, KZ Auschwitz).

  • Leben

    Nach dem Abitur am Gymnasium in Stolp nahm P. 1871 das Medizinstudium an der Friedrich-Wilhelms-Univ. in Berlin auf, das er 1875 mit der Dissertation „Ueber die Geschichte der Göttinger medizinischen Schule im 18. Jh.“ bei dem Pathologen und Medizinhistoriker August Hirsch (1817–94) abschloß. Bereits 1885 beteiligte Hirsch ihn an der Herausgabe seines „Biographischen Lexikons der hervorragenden Ärzte aller Zeiten und Völker“ (6 Bde., 1884–88; 21929-35; Nachdr. 1962), dessen Gesamtredaktion ihm 1896 übertragen wurde. Als bevorzugtes Forschungsgebiet wählte P. die mittelalterliche Medizin. „Die Chirurgie des Heinrich de Mondeville“ (1892) brachte ihm die uneingeschränkte Anerkennung der Fachwelt ein und gilt als sein herausragendes Werk. Unter dem Dekanat seines Lehrers Hirsch habilitierte sich P. 1891. Da er seit 1876 in eigener Praxis und als städtischer Armenarzt tätig war, konnte er die Medizingeschichte zeitlebens nur im Nebenberuf betreiben. Obwohl sich sein Ruf als Medizinhistoriker immer mehr verbreitete, erhielt er 1898 lediglich eine Titularprofessur und den Lehrauftrag für Geschichte der Medizin an der Univ. Berlin (1901 ao. Professor). Der medizinhistorische Lehrstuhl blieb nach dem Tod von Hirsch (1894) zunächst unbesetzt. 1902 wurde er, zur Empörung der Fachwelt, für die nur P. als herausragender Fachmann in Betracht kam, Ernst Schweninger (1850–1924), dem Leibarzt Bismarcks, übertragen.

    Das von Theodor Puschmann (1844–99) geplante, dann von Max Neuburger (1868–1955) gemeinsam mit P. herausgegebene dreibändige „Handbuch der Geschichte der Medizin“ (1902/05) enthält die besonders gelungene, von P. selbst verfaßte Darstellung der mittelalterlichen Medizin. „Die Entwicklung der Medizin in Berlin“ (1897), eine „Geschichte der Medizin“ (25 akadem. Vorlesungen, 1898), die „Einführung in das Studium der Medizin“ (Med. Enzyklopädie u. Methodologie, 1899), das von ihm herausgegebene „Biographische Lexikon hervorragender Ärzte des 19. Jh.“ (1901) sind neben vielen Zeitschriftenaufsätzen und Rezensionen glänzende Zeugnisse der schöpferischen Leistungen dieses bedeutenden Medizinhistorikers.

  • Literatur

    M. Neuburger, in: Dt. med. Wschr. 38, 1912, S. 423;
    K. Sudhoff, in: Münchner med. Wschr. 59, 1912, S. 425 f.;
    P. Richter, Die lit. Hinterlassenschaft J. P.s, in: Sudhoffs Archiv f. Gesch. d. Med. 6, 1913, S. 71-79;
    P. Diepgen, J. L. P. u. d. dt. Med.-historik seiner Zeit, in: Berliner med. Zs. 2, 1951, S. 353-55;
    G. Rath, ebd. 14, 1963, S. 9-12 (P);
    W. Pagel, J. P. and the significance of medical history for medicine, in: Bull. for the Hist. of Medicine 25, 1951, S. 207-25;
    J. Gramer, J. L. P. (1851-1912), Med.historiker u. Arzt, Diss. Köln 1985;
    Ärztelex., 1995.

  • Autor/in

    Heinz Goerke
  • Empfohlene Zitierweise

    Goerke, Heinz, "Pagel, Julius" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 759 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119347040.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA