Lebensdaten
1677 bis 1713
Geburtsort
Nürnberg
Sterbeort
Bayreuth
Beruf/Funktion
Architekt ; Kupferstecher
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 119279983 | OGND | VIAF: 57421214
Namensvarianten
  • Decker, Paul der Ältere
  • Decker, Paul
  • Decker, P.
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Orte

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Zitierweise

Decker, Paul der Ältere, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119279983.html [16.04.2021].

CC0

  • Genealogie

    Aus eingesessener Nürnberger Handwerkerfamilie;
    V Hans (* 1648), Scheibenzieher, Maler u. Dir. der Malerakademie in Nürnberg, S des Lorenz, Scheibenzieher;
    M Kath., T des Panilius Mailer, Schwertfeger, Scheibenzieher u. Verleger in Nürnberg;
    B Paul d. J. (1685-1742), Maler u. Zeichner (s. ThB); ledig.

  • Leben

    Unter den deutschen Künstlern, die sich bald nach 1700 um die Einführung der neuen französischen Bauformen und -ornamente bemühten, ragt D. durch seine mannigfaltige graphische Produktion hervor. Georg Christoph Eimmart, Direktor der Nürnberger Malerakademie, unterrichtete ihn 1695-99 in Zeichnen, Kupferstechen und Mathematik; anschließend unterwies ihn in Berlin Andreas Schlüter „in Architectonicis“. Nach seiner Rückkehr (1705 oder 1706) begann D. mit der Herausgabe meist ornamentaler Stichfolgen. 1708 erwarb er vom Pfalzgrafen Theodor von Sulzbach den Titel eines Hofbaumeisters, ohne jedoch praktische Bauaufgaben durchzuführen, bis er zwei Jahre später in den Dienst des Bayreuther Markgrafen Georg Wilhelm trat und die Inspektion der neu entstehenden fürstlichen Gebäude in Erlangen übernahm. Mit der Ernennung zum Baudirektor (1712) siedelte D. nach Bayreuth über. 1711 erschien in Augsburg bei Jeremias Wolff der erste Teil seines Hauptwerkes, des „Fürstlichen Baumeisters“ („Anhang“ 1713, „Anderer Theil“ 1716), das sich mit seiner barockungebundenen Phantasie vor allem an fürstliche Bauherren wie an ihre Architekten wendet und im Gegensatz zu seiner „Civil-Bau-Kunst“ (um 1707-10) in der Geschichte der deutschen Architekturtheorie einen Wendepunkt zur rein künstlerischen Darstellung bedeutet. Die Idealentwürfe dieses Werkes beeinflußten die Planung vieler deutscher Schlösser des 18. Jahrhunderts.

  • Werke

    Weitere W Wichtigste Handzeichnungen u. Kupf. werke in: ehem. Staatl. Kunstbibl. Berlin u. German. Nat.Mus. Nürnberg; Kritisches Verz. sämtlicher Handzeichnungen u. Kupf., in:
    E. Schneider (s. u.).

  • Literatur

    ADB V;
    M. Wackernagel, Die Baukunst d. 17. u. 18. Jh. in d. german. Ländern, 1915, S. 120 f. u. ö.;
    V. C. Habicht, Die dt. Architekturtheoretiker d. 17. u. 18. Jh., in: Zs. f. Architektur- u. Ingenieurwesen 64, 1918, S. 157 ff., 201 ff.;
    E. Schneider, P. D. d. Ä., Diss. Frankfurt a. M. 1937 (W-Verz.);
    ders., Die Zeichnungen P. D.s d. Ä. im German. Nat.Mus., in: Anz. d. German. Nat.-Mus. 1936-39, S. 175-187;
    ThB;
    Reallex. z. Dt. Kunstgesch. I, 1937, Sp. 979 f., 983-986.

  • Autor/in

    Hans Reuther
  • Empfohlene Zitierweise

    Reuther, Hans, "Decker, Paul der Ältere" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 548 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119279983.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Decker: Paul D., der ältere, Architekt und Kupferstecher, geb. im J. 1677 zu Nürnberg, erlernte daselbst bei G. C. Eimmart das Zeichnen und Kupferstechen, ging im J. 1699 nach Berlin, wo er sich enge an den viel beschäftigten Architekten Andr. Schlüter anschloß. Er zeichnete für den letztern, stach auch im J. 1703 dessen Entwürfe zum Umbau des königl. Schlosses in Kupfer. Nach Schlüter's Sturz ging D. im J. 1708 nach Nürnberg zurück, gab Vorlagen zu Plafonds, Kaminen, Möbeln etc., auch ein „Grotesken-Buch für Goldschmiede“ heraus, stach auch Porträts in Kupfer. Bald wurde er Hofbaumeister des Pfalzgrafen Theodor von Sulzbach, dann im J. 1710 Hofbaumeister in Erlangen und zwei Jahre später fürstl. Baudirector in Baireuth, woselbst er am 18. Nov. 1713 starb. Seine großen Werke über Architektur erschienen erst nach seinem Tode. — Siehe Doppelmayr, Nachrichten von Nürnbergischen Künstlern S. 267.

    Paul D., der jüngere, Sohn des vorigen, war Maler und hat sich durch viele mit Geschmack ausgeführte Porträts, welche meist von guten Meistern in Kupfer gestochen wurden, bekannt gemacht.

  • Autor/in

    Bergau.
  • Empfohlene Zitierweise

    Bergau, "Decker, Paul der Ältere" in: Allgemeine Deutsche Biographie 5 (1877), S. 10 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119279983.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA