Lebensdaten
1842 bis 1916
Geburtsort
Leichlingen (Rheinland)
Sterbeort
Köln
Beruf/Funktion
Fabrikant ; Ingenieur
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 119139731 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Pohlig, Julius

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Pohlig, Julius, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119139731.html [14.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    Die im 16. Jh. erstmals urkundl. belegte Fam. stammt v. Pohligshof in L.;
    V Johann Peter (1799–1875), Bäcker u. Ackerer;
    M Anna Margaretha Rehborn (1805–63);
    Hermine Fuhr (1846–1928);
    3 K, u. a. Julius (1870–1942), Vorstandsmitgl. d. J. Pohlig AG (s. Rhdb.).

  • Leben

    Nach dem Besuch der Elementar- und der Bürgerschule sowie der Gewerbeschule in Elberfeld studierte P. 1862-65 am Polytechnikum Karlsruhe, ohne einen formellen Abschluß zu erlangen. 1865 fand er seine erste Anstellung bei der Friedrich-Wilhelms-Hütte bei Troisdorf. 1867 wechselte er an die private Baugewerkschule in Siegen als Lehrer für Mathematik, Maschinen- und Mühlenbau. Nach Liquidation der Schule lehrte P. die Fächer Bergwerksmaschinen, Mechanik und technisches Zeichnen an der dortigen Kgl. Bergschule. Im Hauptberuf seit 1868 Zivilingenieur, gründete er 1874 daneben eine Firma zur Herstellung von Bergwerks- und Hüttenanlagen. Vier Jahre später übernahm er von dem Ingenieur Theodor Otto aus Schkeuditz, dessen sämtliche Patente P. 1892 erwarb, den Lizenzbau von Seilbahnen für Westdeutschland. 1879 erfolgte der Bau der ersten Seilbahn von der Grube „Alte Dreisbach“ zum Bahnhof Eiserfeld bei Siegen. Die Seilbahnen zum Kohle- und Erztransport wurden ein überregionaler Verkaufserfolg, da P., der seine anderen Tätigkeiten aufgab, bahnbrechend die Transportfrage im Bergbau löste. Schon in dieser Zeit lag der Schwerpunkt des Verkaufs im Export. Durch die Unternehmensentwicklung zur Übersiedlung in eine Großstadt gezwungen, übersiedelte P. 1890 nach Köln, wo er 1894 eine Fabrik im Stadtteil Zollstock in Betrieb nahm. Die Übernahme einer österr. Seilbahnfabrik sowie ein Lizenzabkommen mit einem amerik. Hersteller für Entlade- und andere Bergwerksanlagen förderten den Ausbau des Unternehmens, das u. a. auch Anlagen zum innerbetrieblichen Transport herstellte und 1899 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. 1900 lieferte die AG den ersten Schrägaufzug zur vollautomatischen Begichtung von Hochöfen in Europa an das Eisen- und Stahlwerk Hoesch in Dortmund. 1901 errichtete P. eine Fabrik für Eisenkonstruktionen in Berzdorf bei Wesseling. 1903 schied er, inzwischen Direktor der AG, nach einem mißglückten ausländischen Engagement aus dem Unternehmen aus.

    Weltweite Beachtung erreichte das Unternehmen mit seiner Personendrahtseilbahn auf den Zuckerhut in Rio de Janeiro (1912). 1914 übernahm das Konkurrenzunternehmen Bleichert aus Leipzig die Aktienmehrheit. Diese Firma wurde in den 20er Jahren ebenso wie die 1905 gegründete Firma Hekkel im Saarland von Felten & Guilleaume in Köln übernommen, die aber erst 1962 die drei Unternehmen zur „Pohlig-Heckel-Bleichert Vereinigte Maschinenfabriken AG (PHB), Köln“ fusionierte. 1980 verbanden sich das Eisenwerk Weserhütte in Bad Oeynhausen, eine Tochter der „Otto Wolff AG, Köln“ und die PHB zur „PHB Weserhütte AG (PWH)“, die noch einige Zeit zu 50% zum luxemburg. Arbed-Konzern gehörte. 1987 wurde der Konkurs angemeldet, 1989 kam es zum Zwangsvergleich. Die Seilbahnproduktion übernahm Orenstein & Koppel. PWH ist heute als Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Eberbach tätig.|

  • Auszeichnungen

    Dr.-Ing. E. h. (TH Karlsruhe 1912); Pohligstraße in Köln-Zollstock.

  • Werke

    Maschinentheile, 1868, 21877.

  • Literatur

    VDI-Zs. 60, 1916, S. 225;
    Stahl u. Eisen 36, 1916, S. 180;
    C. Matschoss, Männer d. Technik, 1925, S. 260;
    (E. W. Schwirz), 75 J. Pohlig Massengutförderer, 1874–1949, 1949;
    P. Volkenborn, Die Gesch. d. Werdens, Wachsens u. Gedeihens e. Weltfa. (o. J., unveröff. Ms., RWWA);
    L. Irle, Siegerländer Persönlichkeiten- u. Geschlechter-Lex., 1974, S. 258;
    W. Flechtner, J. P. (1842-1916), 1991. |

  • Quellen

    Qu: Fam.-Archiv Aumund, Rheinberg; Rhein.-Westfäl. Wirtsch.archiv, Abt. 69; Stadtarchiv Leichlingen; Univ.archiv Karlsruhe.

  • Autor/in

    Ulrich S. Soénius
  • Empfohlene Zitierweise

    Soénius, Ulrich S., "Pohlig, Julius" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 589 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119139731.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA