Lebensdaten
1887 bis 1973
Geburtsort
Hubersdorf Kanton Solothurn
Sterbeort
Zürich
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119127075 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Morach, Otto

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Zitierweise

Morach, Otto, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119127075.html [09.07.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Albert (1848–1912), Mittelschullehrer in Solothurn, S d. N. N. u. d. Johanna (1820–99), Landarbeiterin in Gretzenbach;
    M Viktoria (1856–1934), T d. Viktor Wyss (1827–84), Lehrer in H., u. d. Maria Anna Steiner (1821–84);
    Zürich 1923 Hermana (1899–1974), Bildhauerin u. Textilgestalterin (s. Künstler Lex. d. Schweiz XX. Jh.), T d. Hermann Auguste Sjövall aus Ystad (Schweden) u. d. Berthe Duvoisin aus Genf; kinderlos.

  • Leben

    M. wuchs in Hubersdorf und seit 1901 in Solothurn auf. Nach der Matur 1906 zog er nach Bern und erwarb 1908 das Sekundarlehrerpatent mathematisch-naturwissenschaftlicher Richtung. Danach besuchte er zwei Semester lang Kurse an der Univ. und an der Kunstgewerbeschule Bern, um sich zum Zeichenlehrer ausbilden zu lassen. 1910/11 ging er nach Paris, im Sommer 1912 nach München, im Winter 1912/13 nochmals nach Paris, um sich die Stilmittel der damaligen Avantgarde anzueignen. Der Plan zu einer weiteren großen Auslandsreise wurde durch den Ausbruch des 1. Weltkriegs vereitelt; M. mußte als Zeichenlehrer in Solothurn bleiben. 1919 wurde er Lehrer an der Kunstgewerbeschule Zürich, zunächst mit einem Pensum, das er mit Sophie Taeuber-Arp teilte, so daß Zeit für freies künstlerisches Schaffen blieb: Im Winter 1922/23 weilte er in Berlin, von wo aus er Reisen nach Norddeutschland unternahm. Seit 1925 malte er oft in Südfrankreich und in Paris, 1927 ermöglichte ihm ein eidgenöss. Stipendium einen mehrmonatigen Arbeitsaufenthalt in Südfrankreich und in der Normandie. Seit 1928 war M. als vollamtlicher Lehrer an der Kunstgewerbeschule in Zürich tätig; seit 1953 arbeitete er als freischaffender Künstler.

    Bis etwa 1916 verarbeitete M. in seinen Staffeleibildern die Einflüsse von Kubismus und Futurismus. Die Sujets sind meistens in Solothurn lokalisierbar; doch ist die Perspektive geändert, überhöht, Plätze werden ausgeweitet, Häuserzeilen verschoben, um das Vertraute zu dynamisieren oder in eine geheimnisvolle Sphäre zu rücken. Die Eindrücke seines Aufenthalts in Norddeutschland schlugen sich in Architektur- und Stadtbildern nieder, die eine gewisse Nähe zu den Werken Feiningers aufweisen. Gleichzeitig mit den strenggefügten Kompositionen entstanden – beeinflußt von Chagall, Marc und Campendonk – Bilder, in denen Mensch und Tier in die Landschaft eingebettet sind. In den mittleren 20er Jahren wandte sich M. der Neuen Sachlichkeit, dem Purismus, danach dem Surrealismus zu, später vollzog sich eine Wendung zum Kargen, Abgestorbenen, gewaltsam Zerstörten. Ruinenstädte und verbrannte Wälder bildeten die Themen, menschenleere Architektur- und Felsenbilder zeigten zunehmend harte Konturen und Flächen aus sandhaltigen Farbpasten. Daneben schuf M. Glasfenster, Wandbilder und Mosaiken. Seine Plakate errangen mehrfach hohe Auszeichnungen (u. a. zweimal Goldmedaille Weltausst. Paris 1925). In den 20er Jahren erarbeitete er zusammen mit seiner Frau Teppichentwürfe. Schließlich trat M. als einer der Pioniere des Schweizer Marionettentheaters hervor. Er entwarf und fertigte Dekorationen und Figuren zu einem Krippenspiel, zu Goethes „Faust“, Manuel de Fallas „Meister Pedros Puppenspiel“ und – in engem Kontakt zu den Dadaisten – für Débussys Ballett „La boîte à joujoux“.

  • Werke

    u. a. in Museen in Bern, Solothurn, Zürich;
    Marionettenfiguren u. Ausstattungsstücke (Privatbes. u. Mus. Bellerive, Zürich).

  • Literatur

    P. Wullimann, O. M., Leben u. Hauptwerk d. Malers, 1970;
    M.-L. Schaller, O. M. (1887-1973), Mit e. krit. Kat. d. Staffeleibilder, 1983 (P, L, Ausst.-Verz.);
    dies., Junge Künstler in Bern: Johannes Itten, Arnold Brügger, O. M., in: „Der sanfte Trug d. Berner Milieus“, Ausst.kat. Kunstmus. Bern 1988, S. 126-49;
    O. M. z. 100. Geb.tag, Ausst.kat. Kunstmus. Solothurn 1987;
    O. M.s Arbeit für d. Marionettentheater: la boîte à joujoux, Ausst.kat. ebd. 1988;
    Künstler Lex. d. Schweiz XX. Jh., II, S. 659 (W, L);
    ThB;
    Vollmer.

  • Autor/in

    Marie-Louise Schaller
  • Empfohlene Zitierweise

    Schaller, Marie-Louise, "Morach, Otto" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 79 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119127075.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA