Dates of Life
1920 – 2002
Place of birth
Kaiserslautern
Place of death
Enkenbach-Alsenborn
Occupation
Fußballspieler ; Autor von Fußballbüchern
Religious Denomination
evangelisch
Authority Data
GND: 118764179 | OGND | VIAF: 12677976
Alternate Names
  • Walther, Friedrich
  • Walther, Fritz
  • Walther, Friedrich
  • more

Objekt/Werk(nachweise)

Relations

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Citation

Walther, Fritz, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118764179.html [21.02.2024].

CC0

  • Genealogy

    V Ludwig (1893–1973), Wirt d. Vereinsgaststätte d. 1. FC Kaiserslautern, zuletzt in E.-A., S d. Jacob (1852–1912), aus Niederkirchen b. K., u. d. Karolina Christmann (1860–1937), aus Wörsbach;
    M Dorothea (Dorche) Kieburg (1896–1978), aus Berlin;
    2 B Ludwig (1922–93), Fußballspieler, Jugendtrainer b. 1. FC Kaiserslautern, Angest. b. d. Stadtverw. in K., Ottmar (s. 2), 2 Schw Gisela, Sonja (1925–2012);
    Kaiserslautern 1948 Italia Bortoluzzi (1921–2001), aus Venedig, Dolmetscherin in d. franz. Besatzungszone;
    kinderlos.

  • Biographical Presentation

    Nach dem Volksschulbesuch in Kaiserslautern absolvierte W. 1935–38 eine Ausbildung|bei der dortigen Sparkasse. Seit 1928 spielte er Fußball beim 1. FC Kaiserslautern, seit 1938 als Mittelfeldspieler (Gauliga Südwest). 1940 wurde er von Reichstrainer Sepp Herberger (1897–1977) erstmalig in die Nationalauswahl berufen. Im selben Jahr zum Kriegsdienst eingezogen, kämpfte W. als Infanterist in Frankreich und im Mittelmeerraum. Während dieser Zeit spielte er unregelmäßig für verschiedene Mannschaften (u. a. Soldatenmannschaft „Rote Jäger“). 1945 war er mit seinem Bruder Ludwig kurzzeitig in sowjet. Kriegsgefangenschaft, bevor beide nach Kaiserslautern zurückkehrten. Hier nahm er das Fußballspiel wieder auf und war bis 1950 auch Trainer beim 1. FC Kaiserslautern. Unter W. als Führungsspieler wurden die „Roten Teufel“ zwischen 1947 und 1957 elfmal Meister der Oberliga Südwest. 1951 und 1953 gewannen sie die Dt. Meisterschaft; 1948, 1954 und 1955 wurden sie Vizemeister. W. wurde 1953 Torschützenkönig mit 38 eigenen Treffern.

    Der heimatverbundene W. lehnte finanziell lukrative Angebote führender ausländischer Vereine ab (Atlético Madrid, Inter Mailand, FC Nancy, Racing Paris) und blieb bis zum Ende seiner aktiven Sportlerlaufbahn 1959 beim 1. FC Kaiserslautern, für den er in 384 Spielen insgesamt 327 Tore erzielte. Für die dt. bzw. seit 1951 bundesdt. Nationalmannschaft absolvierte er 61 Länderspiele, schoß 33 Tore und gab sein Abschiedsspiel im Halbfinale der Weltmeisterschaft 1958 in Schweden. 30 Mal führte W., den ein vertrauensvolles Verhältnis mit Herberger verband, die „Walter-Elf“ als Mannschaftskapitän auf das Feld, so auch 1954 beim legendären Finale der Fußballweltmeisterschaft in Bern, bei der die Bundesrepublik Deutschland den Titel gegen die als unschlagbar geltenden Ungarn errang (3:2). In dieser Zeit galt W. neben dem Ungarn Ferenc Puskás (1927–2006), mit dem er später enge Freundschaft schloß, als einer der besten Fußballspieler weltweit.

    Seit 1965 lebte W. in Alsenborn. Hier setzte er sich nach dem Ende seiner Spielerkarriere u. a. als Trainer für den SV Alsenborn ein, betrieb seit 1950 eine Lotto-Annahmestelle, seit 1952 einen Waschautomatensalon und seit 1956 das Universum-Kino. Zudem fungierte er als Werbeträger für „Adidas“, war Gelegenheitskommentator im Rundfunk und Autor von Fußballbüchern. 1976–97 setzte sich W. als Repräsentant der Sepp-Herberger-Stiftung für die Resozialisierung von Strafgefangenen ein. Bis 2002 war er Schirmherr der „Schlappekicker-Aktion“ der Frankfurter Rundschau zur Unterstützung in Not geratener Sportler.

    Für die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland engagierte sich W. seit 2001 als offizieller WM-Botschafter und trug dazu bei, daß Kaiserslautern zum Austragungsort für WM-Spiele gewählt wurde.

    Der als sensibel geltende W. war ein torgefährlicher, technisch wie strategisch versierter Mittelfeldregisseur mit großem Aktionsradius, der gern auf nassem, schwerem Boden spielte (F.-W.-Wetter). 1954 ernannte ihn der Dt. Fußballbund (DFB) zu seinem ersten Ehrenspielführer, 1985 wurde das Stadion am Betzenberg in Kaiserslautern nach ihm benannt. Bis heute ist W. der einzige Träger der aus Anlaß seines 80. Geburtstags 2000 geschaffenen Ehrenbürgerschaft des Landes Rheinland-Pfalz. In Erinnerung an sein besonderes soziales Engagement bemüht sich die vom DFB, dem Land Rheinland-Pfalz und dem 1. FC Kaiserslautern getragene „Fritz-Walter-Stiftung“ seit 1999 um die Förderung sportlicher Jugendarbeit.

  • Awards

    |Silbernes Lorbeerbl. d. Bundesrep. Dtld. (1953 als erster Fußballspieler);
    Goldene Ehrennadel d. DFB (1955);
    Gr. BVK (1970) mit Stern (1975);
    Goldenes Stadtwappen d. Stadt Kaiserslautern (1970);
    Ehrenbürger d. Stadt Kaiserslautern (1985);
    Sickenmedaille d. Landkr. Kaiserslautern u. Goldener Löwe d. Bez.verbands Pfalz (1990);
    FIFA Order of Merit (1994);
    Justizmedaille d. Landes Rheinland-Pfalz, Goldene Ehrennadel mit Brillanten d. 1. FC Kaiserslautern u. Goldene Plakette d. Stadt Kaiserslautern (1998);
    Hall of Fame d. dt. Sports (2008);
    – F.-W.-Gedenkmünze d. DFB u. Sonderbriefmarke d. Dt. Post (1995);
    F.-W.-Str., Kaiserslautern (2000);
    F.-W.-Zug d. Dt. Bahn (2000);
    F.-W.-Medaille f. Nachwuchsnat.spieler (seit 2004);
    F.-W.-Haus, Alsenborn (2004);
    F.-W.-Gala (seit 2005) u. F.-W.-Preis d. F.-W.-Stiftung (seit 2010).

  • Works

    |3:2, Die Spiele z. Weltmeisterschaft, 1954;
    Spiele, d. ich nie vergesse, 1955 (P);
    So war es, Fußball-Weltmeisterschaft in Schweden, 1958;
    11 rote Jäger, Nat.spieler im Kriege, 1959;
    So habe ich‘s gemacht, Meine Fußballschule, 1962;
    Die Spiele in Chile, Fußball-Weltmeisterschaft, 1962;
    Der Chef, Sepp Herberger, 1964;
    Wie ich sie sah, Die Spiele z. Weltmeisterschaft in England, 1966;
    Alsenborn, Aufstieg e. Dorfmannschaft, 1968;
    3:2, Das Spiel ist aus! Dtld. ist Weltmeister, 2004 (P);
    F. W., Kpt. f. Dtld., 2010;
    – Zauberer am Ball, Reportagen, Gespräche, O-Töne mit u. über d. Denker u. Lenker d. „Wunders v. Bern“ (…), CD-ROM, 2003;
    Nachlaß: Fam. Bernd Lutzi, Alsenborn.

  • Literature

    |R. Michel (Hg.), F. W., Die Legende d. dt. Fußballs, ³1995 (P);
    M. Garthe u. H.-P. Schössler (Hg.), Der Mythos v. Bern u. seine Pfälzer Fußballweltmeister, 2004 (P);
    F. Goosen (Hg.), F. W., Ks. Franz u. wir, Unsere Weltmeisterschaften, 2004;
    Fußballweltmeisterschaft 1954 in Bern, hg. v. DSV Dt. Sportverlag, [2004] (P);
    V. Neumann, Die W.-Elf, Die goldenen J. d. 1. FC Kaiserslautern, 2007 (P);
    M. Herzog, F. W. im Zweiten Weltkrieg, Zankapfel|zw. Mil., Nat.elf, Vereinen u. Gaupol., in: Sportwiss. 4, 2008, S. 392–403;
    ders., Der „Betze“ unterm Hakenkreuz, Der 1. FC Kaiserslautern in d. Zeit d. NS, ²2009 (P);
    P. J. Degen, M. Desch u. H.-P. Schössler, F. W., Kpt. f. Dtld., 2010 (P);
    D. Bold, 1. FC Kaiserslautern, Die Chron., 2013 (P);
    S. Theisen, Helden, Dt. WM-Legenden v. Bern bis Rio, 2014 (P);
    Munzinger.

  • Portraits

    |Bronzestatue v. R. Henkel, 2006 (Kaiserslautern, F.-W.-Stadion);
    Sandsteinstatue v. A. Grassi, 2006 (Alsenborn, F.-W.-Haus).

  • Citation

    Schössler, Hans-Peter, "Walther, Fritz" in: Neue Deutsche Biographie 27 (2020), S. 353-355 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118764179.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA