Lebensdaten
1835 bis 1916
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Komponist ; Musiker ; Violinist ; Harfenist ; Kapellmeister
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118755838 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Strauß, Eduard
  • Strauss, Eduard
  • Strauß, Eduard
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Zitierweise

Strauss, Eduard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118755838.html [22.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Johann (s. 1);
    M Maria Anna Streim (1801–70);
    B Johann (s. 2), Josef (s. 3);
    Wien 1863 Maria Magdalena Klenkhart (1840–1921);
    2 S Johann (III) (1866–1939, ⚭ Maria Hofer, 1867–1939), Jur., 1893–1902 Rechtspraktikant, Rechnungsassessor, Rechnungsoffizil u. Rechnungsrevident im k. u. k. Kultusmin., komponierte 1898 d. Operette „Katze u. Maus“, seit 1900 Dirigent, seit 1907 in Berlin, auch Musikkritiker (s. ÖML; ÖBL), Josef (1868–1940, Cäcilie Zack, 1878–1951);
    E Eduard (II) (1910–69, Elisabeth Pontes, 1919–2001), 1946–56 Lehrer u. Korrepetitor an d. Opernklasse am Konservatorium d. Stadt Wien, seit 1949 Dirigent;
    Ur-E Eduard (III) (* 1955), Richter, Sänger im Wiener Männergesang-Ver. u. in d. Schola Cantorum, seit 1995 Obmann d. Ver. „Wiener Inst. f. Strauss-Forsch.“ (gegr. 1985) (beide s. ÖML).

  • Leben

    S., jüngster der Söhne von Johann Strauss sen., absolvierte nach der Grundschule 1846–52 das Wiener Akad. Gymnasium. Wegen seiner Sprachbegabung zunächst einer diplomatischen Laufbahn zugeneigt, entschied er sich auf den Rat seines ältesten Bruders schließlich jedoch für die Musik. Nach Unterricht in Violine und Harfe trat S. im Febr. 1855 erstmals in der Strauss-Kapelle auf; sechs Jahre später debütierte er als deren Dirigent. Zwischen dem Eintritt in die Leitung der Kapelle und dem Tod Josefs 1870 gab es teilweise handfeste, von Johann, seiner Frau Jetty sowie der Mutter Anna Strauss bewußt geschürte Auseinandersetzungen um die Verteilung der verschiedenen Veranstaltungen und Auftritte, die Gestaltung der Programme oder das Verhältnis zu Verlegern; trotz dieser Spannungen fanden sich die Brüder jedoch auch immer wieder zu gemeinsamen Kompositionen zusammen, wie etwa den „Trifolien-Walzer“ (1865) oder die „Schützen-Quadrille“ für das „Dt. Bundesschießen“ im Juli 1868, und zu Verträgen z. B. über die winterlichen Konzerte im Saal der „Gesellschaft der Musikfreunde“. 1863 veröffentlichte S. seine ersten Kompositionen, darunter den Walzer „Die Candidaten“, op. 2. Bis zu seinem Rückzug ins Privatleben 1901 entstanden fast 300 Werke, darunter zahlreiche Polkas wie „Bahn frei!“, op. 45, oder „Weit aus!“, op. 81, außerdem Quadrillen und Walzer wie „Fesche Geister“, op. 75, oder „Manuscripte“, op. 90.

    Nach Josefs Tod 1870 leitete S. die Strauss-Kapelle eigenverantwortlich und zunächst erfolgreich weiter. Mit seinem großen Orchester geriet er jedoch zunehmend in Konkurrenz zu den aufkommenden Militärkapellen, deren Gagen für die Veranstalter günstiger lagen. In der Folge reduzierte S. seine Auftritte auf die Wintermonate mit den Karnevalsveranstaltungen und unternahm während des Sommers regelmäßig Konzertreisen durch ganz Europa und nach Übersee. So absolvierte er 1889 eine fünfmonatige Tournee im dt.sprachigen Raum und ließ dabei auch Aufnahmen für den Phonographen machen, 1890 reiste er mit der Kapelle nach Amerika, in den folgenden drei Jahren und 1896 wiederum durch Deutschland, 1894 nach St. Petersburg, 1895 und 1897 nach London.

    Im Frühjahr 1897 wegen des verschwenderischen Lebenswandels seiner beiden Söhne und der über Jahre währenden Veruntreuung der Konzerteinnahmen durch seine Ehefrau finanziell ruiniert, begab sich S. 1898, 1899 und 1900 nochmals auf Tourneen durch Deutschland und Holland sowie Okt. 1900|bis Febr. 1901 nach Nordamerika. In New York dirigierte er zum letzten Mal im Metropolitan Opera House und löste danach die Strauss-Kapelle auf. 1907 verbrannte er – unter Berufung auf einen angeblich 1869 mit seinem Bruder Josef geschlossenen Gesellschaftervertrag – einen Großteil des Notenmaterials der Strauss-Kapelle in den Tonöfenfabriken in der Pramergasse. Danach verschlechterte sich sein Gesundheitszustand stetig; schließlich erlag S. einem Herzinfarkt.

  • Werke

    etwa 300 Instrumentalwerke u. a. Walzer: Hesperiden, op. 18, 1866;
    Wiener Genrebilder, op. 41, 1863;
    Hypothesen, op. 72, 1871;
    Fesche Geister, op. 75, 1871;
    Ehret die Frauen!, op. 80;
    1872;
    Manuscripte, op. 90, 1872;
    Geflügelte Worte, op. 158, 1877;
    Lustfahrten, op. 177, 1879;
    Heitere Weisen, op. 207, 1882;
    Grüße aus d. Aula, op. 223, 1885;
    Studentenlust, op. 285, um 1890;
    Ball-Erinnerungen, op. 300, 1900;
    Polkas: Ideal, op. 1, 1862;
    Apollo, op. 25, 1867;
    Augensprache, op. 119, 1874;
    Moosröschen, op. 169, 1878;
    Jugendfeuer, op. 210, 1882;
    Zeitvertreib, op. 248, 1886;
    Zart besaitet, op. 298, 1899;
    Schnellpolkas, Quadrillen, Galoppe, Märsche u;
    Potpourris;
    W-Verz.:
    A. Weinmann, Verz. sämtl. Werke v. Johann u. E. S., 1967.

  • Literatur

    Wurzbach;
    Riemann;
    New Grove;
    MGG;
    MGG2 (P);
    ÖBL;
    Hist. Lex. Wien;
    ÖML.

  • Autor/in

    Werner Bodendorff
  • Empfohlene Zitierweise

    Bodendorff, Werner, "Strauss, Eduard" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 501-502 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118755838.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA