Lebensdaten
1881 bis 1957
Geburtsort
Kohlscheid-Kircheich bei Aachen
Sterbeort
Moresnet (Belgien)
Beruf/Funktion
Franziskaner ; Bibelwissenschaftler ; Prediger
Konfession
-
Normdaten
GND: 118748734 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Soiron, Hubert (Taufname)
  • Soiron, Hubert Heinrich Leo
  • Haser, H. (Pseudonym)
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Soiron, Taddäus, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118748734.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Josef (Joseph) (* 1836), aus Belgien, Grubenbeamter, Expedient;
    M Helene N. N. (* 1848), aus Belgien; 3 Geschw.

  • Leben

    S. verließ 1900 als Sekundaner das Aachener Ks.-Karl-Gymnasium, trat in Warendorf in das Noviziat der Franziskanerprovinz Saxonia ein und legte dort 1901 die erste Profeß ab. Nach dem Abitur am Kolleg des Ordens in Harreveld (Niederlande) 1903 absolvierte er die Ordensstudien in Dorsten und Paderborn, wurde hier 1909 zum Priester geweiht und war danach als Seelsorger tätig. 1911 nahm er an der Univ. Münster das Studium der Theologie, Philosophie und semit. Philologie auf, das er 1913 in München fortsetzte. 1915 wurde er bei Max Meinertz (1880–1965) in Münster mit einer Arbeit über „Die Logia Jesu“ (1916) zum Dr. theol. promoviert. 1914–29 wirkte S. an der Ordenshochschule in Paderborn als Lektor für Homiletik und neutestamentliche Exegese. 1915–18 war er zugleich Domprediger in Paderborn. Nach Wiedererrichtung der Köln. Franziskanerprovinz 1929 wirkte S. „als die geistig beherrschende Figur“ (N. Hartmann) für seine Fächer und zudem als Dogmatikprofessor bis 1940 an der neuen Ordenshochschule in Mönchengladbach. 1929–35 war er der erste Studienpräfekt, 1932–35 Submagister und 1935–38 Magister der Kleriker. 1941–44 fungierte er als Definitor der Ordensprovinz. Seit 1939 hielt S. Gastvorlesungen im Aachener Diözesanpriesterseminar und führte 1945–51 den Titel eines Seminar-Professors für Bibelwissenschaften. Zudem war S. lange Vorstandsmitglied des Kath. Akademikerverbandes und wirkte auch in zahlreichen Exerzitienkursen, Einkehrtagen, Vorträgen und Konferenzen für Priester und Ordensleute.

    S. wurde v. a. durch seine Bemühungen um eine zeitgemäße Exegese bekannt, die zunächst auf Widerstände konservativer Kreise in der Kirche stießen. So gab es Schwierigkeiten mit dem Imprimatur für seine Dissertation, die dann aus ungeklärten Gründen doch ohne Textänderungen erscheinen konnte. Anders war es bei zwei Schriften, die in der Reihe „Der kath. Gedanke“ herauskommen sollten. S.s Werk „Das heilige Buch“ erschien erst 1928 nach zehnjähriger Verzögerung und nach von der röm. Zensur verlangten Textänderungen. Der Homiletik gab er nicht nur durch zahlreiche eigene Schriften, sondern auch durch die Begründung von Publikationsorganen Impulse. So gründete er 1917 die Reihe „Neutestamentliche Predigten“, 1918 die Zeitschrift „Kirche und Kanzel“ (Schriftleiter bis 1936) und mit dem Münsteraner Domprediger Adolf Donders (1877–1944) 1919 die „Predigtstudien, Beiträge zur Geschichte, Theorie und Praxis der Predigt“. Immer der augustinisch-franziskanischen Theologie und Spiritualität verbunden, rief er 1933 die Zeitschrift „Wissenschaft und Weisheit“ ins Leben. S. ging es stets darum, Bibelforschung in den Dienst der Verkündigung der Kirche und damit in den Dienst der Seelsorge zu stellen.

  • Werke

    Gott u. Krieg, Sieben Predigten, 1916;
    In d. Leidenschaft d. Herrn, 1918, 21922;
    Schr. u. Leben, 1924;
    St. Franziskus u. d. Gegenwart, 1927;
    Jesus fragt, Fastenpredigten, 1929;
    Das Evangelium u. d. hl. Stätten in Palästina, 1929;
    Die Verkündigung d. Wortes Gottes, 1932;
    Menschenschicksale unter d. Kreuz, Zeitgemäße Fastenpredigten, 1932;
    Glaube, Hoffnung u. Liebe, Ein Buch über d. Wesen dienstl. Frömmigkeit, 1934;
    Die Kirche Jesu Christi, Zeitgemäße Predigten, 1935;
    Hl. Theol., Grundsätzl. Darlegungen, 1936;
    Das Geheimnis d. Gebetes, 1937;
    Die Predigt heute, 1937;
    Die Bergpredigt Jesu, Formgesch., exeget. u. theol. Erklärung, 1941;
    Homilet. Theol., 1943;
    Die Probe d. Christentums im Weltkriege, Kriegspredigten, 1947;
    Das Christusgeheimnis unseres Lebens, 1948;
    Der sakramentale Mensch, Vom Sinn u. Aufbau d. Sakramente, 1949;
    Die Kirche als d. Leib Christi, 1951;
    Bibliogr.:
    Th. Brüggemann, Bibliogr. d. Brüder 1929–2000, 2001, S. 172–75;
    Qu:
    Archiv d. Köln. Franziskanerordensprov., Mönchengladbach.

  • Literatur

    O. Linden, in: Franziskan. Leben 12, 1936, S. 281–84 (P);
    T. S. im Dienst d. Predigers u. d. Predigt, in: Wiss. u. Weisheit 14, 1951, S. 1–34;
    ebd. 20, 1957, S. 161 f. (P);
    N. Hartmann, P. T. S., Theologe d. Verbum Incarnatum, in: L. Thier u. N. Hartmann (Hg.), Gesch. in Gestalten, Lb. aus d. Köln. Franziskanerordensprov. v. d. Hl. Drei Königen, I, 1979, S. 137–50 (P);
    ders., Die Johannes-Duns-Skotus-Ak. d. Köln. Franziskanerordensprov., Das Stud.haus, in: J. Gerwing (Hg.), 100 J. Franziskaner in Mönchengladbach 1889–1989, 1989, S. 30–50;
    P. E. Duda, Die theol. Konzeption d. Verkündigung nach T. S. OFM, 1984;
    R. Jauch, Ein Franziskaner reformierte d. christl. Verkündigung, P. T. S., in: Kirchenztg. f. d. Bistum Aachen 47, 1992, S. 28–30 (P);
    ders., P. T. S. OFM 1881–1957, Ordenspriester, Dozent, in: K. Schein (Hg.), Christen zw. Niederrhein u. Eifel, III, 1993, S. 83–94 (P);
    BBKL X (W, L).

  • Autor/in

    Robert Jauch OFM
  • Empfohlene Zitierweise

    Jauch, Robert, "Soiron, Taddäus" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 546 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118748734.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA