Lebensdaten
um 1390 bis 1439
Geburtsort
Guntramsdorf (Niederösterreich)
Sterbeort
Wien, Grabplatte Wien, Stephansdom
Beruf/Funktion
Erbauungsschriftsteller ; Hofprediger
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118740644 | OGND | VIAF: 236441034
Namensvarianten
  • Peuntner, Thomas
  • Thomas, Peuntner
  • Thomas, Pharrer ze Hoff
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Zitierweise

Peuntner, Thomas, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118740644.html [04.12.2020].

CC0

  • Leben

    P. ist wohl erstmals am 14.4.1412 in einer Matrikel der Wiener Artistenfakultät („Thomas Carnificis de Guntramstorff“) greifbar, wovon sein ungefähres Geburtsdatum rückerschlossen wird. Nach anderer Meinung eignete er sich seine theol. Bildung nicht an der Universität, sondern als Eamulus des Theologen und erzhzgl. Beichtvaters Nikolaus von Dinkelsbühl (um 1360–1433) an, dessen Schriften für ihn prägend waren und dessen katechetische Predigten er ins Deutsche übertrug. Seit 1426 war P. – wohl durch dessen Vermittlung – Burgpfarrer und Prediger am Hof Albrechts V. und seit 1433 als Nachfolger des Nikolaus von Dinkelsbühl auch als Beichtvater der Ehzgn. Elisabeth bezeugt. Am 3.4.1436 wurde er im angesehenen, eng mit Hof und Universität verbundenen Kollegiatstift St. Stephan als Kanoniker installiert. Alle seit 1437 datier- und lokalisierbaren Predigten hielt P. bei den Augustinerchorfrauen im Stift „Zur Himmelspforte“. P. starb 1439 – nach seinem Jahrtag in St. Stephan zu erschließen – wohl am 20. März.

    P.s Schriften haben aszetisch-katechetischen Charakter. Er ist als Kompilator und Übersetzer vor allem von Jean Gerson, Heinrich von Langenstein und insbesondere Nikolaus von Dinkelsbühl abhängig, wählt aber aus seinen Vorlagen frei aus, gestaltet sie katechetisch ins Erbaulich-Persönliche um und läßt auch eigene theol. Kenntnisse mit einfließen. Zentrales Thema ist die reine, nicht auf eigenen Lohn und Vorteil hoffende Liebe zu Gott, was insbesondere in dem weitverbreiteten „Büchlein von der Liebhabung Gottes“ sowie in der „Betrachtung über das Vater Unser“ und der „Betrachtung über das Ave-Maria“ zum Ausdruck kommt. Seine „Kunst des heilsamen Sterbens“ ist die erste deutsche „Ars moriendi“ der Wiener Schule, die sich, anders als seine Vorlage, direkt an den frommen Laien wendet. Neben einem Traktat „Liebhabung Gottes an Feiertagen“, einem Beichtbüchlein und einer Christenlehre sind auch etwa 150 Predigten handschriftlich von P. überliefert. P.s Schriften und Predigten wurden durch die – von Hof und Universität in Wien initiierte – Melker Reformbewegung im süddeutschen Raum weit verbreitet.

  • Literatur

    H. Maschek, Der Vf. d. Büchleins v. d. Liebhabung Gottes, in: Zbl. f. Bibl.wesen 53, 1936, S. 361-68;
    H. Rumpler, Th. P. u. sein Büchlein v. d. Liebhabung Gottes, Diss. Wien 1950 (ungedr.);
    R. Rudolf, Th. P.s Betrachtungen üb. d. Vater Unser u. d. Ave Maria, Nach österr. Hss. hg. u. unters., 1953;
    ders., Th. P.s „Kunst d. heilsamen Sterbens“, Nach d. Hss. der österr. Nat.bibl. unters. u. hg., 1956;
    ders., Th. P., Leben u. Werk e. Wiener Burgpfarrers, in: Lit.wiss. Jb. d. Görresges. NF 4, 1963, S. 1-19;
    B. Schnell, Th. P.s „Büchlein v. d. Liebhabung Gottes“, Edition u. Unterss., 1984;
    Vf.-Lex. d. MA.

  • Autor/in

    Klaus Unterburger
  • Empfohlene Zitierweise

    Unterburger, Klaus, "Peuntner, Thomas" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 281 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118740644.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA