Lebensdaten
1874 – 1955
Geburtsort
Ludwigsburg
Sterbeort
Tettnang
Beruf/Funktion
katholischer Theologe ; Hochschullehrer ; Priester ; Theologe ; Pfarrer
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118724088 | OGND | VIAF: 10640745
Namensvarianten
  • Koch, Wilhelm
  • Koch, Wilh.
  • Coch, Wilhelm
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Orte

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Zitierweise

Koch, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118724088.html [27.09.2022].

CC0

  • Genealogie

    V Dominicus (1833–1918), Mil.feuerwerker, S d. Georg Bauer in Weilen unter den Rinnen, u. d. Sabina Laib;
    M Wilhelmine (* 1838), T d. Karl Koch, Bauer in Weilen, u. d. Maria Stengele.

  • Biographie

    Nach Studium in Tübingen, Priesterweihe 1898 und kurzer Seelsorgetätigkeit wurde K. 1902 Repetent und 1905 Professor der Dogmatik und Apologetik in Tübingen. Im Modernismusstreit geriet er bereits 1907 im Zusammenhang mit dem Fall H. Günther in den Verdacht heterodoxer Lehren. Vorträge, die er als erster „Studentenseelsorger“ in Tübingen gehalten hatte, wurden 1911 auf Betreiben des Rottenburger Regens Rieg indiziert. Im Kampf um die Wissenschaftlichkeit der Theologie publizierte dieser die Einzelheiten der Auseinandersetzung. Bischof Keppler beantragte 1912 beim Ministerium, K. seines Lehramtes wegen Verstößen gegen die Grundsätze der Lehre der katholischen Kirche (in Wirklichkeit aber wegen mangelnder Gesinnungskonformität) zu entsetzen. In 2 Anklageschriften berief sich der Bischof dabei auf das Gesetz von 1862 betreffend die Stellung der Professoren der katholischen Theologie. Die Verteidigungsschriften K.s waren nicht immer geschickt. Ein Verfahren im Kultministerium (1915) fand mit der Beweisaufnahme praktisch ein Ende. Dazwischen lag ein von K. gegen Rieg wegen Verletzung des Urheberrechtes angestrengter und gewonnener Prozeß (1913). K. legte 1916 die Dogmatikprofessur nieder, wollte aber den Lehrauftrag für Apologetik beibehalten, was jedoch die eigene Fakultät nicht zuließ. Er übernahm 1916 die Stelle eines Garnisonspfarrers in Lille. Nach Ende des Krieges ging er in die Seelsorge (1919 Binsdorf, 1929 Waiblingen, 1933 Tettnang, wo er vom Sondergericht als Gegner des Regimes verurteilt wurde, und 1942-46 in Stetten bei Tuttlingen). K. ist weder als Modernist noch als Reformkatholik anzusehen, war freilich leicht beeinflußbar und reizbaren Charakters, als Seelsorger ein pflichtbewußter und dem Bischof gegenüber korrekter und von den Gemeinden und Kollegen (1938 wurde K. zum Dekan gewählt) hochgeschätzter Priester.

  • Werke

    Zur Methode d. Apologetik, in: Theol. Quartalschr. 91, 1909, S. 574-605;
    Der authent. Charakter d. Vulgata im Lichte d. Trienter Konzilsverhh., ebd. 96-98, 1914-16;
    Der Begriff d. traditiones im Trienter Konzilsdekret d. Sessio IV, ebd. 132, 1952, S. 46-61, 193-212;
    Rel.wiss. Vorträge f. kath. Akademiker, 4 Bde., 1909-11 (mit O. Wecker);
    Die Taufe im NT, 1910, ³1921;
    Das Abendmahl im NT, 1911, ³1926.

  • Literatur

    A. Hagen, Gesch. d. Diözese Rottenburg III, 1960, S. 124 f.;
    ders., Der Reformkatholizismus in d. Diözese Rottenburg, 1962, S. 129-52;
    K. Färber, Erinnerungen an W. K., in: Theol. Quartalschr. 150, 1970, S. 102-12 (P);
    M. Seckler, Theol. vor Gericht, 1972 (W-Verz.).

  • Autor/in

    Hermann Tüchle
  • Zitierweise

    Tüchle, Hermann, "Koch, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1980), S. 279 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118724088.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA