Lebensdaten
1828 - 1902
Geburtsort
Erfurt
Sterbeort
Torbole am Gardasee
Beruf/Funktion
Schriftsteller
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 118718983 | OGND | VIAF: 45097148
Namensvarianten
  • Grosse, Julius Waldemar
  • Grosse, Julius
  • Grosse, Julius Waldemar
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Zitierweise

Grosse, Julius, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118718983.html [25.07.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Ernst (1791–1849), Dr. phil., Oberlehrer in E., seit 1833 Mil.oberprediger u. Konsistorialrat in Magdeburg (s. L), S d. Pfarrers Frdr. Constantin Gotthilf u. d. Susanna Bohn (T d. Sylvester Joh. Heinr. B., 1771, Prof. d. Theol. u. Philos. in Erfurt, seit 1769 Prof. d. Orientalistik in Jena);
    M Minna (1806–66), T d. Frdr. Nagel, Kauf- u. Handelsherr in Leipzig, u. d. Franciska Amalie Wilh. Schönkopf;
    1859 Luise Junemann;
    S Ernst (1877–1947), Geh. Oberregierungsrat, Geschäftsführendes Vorstandsmitgl. d. Bundes d. Auslandsdeutschtums, T Antonie, gab Werke G.s in Auswahl heraus.

  • Leben

    G. besuchte seit 1843 das Domgymnasium in Magdeburg. Da der Vater seinem Wunsch widerstand, Maler zu werden, bereitete er sich seit 1846 durch die Ausbildung zum Geometer (Examen Halle 1847) für den Beruf des Architekten vor. Unbefriedigt, begann er, nach kurzer Tätigkeit als Beamter in Neuhaldensleben, ein Studium der Jurisprudenz in Halle (1849–52), das bald zunehmenden literarischen Interessen wich. Ihr Ergebnis war ein Umgang mit R. Prutz, O. Roquette, die Publikation seines ersten Dramas „Cola Rienzi“ (1851) und die Aufführung des historischen Lustspiels „Eine Nachtpartie Shakespeares“ (1851). 1852/54 widmete G. sich dem ersehnten Kunststudium auf der Akademie in München, doch wechselte er schließlich ganz zur Literatur über, angeregt durch den bayrischen Dichterkreis (F. Trautmann, H. Schmid), entscheidend bestimmt durch die Aufnahme in den Münchener Dichterkreis (Krokodil) um Geibel und Heyse. Er schloß sich ihnen in Dichtungsverständnis, Stoffen und Formen an und hat sich zeitlebens von ihrem Einfluß nicht gelöst. Größere Reisen führten ihn nach|Italien 1856, 1880, nach Paris 1867. Die Tätigkeit als Redakteur, Theater- und Kunstkritiker an der „Neuen Münchener Zeitung“ (seit 1855), an der „Illustrierten Zeitung“ in Leipzig, am „Morgenblatt“ der „Bayrischen Zeitung“ (seit 1862), als Mitarbeiter an der „Allgemeinen Zeitung“ in Augsburg (seit 1866), als dramaturgischer Berater des Generalintendanten Freiherr von Perfall (seit 1868) und Herausgeber der „Münchner Propyläen“ (1869) sicherte ihm die wirtschaftliche Basis und ein Ansehen als „Hauptkritiker“ des Münchener Kreises. Daneben veröffentlichte er mit unerschöpflicher Produktionsfreude eine Vielzahl von Dichtungen in allen geläufigen Gattungen, ohne daß ihm ein Werk gelang, das die Stil- und Geschmacksgrenzen der Zeit gesprengt und eine relative Dauer gewonnen hätte. Seit 1869 entfaltete er eine rege, geachtete Tätigkeit als Generalsekretär der Deutschen Schillerstiftung, deren Ortswechsel ihn zwischen Weimar, Dresden (1875), München (1885) tauschen, seit 1890 endgültig in Weimar (Wohnung im Hause Schillers) ansässig bleiben ließ. – G. glaubte an seine Begabung als Dramatiker, doch hat er trotz einiger Bühnenerfolge (vor allem „Tiberius“, 1875) und trotz des Wechsels zwischen verschiedensten Stoffen und Formen das Theater nicht für sich gewinnen können. Eine Vielzahl von Romanen und Novellen deutet auf ein kultiviertes belletristisches Erzähltalent, das sich vornehmlich an historische, kriminalistische und psychologische Stoffe und Themen anlehnte, ohne jedoch zu eigener Prägung zu gelangen. In der Verserzählung und im Epos konnte er der bereits ausgelebten Gattung keine neuen Lebenskräfte mitteilen. Dem Lyriker gelang eine Anzahl guter Gedichte; doch erlag er auch da einem Eklektizismus, der ihn die Möglichkeiten und Grenzen seiner Begabung nicht genügend beachten ließ. G. veröffentlichte ferner Schriften über die Bildkunst der Zeit und eine Autobiographie „Ursachen und Wirkungen“ (1896), die eine wichtige literatur- und kulturgeschichtliche Quelle, zumal für den Münchener Dichterkreis, darstellt und sein eigenes Leben nach dem Vorbilde von Goethes „Dichtung und Wahrheit“ stilisiert.|

  • Auszeichnungen

    Prof. (1892), weimar. Hofrat (1896).

  • Werke

    Weitere W u. a. Ges. dramat. Werke, 7 Bde., 1870/71;
    Erzählende Dichtungen, 6 Bde., 1872 f.;
    Neue Erzz., 3 Bde., 1875;
    Gedichte, Neue Ausw., 1882, hrsg. v. P. Heyse;
    Kleine Zeitromane, 2 Bde., 1890;
    Ausgew. Werke, hrsg. v. Antonie Grosse, 3 Bde., 1909 (mit Einleitungen v. A. Bartels, F. Muncker, H. v. Gumppenberg, J. Ettlinger, P in I);
    Die schönsten Liebesgedichte, hrsg. v. H. Gerstner, 1934 (P); Schrr. z. Kunst:
    Stud. z. Kunstgesch. d. 19. Jh., 1859;
    Die dt. u. allg. hist. Kunstausstellung in München 1858, 1859;
    Kaulbach-Album, 1861. - W-Verz. in: Brümmer u. Kosch, Lit.-Lex. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Weimar, Goethe-Schiller-Archiv u. München, Staatsbibl.

  • Literatur

    H. Ethé, J. G. als ep. Dichter, 1874 (P);
    R. Goehler, Gesch. d. dt. Schillerstiftung, 1909;
    O. Brenner, J. G. als Dramatiker, Diss. Würzburg 1924;
    A. Bartels, J. G., in: Mitteldt. Lb. I, 1926, S. 282-93 (L, P);
    H. Gerstner, J. G. als Lyriker, 1928;
    A. Nägel, J. G.s erzählende Dichtungen, Diss. München 1938;
    Frels;
    W. Arminius, in: BJ VII, S. 315 f. (u. Tl. 1902, L). - Zu V Ernst:
    Jb. d. Erfurter Ak. d. gemeinnützigen Wiss. NF 32, 1906, S. 158-60.

  • Portraits

    Stich n. Gem. v. W. Kaulbach, 1862, Abb. b. Gerstner u. in Ausgew. Werke I, s. W..

  • Autor/in

    Fritz Martini
  • Empfohlene Zitierweise

    Martini, Fritz, "Grosse, Julius" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 149 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118718983.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA