Lebensdaten
1884 bis 1958
Geburtsort
Deutsch-Landsberg (Steiermark)
Sterbeort
Graz
Beruf/Funktion
Volkskundler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118717006 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Geramb, Viktor Ritter von
  • Geramb, V.
  • Geramb, Victor
  • mehr

Orte

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Zitierweise

Geramb, Viktor Ritter von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118717006.html [25.05.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Viktor, Statthaltereirat, Vorfahren seit 15. Jh. in Oberösterreich nachweisbar, Reichsadel 1610;
    M Marie Knapp, aus alter steir. Bauernfam.;
    1909 Frieda Suppan, aus weststeir. Bauernfam.;
    1 T.

  • Leben

    G. besuchte steiermärkische und kärntnerische Schulen zu Graz und Villach. An der Universität Graz wurde er, neben dem Studium der Geschichte und Geographie, von R. Meringer in die indogermanische Sprachforschung und Altertumskunde und in die geschichtliche wie gegenwartsnahe gesamte germanische Volkskunde, von Anton E. Schönbach in die mittelalterliche Literatur und Quellenforschung eingeführt. Diese Hinleitung, zu den materiellen und geistigen Grundlagen aller Volksgüter zurückzugehen und diese bis zu den auslaufenden Wegen unserer Tage zu verfolgen, gerade in jenen Jahren, in denen es galt, nach beendetem Streit um Wesen und Aufgabe der Volkskunde sich vor allem des Sachgutes anzunehmen und es zu sichern, wurde richtungweisend für den jungen Forscher. Sie lenkte seinen am heimatlichen Bauernhaus und den Funktionen seiner einzelnen Teile und des gesamten Hofes geschulten Blick auf den „gegenwärtigen Stand der Hausforschung in den Ostalpen“ (1908), auf die Rauchstuben (1909, und Zeitschrift für slawische Philologie 1, 1925) und auf die „Rauchstuben im Lande Salzburg“ (1950). - Wie von selber ergab sich zunächst die Verbindung mit dem Musealen; der Weg des archivalisch gebildeten Sekretärs am Kuratorium des Joanneums ließ den Plan einer volkskundlichen Abteilung reifen, der 1913 verwirklicht wurde. - Über 35 Jahre war G. deren Leiter. Daneben konnte er als Professor an der Universität Graz (Habilitation 1924, außerordentlicher Professor 1931, ordentlicher Professor 1949) jüngere Menschen in die Volkskunde einführen und zu eigener Arbeit anregen, wobei er immer wieder auf die „Feldforschung“ wies. G.s erfolgreiches, vornehmlich der Steiermark gewidmetes Lebenswerk galt der bäuerlichen Hausforschung im weiten Sinn auch des „Hofes“: dem Leben seiner Bewohner, ihrer Wesensart, ihrer Arbeit und den Festen, ihren Geräten, den Volksüberlieferungen und nicht zuletzt ihrer Tracht (Steierisches Trachtenbuch, begründet von K. Mautner, vollendet von G., 2 Bände, 1932–39). - Der Erzherzog Johann und W. H. Riehl sind weiteren Kreisen erst eigentlich durch G. erschlossen worden: durch die sogenannte „Knaffl-Handschrift“ (1928) und durch die Biographie Riehls (1954), deren Untertitel „Leben und Wirken“ deutlich macht, was G. in diesem Alterswerk mit den oft sehr umfangreichen Auszügen aus Riehls Darstellungen erstrebte.

    Dem trotz schweren Bedrängnissen seit 1933 tapferen, immer liebenswürdigen Österreicher, der bei allen Ehrungen der einfache, volksverbundene Mensch seiner steierischen Heimat geblieben ist, war es vergönnt, das eigene Leben darzustellen und sein Wirken in die erlebte Geschichte der volkskundlichen Forschung einzureihen.

  • Werke

    Weitere W u. a. Autobiogr. in: Österr. Gesch.-wiss. d. Gegenwart in Selbstdarst. II, 1951, S. 78-92 (W, L); Bibliogr. (in Auswahl)
    , in: Bll. f. Heimatkde. 28, 1954.

  • Literatur

    H. Wopfner, in: Alm. d. Österr. Ak. d. Wiss. f. d. J. 1958, 1959, S. 362-74 (P);
    Kosch, Lit.-Lex.

  • Autor/in

    Otto Basler
  • Empfohlene Zitierweise

    Basler, Otto, "Geramb, Viktor Ritter von" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 248 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118717006.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA