Lebensdaten
1899 bis 1966
Geburtsort
Elberfeld
Sterbeort
Hamburg
Beruf/Funktion
Architekt ; Städtebauer
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118709356 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hebebrand, Werner Bernhard
  • Hebebrand, Werner
  • Hebebrand, Werner Bernhard

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Zitierweise

Hebebrand, Werner, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118709356.html [18.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Joseph (1856–1907), Textilfabr. in E., S d. Restaurateurs Joh. Georg in Marburg u. d. Emilie Lex;
    M Elisabeth (1858–1905), T d. Wagenbauers Heinr. Scheele in E. u. d. Lisette Rütter;
    1) Frankfurt 1924/25 Elena (* um 1905), T d. Augusto Varnesi (1866–1941), Prof. f. dekorat. Plastik a. d. TH Darmstadt, Bildhauer (s. ThB), 2) Frankfurt 1930 ( 1948) Margarete (* 1893), T d. Apothekers Johs. Leistikow in Elbing u. d. Katharina Zachler, 3) Frankfurt 1950 Lore (* 1912), T d. fürstenberg. Forstrats Oskar Zipperlin;
    B d. 2. Ehefrau Walter Leistikow ( 1908), Maler;
    S aus 2) Karl (* 1930), Dipl.-Volkswirt, Leiter d. Siemens-„Medical“ in New York.

  • Leben

    H. ging nach dem an der TH Darmstadt abgeschlossenen Hochschulstudium und nach dem Staatsexamen (1924) als Mitarbeiter zu Stadtbaurat Ernst May nach Frankfurt/Main. Dort war er 1925-29 als Architekt und Abteilungsleiter im Städtischen Hochbauamt tätig. Aufgrund erster Wettbewerbserfolge ließ er sich in Frankfurt als freier Architekt nieder. 1930 jedoch schloß er sich wieder Ernst May an, der mit einer ganzen Architektengruppe in die Sowjetunion übersiedelte, um dort neue Städte, Wohnsiedlungen und Krankenhäuser zu planen. H. war 1930-38 als Architekt und Stadtplaner beim Volkskommissariat der Schwerindustrie tätig. Zugleich arbeitete er an Forschungsvorhaben über Krankenhausbau im Volkskommissariat für Gesundheitswesen und hielt Vorlesungen an der 2. Medizinischen Universität in Moskau. Gemeinsam mit 4 sowjetischen Autoren gab er ein 2bändiges Werk über Krankenhausbau in russischer Sprache heraus. Während der großen Säuberungen wurde H. im Dezember 1937 verhaftet und nach halbjähriger Untersuchungshaft aus der Sowjetunion ausgewiesen. Nach dem Kriege, während dessen er an Wohnungsbau- und Krankenhausplanungen in Salzgitter beschäftigt war, wurde er Stadt- und Kreisbaurat in Marburg/Lahn, 1946-48 war er Stadtbaudirektor und Leiter des Stadtplanungsamtes in Frankfurt/Main. In den folgenden Jahren plante er zahlreiche Bauten in verschiedenen Orten der Bundesrepublik und lehrte 1950-52 Städtebau und Landesplanung als ordentlicher Professor an der TH Hannover. 1952 wurde er als Oberbaudirektor in die Baubehörde Hamburgs und als Professor für Städtebau an die Staatliche Hochschule für Bildende Künste berufen.

    Während 12 Jahren entwickelte H. dort Grundsätze für eine vorausschauende Stadtplanung, die sich in dem neuen Flächennutzungsplan für Hamburg, dem „Aufbauplan 1960“, niederschlugen. Auf Grund seiner Vorschläge und Planungen entsteht in Hamburg eine 2. Geschäftsstadt, die sogenannte „City-Nord“. Seine Planungsmethoden und -ergebnisse fanden weltweite Anerkennung, zumal er in internationalen Organisationen der Architekten und Stadtplaner tätig war und es ihm auf mehreren Reisen nach den USA, der UdSSR, China, Asien und in Europa gelang, internationale Kontakte für die deutschen Architekten herzustellen. H. wirkte an Wettbewerben für Projekte unter anderem in Düsseldorf, Köln, Moskau, Frankfurt/M., Salzgitter, Marl, Marburg, Bielefeld als Teilnehmer, später vielfach als Preisrichter mit. Nach seiner Pensionierung im Frühjahr 1964 war er häufig als Gutachter tätig und erforschte bis zu seinem Tode als Leiter des städtebaulichen Seminars der Stiftung Regensburg des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie die Möglichkeiten für eine Erhaltung der historischen Altstadt von Regensburg. H. hat zwar keine eigene Schule begründet, wohl aber viele Menschen und Fachleute aus den verschiedensten Lebens- und Arbeitsbereichen zusammengebracht, jungen Kollegen geholfen und ihnen Mut zugesprochen, von ihren eigenen Talenten und Fähigkeiten Gebrauch zu machen und sich für eine wahrhaft humane Haltung zu engagieren.|

  • Auszeichnungen

    Präs. d. Freien Ak. d. Künste in Hamburg (1960), Vors. d. Landesgruppe Hamburg-Schleswig-Holstein d. Dt. Ak. f. Städtebau u. Landesplanung (1956–64), o. Mitgl. d. Ak. d. Künste, Berlin, Dr.-Ing. E. h. (TH Darmstadt 1960), Fritz-Schumacher-Preis d. Freien u. Hansestadt Hamburg (1964).

  • Werke

    u. a. Bauten: Hauptzollamt in Frankfurt/M., 1926-28;
    Internat. Musikausstellung ebd., 1927 (mit M. Elsässer u. H. Leistikow);
    Palmengarten ebd., 1929-30 (mit E. May u. M. Elsässer);
    Tuberkulose-Sanatorium „Sonnenblick“ in Marburg/Lahn, 1930-31 (mit W. Kleinertz);
    Wohnhausbauten in Magnitogorsk, Kusnjezk (UdSSR), 1932-35;
    Krankenhausbauten in Stalingrad (heute: Wolgograd) u. Frunse b. Alma-Ata (UdSSR), 1936-37;
    Krankenhaus in Balchasch (UdSSR), 1937;
    Krankenhausbauten in Düben b. Leipzig, 1943 (mit F. Schaller, G. Leowald);
    Tapetenfabrik Schäfer in Kirchhain b. Marburg, 1948 (mit K. Freiwald);
    Arbeitsamt in Marburg/Lahn, 1949 (mit dems.);
    Wiederaufbau d. Westend-Synagoge in Frankfurt/M., 1949 (mit H. Leistikow u. M. Kemper);
    Gewerkschaftsschule in Lohr/M., 1951 (mit K. Freiwald u. W. Schlempp);
    Paracelsus-Klinik in Marl, 1952-56 (mit W. Schlempp);
    Wohngruppe mit Atrium-Häusern in Hamburg-Kl.Flottbek, 1964-67;
    - zahlr. Wohnhausbauten. - Schrr.: Das Tuberkulose-Krankenhaus in rationeller Bauweise, in: Hdb. f.d. neuen Krankenhausbau, hrsg. v. P. Vogler u. G. Hassenpflug, 1951;
    Probleme d. Großstadt, 1955;
    Städtebaul. Probleme Hamburgs (Festvortrag), in: Ber. üb. d. 75j. Jubiläum d. Bau-Innung Hamburg, 1958;
    Neue Stadt an d. Elbe, 2 T., in: Bauwelt, 1959, H. 25 u. 44;
    Besiedelungsdichte u. Bebauungsdichte im Flächennutzungsplan d. Stadtstaates Hamburg, in: Das Bundesbaugesetz u. a. aktuelle Probleme d. Städtebaus u. Wohnungswesens, = Schrr.reihe d. Dt. Ak. f. Städtebau u. Landesplanung, H. 11, 1960;
    Neuordnung e. Großstadt, in: hamburger Journal, 1962, H. 5;
    Die Geschoßflächenzahl in d. Stadtplanung, in: Revue technique luxembourgeoise 54, Luxemburg 1962, Nr. 4;
    Großstadt u. Region, in: Theorie u. Praxis im Städtebau d. Gegenwart, = Veröff. d. Zentralinst, f. Städtebau d. TU Berlin, 1962;
    Besiedlung u. Bebauung e. Großstadtregion - Das Beispiel Hamburg, in: Dt. Architekten- u. Ing.-Zs., 1963, H. 6;
    Was wird aus unseren alten Städten? - Regensburg, 1964.

  • Literatur

    Hommage à W. H., hrsg. v. U. Conrads, L. Juckel, P. Peters u. A. Simon, 1964 (P); Ausg. v. H.s Nachlaß durch L. Juckel in Vorbereitung.

  • Portraits

    Federzeichnung v. G. Seitz, 1963, Abb. in Hommage à W. H., s. L.

  • Autor/in

    Lothar Juckel
  • Empfohlene Zitierweise

    Juckel, Lothar, "Hebebrand, Werner" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 164 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118709356.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA