• Leben

    Mit dem Tischlermeister Michael (I) (1640–1713), der sich 1686 in Frauenstein (Erzgebirge) niederließ, tritt erstmals ein Mitglied der Familie mit mehreren biographischen Belegen in Erscheinung. Sein Sohn Andreas (* 16.5.1678 Kleinbobritzsch b. Frauenstein, 16.3.1734 Straßburg) erlernte 1691–94 bei George Lampertius in Freiberg (Sachsen) das Tischlerhandwerk; über seine Ausbildung zum Orgelbauer ist nichts bekannt. 1699 renovierte er die Orgel von Bruchsweiler (Bouxwiller, Elsaß). 1701 übersiedelte er nach Straßburg, wo er am 15.3.1702 das Bürgerrecht erhielt. 1704–06 studierte er in Paris bei François Thierry den franz. Orgelbau. S. schuf 34 Orgeln, im Elsaß, in Baden und in der Schweiz, teilweise gemeinsam mit seinem ältesten Sohn Johann Andreas (* 24.6.1712 Straßburg, 11.2.1783 ebd.). Weitgehend original erhalten sind seine Instrumente in Marmoutier (1709) und Ebersmünster (1731). Johann Andreas wurde in der väterlichen Werkstatt ausgebildet, die er 1734 übernahm. Eine sechsmonatige Studienreise führte ihn 1741 nach Deutschland, auch zu seinem Onkel Gottfried (s. u.). Von Johann Andreas sind in Lothringen, Baden, der Schweiz und im Elsaß 57 Orgelneubauten belegt. Rund ein Drittel davon ist mit unterschiedlich hohem Anteil an Originalsubstanz erhalten. S. trat zudem als Zeichner hervor und schuf Vorlagen für Kupferstecher und Zeichner; ferner publizierte er historische Arbeiten. Zudem war er Mitglied des Großen Rats der Stadt Straßburg.

    Von Andreas' beiden jüngeren Söhnen arbeitete Johann Daniel (* 31.5.1717 Straßburg, 9.5.1766 Dresden) mit seinem Bruder Johann Andreas zusammen, auch an mechanischen Musikinstrumenten; darüber hinaus war er als Organist tätig. 1752 ging er zu seinem Onkel Gottfried (s. u.) nach Sachsen, wurde dessen Universalerbe und vollendete 1755 dessen Orgel für die Hofkirche in Dresden. Der jüngste Sohn Johann Heinrich (* 24.9.1727 Straßburg, 15.1.1799 ebd.) spezialisierte sich neben Orgelbauarbeiten gemeinsam mit seinen älteren Brüdern auf den Bau von Saitenklavieren, von denen einige mit der Signatur Jean Henry S. erhalten sind. Die Instrumente aus der Straßburger Werkstatt der S. sind äußerst ökonomisch konstruiert und handwerklich überdurchschnittlich präzise gefertigt; Wert (die Instrumente waren deutlich teurer als die anderer Orgelbauer) und Dauerhaftigkeit führten später oft zu Transferierungen. Äußerlich und klanglich sind S.-Orgeln weitgehend schematisiert und folgen der franz. Tradition mit Prinzipal-, Flöten- und Zungenregistern (Trompete, Cromorne etc.); zusätzliche Farbregister fehlen durchweg. Viele der Orgeln besitzen ein sog. Rückpositiv, also ein Teilwerk, das in die Emporenbrüstung eingebaut ist. Häufig ist auch ein Echowerk im Unterbau des Hauptgehäuses vorhanden, das meist jedoch nur im Diskantbereich der Klaviatur spielbar ist. Das Pedalwerk ist zwar knapp besetzt, aber nach franz. Manier melodiefähig, gedacht insbesondere für die Ausführung gregorianischer Themen in gedehnten Notenwerten. Durch die Konfession der Auftraggeber bedingte Unterschiede sind kaum auszumachen. Charakteristisch sind ein weicher, runder Klang im Baßbereich von Flöten und Prinzipalen, feiner Glanz in den hohen Lagen sowie kräftige Zungenregister. Aus Flöten wird in jeder Orgel ein so genanntes Cornett gebildet, das als Solostimme oberhalb der übrigen Register steht und klar zeichnend in den Raum spricht. Quint- und Terzreihen sind gleichfalls immer dem Flötenchor zugeordnet.

    Die Gehäusecorpora sind in Rundtürme und Flachfelder gegliedert und meist mit üppigem Dekor versehen. Die S. prägten den Orgelbau am Oberrhein bis ins erste Drittel des 19. Jh. hinein und bildeten eine Reihe von Schülern aus. Die in dieser Region stärker wirksamen Folgen der Franz. Revolution und die Säkularisation beendeten faktisch die Nachfrage nach neuen Orgeln seitens der Kirche, so daß die Schülergeneration nicht mehr die Bedeutung ihrer Lehrmeister erreichen und kaum noch über die Region hinaus wirken konnte.

    Nach diversen Eingriffen wurden in den letzten 50 Jahren die meisten Orgeln der S. nach denkmalpflegerischen Aspekten restauriert. Hinzu kommen Rekonstruktionen, wie in der ehemaligen Benediktinerkirche Villingen (Johann Andreas, 1752). Die Instrumente eignen sich in erster Linie für die Interpretation franz. Barockmusik; grundsätzlich ist jedoch fast alle Literatur der Zeit darstellbar, wobei in Einzelfällen die Tonumfänge der Klaviaturen und die Temperierung Grenzen setzen. Wichtige, teilweise subjektive Informationen über Instrumente und Orgelbauer und zeitgeschichtlich hoch interessante Hinweise enthält der umfangreiche handschriftliche Nachlaß von Johann Andreas, der als „Silbermann-Archiv“ ediert ist (Privatbes.).

  • Werke

    W zu Johann Andreas : u. a. Straßburg, St. Thomas, 1740 (verändert);
    Wasselonne, 1745 (ursprüngl. f. Gebweiler, Guebwiller);
    Arlesheim (Kt. Baselland), 1762;
    Ettenheimmünster (Ortenau), 1769;
    St. Blasien (Schwarzwald), 1774 (größte Orgel v. J. A. S., nicht erhalten);
    Schrr.:
    Local-Gesch. d. Stadt Strassburg, 1775;
    Beschreibung v. Hohenburg oder dem St. Odilienberg, sammt umliegender Gegend, 1781, 21835;
    – Das S.-Archiv, Der hsl. Nachlaß d. Orgelmachers Johann Andreas S. (1712–1783), hg. v. M. Schaefer, 1994;
    Tasteninstrumente aus d. S.-Schule u. a. in Museen in Basel, Bad Krozingen, Berlin u. Den Haag.

  • Literatur

    u. a. F. X. Mathias u. J. Wörsching, Die Orgelbauer-Fam. S. in Straßburg i. E., hg. v. P. Smets, 1960;
    A. Hohn OSB, Die Orgeln Johann Andreas S.s, in Acta organologica 4, 1970, S. 11–58;
    P. Meyer-Siat, Die S.-Geneal. nach d. Straßburger Akten, ebd. 11, 1977, S. 137–45;
    H. Wettstein, Die Orgelbauerfam. S., Bibliogr. Btr. zu ihrem Leben u. Werk (1683 – 1783 – 1983), 1983 (Bibliogr.), 21989;
    Ph. Fritsch, Les Ateliers alsacien et Saxon de la dynastie de S., Diss. Tours 1996;
    H. Musch, St. Rommelspacher u. M. Schaefer (Hg.), Die Rekonstruktion d. S.-Orgel v. 1752 in d. Benediktinerkirche Villingen, 2002;
    J. Dresch, S., Gesch. u. Legende e. Orgelbauerfam., 2006;
    M. Zepf, Die S.s in Basel u. Arlesheim, Ausst.kat. Arlesheim 2007;
    Riemann;
    MGG;
    MGG2;
    New Grove;
    NDBA.

  • Autor/in

    Markus Zimmermann
  • Familienmitglieder

  • Empfohlene Zitierweise

    Zimmermann, Markus, "Silbermann" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 408-410 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118614290.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Silbermann: Andreas S., der Sohn eines Zimmermanns Namens Michael S., der Stammvater einer in der Instrumentenbaukunst sich auszeichnenden Familie, geboren am 19. Mai 1678 zu Frauenstein in Sachsen und am 16. März 1734 zu Straßburg im Elsaß. Er erlernte die Orgelbaukunst, ging um 1700 auf Reisen, um seine Kenntnisse zu erweitern, ließ sich 1701 in Hanau nieder und einige Jahre darauf in Straßburg, wo er festen Fuß faßte, sich am 13. Juni 1708 mit Anna Marie Schmid verheirathete und zwölf Kinder zeugte. Sein Ruf als tüchtiger Orgelbauer breitete sich so aus, daß er von 1707 bis 1733 dreißig Orgeln für Kirchen erbaute, darunter allein für Straßburg sieben, für Colmar drei und für Basel zwei.

    Gottfried S., sein jüngerer Bruder, geboren am 14. Januar 1683 zu Frauenstein und am 4. August 1753 in Dresden, überragte ihn als Orgel- und Instrumentenbauer um ein Bedeutendes und gab seinem Familiennamen erst jenen unsterblichen Klang, der ihn bis in ferne Jahrhunderte trägt. Bei seinem Bruder in Straßburg erlernte er die Orgelbaukunst, baute 1714 seine erste 45 Stimmen enthaltende Orgel für Freiberg in Sachsen und ließ sich dort nieder, sowohl Orgeln als Claviere und Flügel nach alter Bauart, d. h. mit Tangenten oder Federkielen versehen, verfertigend, die sich durch ihre gediegene|Arbeit bald einen ausgebreiteten Ruf erwarben und ihn zum wohlhabenden Manne machten, der nicht nur auf Broderwerb zu denken hatte, sondern durch Versuche und Erfindungen der Instrumentenbaukunst einen ungeahnten Aufschwung verlieh. Bemüht, den Ton der Claviere und Flügel zu verstärken und dabei doch die leichte Beweglichkeit nicht einzubüßen, erfand er das „Cimbal d'amour“ und bewog den sächsischen geh. Secretär und Hofpoeten Johann Ulrich König (A. D. B. XVI, 516) ein empfehlendes Schreiben abzufassen, welches die breslauische Zeitung von Natur-, Medicin-, Kunst- und Litteratur-Geschichte im Juli 1721, Classe V, p. 110 zum Abdruck brachte (im Neudruck in den Monatsh. für Musikgesch. 2, 133). Dies Instrument war in seinem Grundwesen ein gewöhnliches Tangentenclavier, dessen Metallsaiten aber doppelt so lang als beim gewöhnlichen Clavier waren. Die Tastatur befand sich an der Längsseite des Instrumentes, also wie bei den späteren Tafelclavieren, und die Saiten wurden von den Tangenten (Messingstiften) genau in ihrer mathematischen Hälfte angeschlagen und dadurch in zwei gleiche Theile getrennt. Der Ton gewann hierdurch bedeutend an Kraft, da eigentlich zwei Saiten ertönten. Die Erfindung erregte Auffehen und S. war bemüht, dieselbe durch ein Patent gegen Nachahmung zu schützen. Er wandte sich am 10. Juni 1723 an den Kurfürsten von Sachsen, nachdem er von den Kammermusici Volumier, Pezold und Pisendel ein Attest hatte ausfertigen lassen, worin dieselben seine Verdienste als Orgel-Instrumentenbauer und Erfinder des Cimbal d'amour hervorhoben und bestätigten, und schon am 21. Juni desselben Jahres erhielt er nicht nur das Patent ausgefertigt, sondern auch den Titel eines Hof- und Landorgelbauers (siehe sämmtliche Aktenstücke in den Monatsh. l. c.). Dennoch waren ihm Aerger und Verdruß nicht erspart, allerdings zum Theil durch seine Schuld. Der bekannte Virtuose Hebenstreit (A. D. B. XI, 196) in Dresden ließ sein von ihm erfundenes Instrument Pantaleon bei Silbermann arbeiten unter der Bedingung, daß er es nur in seinem Auftrage anfertige. Hebenstreit hatte aber in Erfahrung gebracht, daß S. dieselben auch im Auftrage anderer anfertigte und verklagte ihn im October 1727, worauf am 15. November 1727 zu Ungunsten Silbermann's entschieden wurde. Hebenstreit ließ nun sein Instrument bei Ernst Hänel in Meißen arbeiten und dieser fertigte nun auch Silbermann's Erfindung des Cimbal d'amour nach. Von S. verklagt, wurde Hänel zu 40 Goldgulden Strafe und Gerichtskosten verurtheilt. Er appellirte jedoch und erlangte von Hebenstreit ein Gutachten, infolge dessen das erste Urtheil aufgehoben und S. abschlägig beschieden wurde. Er scheint hierauf die weitere Anfertigung und Verbesserung des Cimbal d'amour aufgegeben zu haben, dagegen nahm er die von Cristofori in Florenz erfundene Hammerclavier-Mechanik auf und suchte dieselbe zu verbessern und in Deutschland einzuführen. Cristofori (fälschlich durch Maffei und Mattheson in der Critica musica unter dem Namen Cristofali bekannt gemacht) hatte um 1711 ein Clavier, resp. Flügel erfunden, dessen Saiten durch bewegliche Hämmer zum Tönen gebracht wurden. Diese sich später so folgenreich erweisende Erfindung wurde durch den Marchese Scipio Maffei in der venezianischen Zeitung „Giornale de' letterati d'Italia“ tomo V. 1711, p. 144 nebst einer sehr schlechten Abbildung beschrieben und von Mattheson 1725 im 2. Bde. der Critica musica S. 355 ins Deutsche übertragen. Mag nun diese Beschreibung S. zum Vorwurfe gedient haben, oder mag er sich ein solches „Piano e Forte“, wie es Cristofori nannte, aus Florenz haben kommen lassen, kurz S. verfolgte mit Eifer und Ausdauer die Verbesserung des Pianoforte, ohne sich wieder ein Patent darauf ausfertigen zu lassen, und ihm ist es zu danken, daß sich diese Instrumente so bald in Deutschland verbreiteten und die Tangentenclaviere völlig verdrängten. Bis noch vor wenigen Jahrzehnten ist man im|Zweifel gewesen, ob man S. oder Christoph Gottlieb Schröter, Organist in Nordhausen (A. D. B. XXXII, 558) die Erfindung des Pianoforte zuschreiben sollte, bis im J. 1873 der Schreiber dieser Zeilen im Stadtschlosse zu Potsdam und bald darauf auch in Sanssouci bei Potsdam und endlich auch im germanischen Museum in Nürnberg völlig gleich gebaute Pianoforte in Flügelform von S. auffand und an der Mechanik feststellen konnte, daß sie eine Verbesserung der Cristofori'schen sei. Schröter trat auch mit der Inanspruchnahme der Erfindung und seiner Zeichnung des Modells so spät auf (1763), daß bei einer sorgsamen Prüfung und Beachtung der Zeit von Seiten der Historiker nie Zweifel hätten entstehen können, ob S. oder Schröter der Erfinder sei. Eine sorgfältige Prüfung nebst Beschreibung und Abbildung der drei Mechaniken von Cristofori, S. und Schröter findet man im 5. Jahrg. der Monatsh. für Musikgesch. S. 17 u. f. Adlung berichtet in seiner Musica mechanica 1768 p. 212 ff., daß die ersten Versuche der Silbermann'schen Pianoforte sich zu schwer spielten und kein geringerer als Sebastian Bach ihn darauf aufmerksam machte. Vergleicht man nun die Mechanik von Cristofori mit der verbesserten von S., so erkennt man das Bestreben, diesem Uebel hauptsächlich abzuhelfen, denn während das Cristofori'sche Modell drei passive oder Druckpunkte hat, sind bei S. nur zwei vorhanden, und das ist für die Spielart eine wesentliche Erleichterung. Ferner hat er den Fänger hinzugefügt. Ich habe alle drei Instrumente Silbermann's gespielt. Der Klang ist zwar schwach, da es nur zweisaitig mit dünnen Drahtsaiten bezogen ist, dennoch ist es angenehm singend und im Verhältniß weich und voll. Die Spielart ist gegen unsere heutigen Pianoforte außerordentlich leicht, und dies war in damaliger Zeit (ca. 1740) eine unbedingte Nothwendigkeit, da die Tangentenclaviere und Kielflügel einen kaum nennenswerthen Druck der Finger beanspruchten. Ueber die Ausbreitung der Pianoforte haben wir nur sehr wenige Zeugnisse, da man mit den alten Instrumenten nichtachtend verfahren ist und sich nur wenige davon bis auf heute gerettet haben. So besitzt die königliche Musikaliensammlung in Dresden ein Pianoforte in Tafelform von einem Schüler Silbermann's, Johann Gottlob Wagner, 1787 gebaut. Mozart lobt die Stein'schen Hammerclaviere und der Schwiegersohn Stein's, Andreas Streicher, der nach Wien übersiedelte, erfand die sogenannte deutsche Mechanik, welche sehr bald die von S. verdrängte. Letztere wurde durch seine Schüler in England eingeführt und verbessert, von wo sie dann in den fünfziger Jahren als englische Mechanik wieder in Deutschland die Streicher'sche verdrängte. Der Unterschied beider Arten hat auf Spielart, Dauerhaftigkeit und Tonfülle einen großen Einfluß und beruht in der Stellung des Hammers; während Cristofori-S. den Hammer auf eine besondere Leiste setzten, und die Taste durch eine Stoßzunge denselben in Bewegung setzte (englische Mechanik), befand sich bei der Streicher'schen Mechanik der Hammer unmittelbar auf der Taste in umgekehrter Richtung und die Aushebung geschah durch ein am Ende befestigtes Leder, welches sich nur allzuschnell abnützte, nicht widerstandsfähig genug war und bei schnellen Wiederholungen den Dienst versagte. — Silbermann's letztes Orgelwerk ist die große Orgel in der katholischen Kirche in Dresden, die heute noch ihr mächtiges Werk erklingen läßt; mitten in der Arbeit, während dem Abstimmen der aufgestellten Pfeifen überraschte ihn ganz plötzlich der Tod.

    Johann Andreas S., der älteste Sohn des Andreas, geboren am 20. Juni 1712 in Straßburg und am 11. Februar 1783 ebendort, trat in die Fußtapfen seines Vaters und zeichnete sich durch den Bau vorzüglicher Orgeln aus, die sich, 54 an der Zahl, in Straßburg, Colmar, Basel und anderen Städten befinden. Er muß sich auch mit historischen Studien beschäftigt haben,|denn er gab 1775 zu Straßburg eine „Localgeschichte der Stadt Straßburg“ heraus. Von seinem reichen Kindersegen trat doch nur ein Sohn, Johann Josua, in das Geschäft des Vaters ein; er starb am 3. Juni 1786 zu Straßburg. Ein anderer Sohn, Johann Andreas, war Kaufmann und dessen Sohn Friedrich Theodor bildete sich im Conservatoire in Paris als Violoncellist aus und starb am 5. Juni 1816.

    Johann Daniel S., der zweite Sohn des Andreas, geboren am 31. März 1717 zu Straßburg, starb bei einem Besuche in Leipzig am 6. Mai 1766. Er hatte sich bei seinem Vater als Orgelbauer ausgebildet und trat 1751 in die Fabrik seines Onkels Gottfried in Freiberg in Sachsen ein. Nach dem Tode desselben (1753) vollendete er den Bau der großen Orgel in der katholischen Kirche in Dresden, ließ sich darauf dort nieder und verfertigte hauptsächlich Claviere und Pianoforte in der Mechanik seines Onkels. Er erhielt 1764 vom Kurfürsten von Sachsen das Prädicat Hoforgelbauer und 400 Thaler festen Gehalt (Fürstenau, Beiträge 1849, S. 157). Er zeichnete sich auch als Componist aus; die königliche Bibliothek zu Berlin besitzt ein Klavierstück in den Mss. 4221 u. 131 fol. 12 vom Jahre 1757, betitelt „Le Moulinet“.

    Johann Heinrich S., der jüngste Sohn des Andreas, geboren am 24. September 1727 zu Straßburg und am 15. Januar 1799, baute hauptsächlich Pianoforte, die in Frankreich sich eines guten Absatzes erfreuten. Von seinen zwei Söhnen übernahm der älteste das Geschäft seines Vaters: Johann Friedrich S., geboren am 21. Juni 1762 in Straßburg und ebendort am 8. März 1817. Er war außerdem Organist an der St. Thomaskirche und ein fruchtbarer Componist, doch wird nur die „Hymne à la paix“ von ihm namentlich angeführt.

    • Literatur

      Vgl. Lobstein, Beiträge zur Geschichte der Musik im Elsaß, Straßburg 1840 und die oben citirten Monatshefte.

  • Autor/in

    Rob. Eitner.
  • Empfohlene Zitierweise

    Eitner, Robert, "Silbermann" in: Allgemeine Deutsche Biographie 34 (1892), S. 310-313 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118614290.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA