Lebensdaten
1898 bis 1947
Geburtsort
Botzanowitz (Kreis Rosenberg, Oberschlesien)
Sterbeort
Moskau
Beruf/Funktion
General ; Kosaken-Feldataman
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11859155X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Pannwitz, Helmuth von
  • Pannwitz, Hellmuth von
  • Pannwitz, Helmuth von

Porträt(nachweise)

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Zitierweise

Pannwitz, Hellmuth von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11859155X.html [20.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus oberlausitz.-schles. Adel;
    V Wilhelm (1854–1931), Pächter v. B., preuß. Amtsrat, S d. Wilhelm (1816–86), auf Paulsdorf u. Zakowice, Pächter v. Bürgsdorf u. B., preuß. Amtsrat, u. d. Elisabeth Gfn. v. Monts (1833–77);
    M Hertha Retter (1876–1963);
    Vt Eberhard (1887–1945), Dr. iur., Gesandter in Tirana, Kurt (1900–47), Gesellschafter d. Fa. Schles. Cellulose- u. Papierfabriken Ewald Schoeller & Co., Hirschberg-Cunnersdorf;
    Königsberg 1938 Ingeborg (* 1916. 2] Hans-Joachim v. Schultz, * 1905, Oberst), T d. Wilhelm Neuland. Bgm. v. Tapiau (Ostpreußen), u. d. Elsa Maske; 1 S Sieghard (* 1942), Dipl.-Ing., Kaufm., 2 T Wilfriede (* 1939, Hans H. Oehler, * 1928, Dipl.-Ing.)), Dagmar (* 1944, Alexander Gf. v. Bassewitz, * 1937, Dr. rer. nat., Dipl.-Physiker)..

  • Leben

    P. besuchte die Kadettenanstalt in Wahlstatt (seit 1910) und Lichterfelde (seit 1914). Im Okt. 1914 rückte er als Fahnenjunker zur Ersatzschwadron des Ulanenregiments 1 in Lüben bei Liegnitz ein (1915 Leutnant), nahm 1916 an der Sommeschlacht teil und wurde der Quartiermeisterabteilung der 14. Armee zugeteilt. Nach Kriegsende kämpfte er in verschiedenen Freikorps zum Schutz der deutschen Ostgrenze und war 1920-33 als Gutsverwalter in Polen tätig. 1935 wurde P. als Rittmeister und Schwadronchef im Reiterregiment 2 in Angerburg (Ostpreußen) reaktiviert und kam 1938 als Major zum Kavallerieregiment 11 nach Stockerau bei Wien. Bei Kriegsbeginn 1939 beteiligte er sich als Kommandeur der Divisionsaufklärungsabteilung 45 am Polenfeldzug. Anfang 1942 in das Oberkommando des Heeres versetzt und bald darauf zum Oberst befördert, entwickelte P. gegen den Widerstand Himmlers, aber mit Unterstützung der Generale Ernst Köstring (1876–1953), Kurt Zeitzier (1895–1963) und Ewald v. Kleist (1881–1954) Pläne einer eigenen Kosakeneinheit. Seit dem Herbst bemühte er sich in der besetzten Ukraine bei den von den Kommunisten unterdrückten Kosaken, die hofften, auf diese Weise einen unabhängigen Staat erlangen zu können, mit Erfolg um die Aufstellung von Freiwilligenverbänden. Im März 1943 wurde in Milau die 1. Kosaken-Kavallerie-Division unter Führung P.s. der im Juni zum Generalmajor befördert wurde, aufgestellt und im Herbst nach Kroatien zur Partisanenbekämpfung verlegt. Im Januar 1945 wurde P., inzwischen Generalleutnant, vom Allkosakenkongreß in Slawonien zum „Obersten Feldataman aller Kosakenheere“, einer früher dem jeweiligen Zarewitsch vorbehaltenen Würde, bestimmt. Seit dem 1. Februar unterstand ihm das in der Aufstellung begriffene XV. Kosaken-Kavallerie-Korps mit zwei Divisionen, das er im Mai in engl. Kriegsgefangenschaft führte. Entgegen anderslautenden Versicherungen lieferten die Engländer jedoch Ende Mai/Anfang Juni rund 20 000 Kosaken der Ersatzformation und fast ebenso viele Zivilisten, die sich in der Peggetz bei Lienz versammelt hatten, der Roten Armee aus. die sie nach dem Ural und nach Workuta (Sibirien) deportierte; Hunderte entzogen sich durch Selbstmord der Auslieferung oder kamen bei dem hierbei entstandenen Gemetzel um. P., der in Moskau die „Repatriierung“ abwenden wollte, wurde zusammen mit fünf Kosakengeneralen inhaftiert, in das Lubjankagefängnis verbracht und allgemein wegen „Spionage-, Diversions- und Terrortätigkeit gegen die Sowjetunion“, speziell wegen angeblicher Erschießung von 15 Partisanen zum Tode durch den Strang verurteilt. Die russ. Militärstaatsanwaltschaft hob 1996 dieses Urteil auf und rehabilitierte den von seinen Kosaken als „der große Pan“ bezeichneten General.|

  • Auszeichnungen

    Ritterkreuz (1941) mit Eichenlaub (1942); Denkmal in Tristach b. Lienz; Dok. d. Tragödie an d. Drau: Lienz, Mus. Schloß Bruck.

  • Literatur

    N. v. Preradovich, in: Dt. Adelsarchiv 13, 1957, S. 4;
    E. Kern. Gen. v. P. u. seine Kosaken, 1963;
    E. M. Wenzel, So gingen d. Kosaken durch d. Hölle, 1976;
    S. J. Newland, Cossacks in the German army 1941-1945, 1991;
    St. Karner, Im Archipel GUPVI, Kriegsgefangenschaft u. Internierung in d. Sowjetunion 1941-1956, 1995, S. 20 ff.;
    H. Groß, Bedeutende Oberschlesier, 1995 (P);
    O. Stein, in: Der Schlesier v. 10.1.1997 (P);
    Wolfgang Strauss, Fortschreiten d. Revisionismus in Rußland, in: Staatsbriefe 8/10, 1997, S. 12-15;
    B. Alfer'ev, V. Kruk Pochodnyj ataman Bat'ko fon Pannvic, dokumental'naja povest', 1997;
    GHdA 92, 1987 (P).

  • Autor/in

    Franz Menges
  • Empfohlene Zitierweise

    Menges, Franz, "Pannwitz, Hellmuth von" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 34-35 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11859155X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA