Lebensdaten
1883 bis 1957
Geburtsort
Frohburg (Sachsen)
Sterbeort
Nieder-Neuendorf bei Berlin (Ost)
Beruf/Funktion
CDU-Politiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118589032 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Nuschke, Otto Gustav

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Zitierweise

Nuschke, Otto, Indexeintrag in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd118589032.html [25.09.2016].

CC0

Nuschke, Otto

Politiker, * 23.2.1883 Frohburg (Sachsen), 27.12.1957 Nieder-Neuendorf bei Berlin (Ost), Berlin, Dorotheenstädtischer Friedhof. (evangelisch)

  • Genealogie

    V Gustav Otto (1849–1924), aus Leipzig, Buch- u. Steindruckereibes. in Leipzig, S e. Kaufm. in Köln; M Elisabeth (1853–1924), T d. Gottlob Voigt ( 1897), Getreide- u. Mehlhändler in F.; B Reinhard (* 1889), führt d. väterl. Druckerei in Leipzig bis 1929 weiter; – 1) Marburg 1908 Gertrud Matthaei (1887–1925), T e. Konditors, 2) 1927 ( 1933) Mathilde Küthmann (* 1900), T e. Eisenbahnbeamten, 3) 1948 Vera (* 1927), T d. Emil Günther (1893–1976), Mitgl. d. VdgB; 1 S aus 1).

  • Leben

    Nach der Ausbildung zum Buchdrucker und dem Besuch der Akademie für graphische Kunst in Leipzig war N. 1903-10 Chefredakteur der „Hessischen Landeszeitung“ (Marburg), danach Parlamentsredakteur des „Berliner Tageblatts“, 1915-30 schließlich Chefredakteur der „Berliner Volkszeitung“. Seit 1902 Mitglied des National-sozialen Vereins und (seit 1903) der Freisinnigen Vereinigung in Marburg, als deren Generalsekretär er seit 1906 diente, wurde N. 1910 Generalsekretär der Fortschrittlichen Volkspartei in Kassel. 1918 gehörte er zu den Mitbegründern der DDP und war Leiter ihrer Reichsgeschäftsstelle; 1931 wurde er Reichsgeschäftsführer der DDP-Deutschen Staatspartei und verantwortlicher Redakteur ihres Wochenblatts „Deutscher Aufstieg“. 1919 gehörte er der Verfassunggebenden Weimarer Nationalversammlung an. 1921-33 war er Abgeordneter des Preuß. Landtags. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 erhielt N. Berufsverbot und lebte anschließend in Nieder-Neuendorf als Landwirt. Im Mai 1933 und erneut 1936 vorübergehend verhaftet, fand er nach 1936 Unterschlupf im Martin-Luther-Krankenhaus in Berlin-Schöneberg und hielt sich seit Juli 1944 bei Freunden versteckt. Seit 1943 stand N. in Verbindung mit dem „Kreisauer Kreis“. Nach kurzzeitiger Mitarbeit im Gründungsausschuß der Liberal-Demokratischen Partei Deutschlands in Berlin wurde N. 1945 zu einem der Mitbegründer der CDU und der Verlagsanstalt „Neue Zeit“. 1946-52 gehörte er dem Brandenburg. Landtag an. Seit 1946/47 Mitglied des Parteivorstandes, wurde er 1948 als Nachfolger von Jakob Kaiser (1888–1961), der die Beteiligung seiner Partei am „Deutschen Volkskongreß“ und somit eine Zusammenarbeit mit der SED abgelehnt hatte, zum ersten Vorsitzenden der CDU in der Sowjet. Besatzungszone gewählt. In der (zunächst Provisorischen) Volkskammer bekleidete N. 1949-57 das Amt des stellvertretenden Ministerpräsidenten (bzw. stellv. Vorsitzenden des Ministerrates) der DDR. Für seine Bereitschaft, die CDU zur linientreuen Blockpartei zu formen, konnte er anfangs gewisse Zugeständnisse der Staatsführung an die ev. Kirche erreichen. Insgesamt blieb sein Einfluß jedoch gering. – Ehrenbürger v. Frohburg (1953); Vaterländ. Verdienstorden in Gold (1954); Dr. rer. pol. h. c. (Leipzig 1955).

  • Werke

    Reden u. Aufss. 1919-1950, 1957; Mahnung u. Beispiel, 1958.

  • Literatur

    G. Götting, Vom Werden u. Wirken d. Christl.-Dem. Union, 1958; G. Wirth, O. N., 1965; F. Selbmann, Die erste Stunde, 1969; Erinnerungen an O. N., 1973 (P); G. Schmolze, in: SZ v. 15.3.1975 (P); G. Fischer, O. N., Ein Lb., 1983 (P); H. Weber, in: SBZ-Hdb., 1990, S. 989; J. G. Reißmüller, Vom Gertrudenhof zum Dorotheenstädt. Friedhof, in: FAZ Nr. 282 v. 5.12.1991 (P); Rhdb. (P); Schumacher, M. d. R.; Wer war wer in d. DDR, 1995; Biogr. Hdb. SBZ/DDR.

  • Portraits

    Relief v. W. Rosenthal, 1973 (Berlin, O.-N.-Haus), Abb. b. G. Fischer (s. L).

  • Autor

    Christian Ostermann
  • Empfohlene Zitierweise

    Ostermann, Christian, "Nuschke, Otto" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 375 f. [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd118589032.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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