Lebensdaten
1743 bis 1797
Geburtsort
Marburg
Sterbeort
Rinteln
Beruf/Funktion
evangelischer Theologe ; Orientalist ; Mathematiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117503398 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hassencamp, Johann Matthäus
  • Hassencamp, Johann M.
  • Hassencamp, Johannes Matthaeus
  • mehr

Quellen(nachweise)

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Hassencamp, Johann Matthäus, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117503398.html [28.01.2020].

CC0

  • Leben

    Hassencamp: Johann Matthäus H., evangelischer Theologe, Orientalist und Mathematiker, geb. am 28. Juli 1743 zu Marburg als Sohn eines dortigen Kaufmanns und Stadtraths, am 6. October 1797. Er besuchte das Pädagogium zu Marburg und 1760 die Universität daselbst, studirte in den ersten Jahren griechische und morgenländische Litteratur, Philosophie, Mathematik, Staaten- und Kirchengeschichte, später die theologischen Disciplinen.|Schon 1765 veröffentlichte er die beachtenswerthe Schrift: „De Pentateucho LXX interpretum“ (s. u.). Nachdem er 1766 das Examen pro candidatura bestanden, ging er in demselben Jahre nach Göttingen, wo er bei Walch, Müller, Leß Theologie, bei Michaelis die morgenländischen Wissenschaften, außerdem auch Mathematik, Physik und alte Litteratur trieb. 1767 verließ er Göttingen wieder, um eine litterarische Reise durch einen Theil Deutschlands nach Holland, England, Frankreich zu machen, von welcher er 1768 nach Marburg zurückkehrte. Er habilitirte sich hier, wurde aber kurz darauf als ordentlicher Professor der Mathematik und der morgenländischen Sprachen nach Rinteln berufen, woselbst er auch 1777 das Amt des Universitätsbibliothekars und 1789 den Charakter eines Consistorialrathes erhielt. H. vertrat in der Theologie einen gemäßigt freisinnigen und toleranten Standpunkt und war allem Parteihader abhold. In diesem Geiste leitete er auch die von ihm mit anderen Gelehrten herausgegebenen „Annalen der neuesten theologischen Litteratur und Kirchengeschichte“, Jahrgang 1—8, 1789—96 (fortgesetzt von L. Wachler). Für die Geschichte der alten Bibelübersetzungen sind von Belang, wenngleich sie nicht allgemeine Billigung gefunden haben, seine Schriften: „Commentatio de Pentateucho LXX interpretum Graeco non ex Hebraeo sed Samaritano textu converso“, 1765. Ein zweiter Theil erschien nach und nach in Programmen 1780. „Der entdeckte wahre Ursprung der alten Bibelübersetzungen", 1775. Außerdem verfaßte er eine Reihe meist kleinerer Schriften zur Exegese, sowie auch zur Mathematik und Physik, unter welchen hervorzuheben: „Versuch einer neuen Erklärung der 70 Wochen Daniels“, 1772. „Kurze Geschichte der Bemühungen, die Meereslänge zu erfinden“, 1769, 2. Aufl. 1774. Endlich gab er mit eigenen Zusätzen heraus: „James Bruce's Reisen in das Innere von Afrika“, 2 Bde. 1791 und „Joh. Dav. Michaelis' Lebensbeschreibung von ihm selbst abgefaßt“, 1793.

    • Literatur

      Vgl. Strieder, Hessische Gel.- und Schriftst.-Geschichte V, 333. Beyer, Allgem. Magazin für Prediger VII, 111. (Beides von Hassencamp selbst.)

  • Autor/in

    Redslob.
  • Empfohlene Zitierweise

    Redslob, Gustav Moritz, "Hassencamp, Johann Matthäus" in: Allgemeine Deutsche Biographie 10 (1879), S. 762-763 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117503398.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA