Dates of Life
1803 – 1854
Occupation
Schriftsteller ; Biograph Jean Paul Friedrich Richters ; Historiker
Religious Denomination
keine Angabe
Authority Data
GND: 117481726 | OGND | VIAF: 8166572
Alternate Names
  • Spazier, Richard Otto
  • Spatzier, Richard O.
  • Spazier, Otto Richard
  • more

Objekt/Werk(nachweise)

Relations

Inbound Links to this Person

The links to other persons were taken from the printed Index of NDB and ADB and additionally extracted by computational analysis and identification. The articles are linked in full-text version where possible. Otherwise the digital image is linked instead.

Places

Map Icons
Marker Geburtsort Place of birth
Marker Wirkungsort Place of activity
Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

Localized places could be overlay each other depending on the zoo m level. In this case the shadow of the symbol is darker and the individual place symbols will fold up by clicking upon. A click on an individual place symbol opens a popup providing a link to search for other references to this place in the database.

Citation

Spazier, Richard Otto, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117481726.html [25.04.2024].

CC0

  • Biographical Presentation

    Spazier: Richard Otto S., Schriftsteller, Sohn des Vorigen, geb. 1803 in Leipzig, wurde in Dresden erzogen, lebte 1825—26 bei seinem Oheim Jean Paul in Baireuth und ging dann nach Nürnberg, wo er 1830—31 die „Nürnberger Blätter für öffentliches Leben, Litteratur und Kunst (literar. Ztschr. aus u. für Süddeutschland)“ herausgab. 1831 aus Baiern gewiesen, hielt er sich in Leipzig auf und verfolgte hier, wie schon in Nürnberg, mit warmer Theilnahme das Schicksal der unglücklichen Polen, für die er in verschiedenen kleineren (theils selbständigen, theils aus dem Polnischen übersetzten) Schriften mit Geist und Kühnheit eintrat. Eigene Reisen durch Polen (vgl. „Ost und West“, Stuttgart 1835), sowie persönliche Bekanntschaft und Briefwechsel mit den meisten der geflüchteten polnischen Staatsmänner und Generäle boten S. die beste Grundlage zu seiner klar und begeistert geschriebenen, großen „Geschichte des Ausstandes des polnischen Volkes|i. d. J. 1830 u. 1831“ (3 Bde., 1832; neue außerord. verm. Ausg. mit Karten u. s. w. 1834). Nicht zu verwechseln mit dieser von den Zeitgenossen oft gerühmten Revolutionsgeschichte ist die kürzere „Geschichte des polnischen Volkes u. s. w.“ (4 Hfte., 1831). Spazier's fruchtlose Bemühungen für die polnische Sache, in deren Interesse er einen allgemeinen europäischen Krieg erwartete, verbitterten ihm den Aufenthalt in Deutschland; er ging 1833 nach Paris und kehrte erst kurz vor seinem Tode (1854) nach Leipzig zurück. Seine Uebersetzungen (Scott's Gedichte, das Trauerspiel „Numancia" von Cervantes) und eigenen literarischen Versuche, die er in „Scherz und Ernst" (1830) und „Gesammelte Blätter, 1. u. 2. Bdchen., Novellen, musikal.-dramat. Aufsätze und Gedichte enthaltend“ (1833) veröffentlichte, sowie „Die Uzkokin, Novelle mit histor. Erläuterungen“ (1831) haben keine Bedeutung. Dauerndes Verdienst dagegen erwarb S. durch vorzügliche biographische Schriften über Jean Paul: „Jean Paul Friedrich Richter in seinen letzten Tagen und im Tode“ (1826); „J. P. Fr. Richter. Ein biographischer Commentar zu dessen Werken“ (mit Widmung an Ludwig Börne; 5 Thle., 1833; neue Ausg. 1835; 1840).

    • Literature

      Goedeke, Grdr. III¹, 1399, 442. — Fr. Muncker, A. D. B. XXVIII, 484.

  • Author

    Friedrich Brandes.
  • Citation

    Brandes, Friedrich, "Spazier, Richard Otto" in: Allgemeine Deutsche Biographie 35 (1893), S. 75-76 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117481726.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA