Lebensdaten
1827 bis 1872
Geburtsort
Oppeln
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Komponist ; Musiker
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 117289604 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ulrich, Hugo

Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Ulrich, Hugo, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117289604.html [16.12.2019].

CC0

  • Leben

    Ulrich: Hugo U., ein genial begabter Componist, geboren am 26. November 1827 zu Oppeln in Schlesien, am 23. März 1872 zu Berlin. Sein Vater war Oberlehrer am Gymnasium zu Oppeln und nebst seiner Frau der Musik ein treu ergebener Verehrer. Schon als Knabe zeigte sich bei Hugo die außerordentliche Veranlagung für Musik, so daß seine Umgebung mit gerechtem Stolz auf ihn blickte. Leider verlor er sehr früh Vater und Mutter und die Kämpfe ums tägliche Leben traten schon in jungen Jahren an ihn heran. Ins Convict am Matthias-Gymnasium zu Breslau aufgenommen, machte er die Gymnasialstudien durch, war dabei Chorsänger an der Matthiaskirche und versah|zugleich den Organistendienst. Bei Moritz Brosig empfing er den ersten Unterricht in der Composition. 1846 ging er nach Glogau aufs Gymnasium, bezog dann in Berlin die Universität und durch Meherbeer's Vermittlung wurde er Schüler S. W. Dehn's in der Composition. Hier entwickelte sich sein Compositionstalent in der schönsten Weise, wovon sein Trio für Pianoforte, Violine und Violoncell, als op. 1 erschienen, sowie seine H-moll-Sinfonie die beredtesten Zeugen sind. Entgegen den Bestrebungen der sogenannten neudeutschen Schule, die die durch Jahrhunderte zu hoher Vollkommenheit gelangte Sonatenform zu zertrümmern suchte, um ihre in den Windeln stecken gebliebene Erfindungsgabe durch ein maßloses fantastisches Herumsuchen nach Effecten zu verdecken, goß U. seine reichen Gaben in die vollendetste Sonatenform und erreichte dadurch jene hohen künstlerischen Eindrücke, wie sie nur Werken zu Theil werden können, die in Form und Inhalt gleiche Vollendung zeigen. Ulrich schuf noch eine zweite Sinfonie, die Sinfonie triomphale, die in Brüssel den Preis von 1500 Fr. erhielt und am 27. September 1853 daselbst zur Aufführung gelangte. Sie zeigt in gleicher Vollendung den Meister und nahm ihren Weg durch die gebildete Welt. Leider besaß U. nicht die Energie den Kampf ums Leben aufzunehmen. Weder durch Unterrichten, noch durch ein Amt wollte er sich binden und so erlahmte früh sein Genius, niedergedrückt durch Nahrungssorgen. Selbst die Unterstützung von Freunden konnten ihm nicht aufhelfen, denn er war in Geldangelegenheiten ein Kind geblieben. Trotz des Stipendiums, welches ihm die preußische Regierung zu einer Reise nach Italien auf einige Jahre verlieh (1855), konnte er sich nicht aufraffen, seine Laufbahn siegreich zu vollenden. Am Ende seines kurzen Lebens fristete er seine Existenz mit Arrangements von classischen Werken für Pianoforte für 4 Hände. Zwar erschienen noch 3 Hefte Lieder, eine Sonate für Pianoforte und Violoncell und eine Festouverture für Orchester, doch zeigten dieselben schon den physischen Verfall des Verfassers. Eine schmerzhafte Nierenkrankheit warf ihn auf ein langjähriges Lager, von dem er nicht mehr erstand.

    • Literatur

      Nach Mendel-Reißmann's Lexikon und eigener Bekanntschaft mit Ulrich.

  • Autor/in

    Rob. Eitner.
  • Empfohlene Zitierweise

    Eitner, Robert, "Ulrich, Hugo" in: Allgemeine Deutsche Biographie 39 (1895), S. 255-256 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117289604.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA