Lebensdaten
1851 bis 1917
Geburtsort
Memel
Sterbeort
Königsberg (Preußen)
Beruf/Funktion
Orthopäde
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11692571X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hoeftman, Heinrich
  • Höftmann

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Zitierweise

Hoeftman, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11692571X.html [14.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm Hagen, Kaufm. u. Fabrikbes.;
    M Eliza Mac Lean; ledig.

  • Leben

    H. war einer der Wegbereiter der modernen deutschen Orthopädie, er zählt neben Florian Beely (1846–1902, siehe Literatur) und dem jüngeren Albert Hoffa zu jenen drei Schülern des Chirurgen Carl Wilhelm Joachim Schönborn, die ihre ganze Kraft diesem damals noch um seine Selbständigkeit ringenden Fach gewidmet haben. Während aber Beely lediglich orthopädische Werkstätte und gymnastisches Behandlungsinstitut zu einer Einheit zusammenfaßte, vereinigte H. als erster in Deutschland diese beiden Teile mit der operativen Klinik und schuf mit dieser Trias jenen Typ der orthopädischen Heilanstalt, der wenig später durch Hoffa internationale Geltung erlangte und noch heute das Gesicht des Faches bestimmt.

    H. studierte ein Semester Medizin in Leipzig und nahm dann als freiwilliger Krankenpfleger am Deutsch-Französischen Krieg teil. 1871 setzte er sein Studium in Königsberg fort und promovierte hier 1876 mit der Dissertation „Ueber Ganglion und chronisch gangränöse Sehnenscheidenentzündung (Hygroma proliferum Virchow) “ zum doctor medicinae Im Wintersemester 1876/77 arbeitete er bei Billroth in Wien und wurde dann als Nachfolger Beelys, der ihn für die Orthopädie gewonnen hatte, Assistent an der Chirurgischen|Universitätsklinik in Königsberg bei Schönborn. 1880 eröffnete er in Königsberg eine eigene Praxis und übernahm zwei Jahre später eine Privatklinik, die er aus eigenen Mitteln im Laufe der Jahre durch Angliederung einer orthopädischen Werkstatt, eines gymnastischen Instituts und durch Erweiterungsbauten zielbewußt zu einem modernen orthopädischen Krankenhaus mit 120 Betten entwickelte. Wichtige Anregungen für seine klinische und wissenschaftliche Arbeit gewann er vor allem auf zwei Studienreisen in Nordamerika, das in der Entwicklung der Orthopädie Europa vorausgeeilt war.

    Schon frühzeitig hatte H. auch die Bedeutung der Orthopädie für die Sozialmedizin erkannt und sich um die Organisation der Krüppelfürsorge und – im Zusammenhang mit der neuen Unfallgesetzgebung – der Nachbehandlung Unfallverletzter verdient gemacht. So hat er als einer der ersten Orthopäden seiner Zeit an seiner Klinik eine Abteilung für Unfallverletzte eingerichtet. Seine besondere historische Bedeutung aber gewinnt er als Gründer der Deutschen Orthopädischen Gesellschaft, deren erster und zehnter Vorsitzender er war. Seine wissenschaftlichen Arbeiten befaßten sich neben anderem hauptsächlich mit der Apparat- und Prothesenversorgung der unteren Extremität. Aus seiner Werkstatt ging eine Reihe wertvoller orthopädischer Konstruktionen hervor, deren Prinzipien noch heute Bedeutung besitzen.

    Erst in seinen späteren Lebensjahren wurde H.s Pionierarbeit öffentlich anerkannt. 1910 wurde er Professor, und 1912 stellten ihm Provinzbehörden und Wohltätigkeitsvereinigungen Mittel zum Bau der Krüppelheil- und Lehranstalt in Maraunenhof bei Königsberg zur Verfügung. Im 1. Weltkrieg war er orthopädischer Beirat des I. Armeekorps|

  • Auszeichnungen

    Geh. Sanitätsrat (1915), Ehrenmitgl. d. Dt. Orthopäd. Ges. u. d. Prüfstelle f. Ersatzglieder in Berlin (1917).

  • Werke

    W-Verz. A. Hoffa u. A. Blencke, Die orthopäd. Lit., 1905, S. 6, 24, 66, 216, 232, 262, 369.

  • Literatur

    A. Schanz, in: Zs. f. Orthopäd. Chirurgie 38, 1918, S. III-XIV (W, P);
    P. Bade, Die Gesch. d. Dt. Orthopäd. Ges., 1939 (P);
    P. Pitzen, Die Gesch. d. Dt. Orthopäd. Ges. 1936–62, Beil.-H. zu Bd. 97 d. Zs. f. Orthopädie, 1963, S. 1 u. 190;
    Fischer. - Zu F. Beely:
    A. Hoffa u. A. Blencke, Die orthopäd. Lit., 1905;
    Fischer.

  • Autor/in

    Markwart Michler
  • Empfohlene Zitierweise

    Michler, Markwart, "Hoeftman, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 317 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11692571X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA