Lebensdaten
1806 bis 1864
Sterbeort
Edelfingen
Beruf/Funktion
Pfarrer ; historischer Schriftsteller
Konfession
evangelisch?
Normdaten
GND: 116868546 | OGND | VIAF: 22904255
Namensvarianten
  • Schönhuth, Ottmar
  • Schönhuth, Ottmar Friedrich Heinrich
  • Heimlieb, Ottmar
  • mehr

Objekt/Werk(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Schönhuth, Ottmar, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116868546.html [21.04.2021].

CC0

  • Leben

    Schönhuth: Ottmar S., am 6. April 1806 als Sohn des Amtmanns und Universitätspflegers zu Sindelfingen geboren, trat als Student, nachdem er 1826 das Tübinger Stift bezogen hatte, in enge Beziehung zu Ludwig Uhland. Der Aufenthalt auf dem Hohentwiel, wo er später als Pfarrverweser lebte, und die Bekanntschaft mit dem Freiherrn v. Laßberg förderte vollends seinen Sinn für heimische Geschichte, Litteratur und Sage. Er gab zuerst (1834) die Laßberg'sche Nibelungenhandschrift heraus und erlebte noch den Triumph, daß seine zuerst bespöttelte Ansicht über das Alter und die Bedeutung derselben von gewichtiger Seite anerkannt wurde; dem Nibelungenlied folgte die Klage sammt Sigenot und Eggenlint (1839). Sein unermüdlicher Sammelfleiß erstreckte sich bald auf die verschiedensten Gebiete: in etwa 130 kleineren und größeren Werken hat er die Früchte desselben zusammengetragen, wobei ihn freilich seine Verehrung für das Alte als solches hinderte, die nöthige Sichtung zu vollziehen. Neben der Herausgabe von „Luthers geistlichen Liedern und Psalmen“ (1829), von „Herolds Chronik der Stadt Hall“ (1855), der Mitherausgabe der „Lebensbeschreibung von Götz v. Berlichingen“ (1859), neben der Bearbeitung von 55|Volksbüchern hat S. eine Menge Lebensbilder, sowie Chroniken einer stattlichen Zahl von Orten geschrieben, so eine von Sindelfingen (1834), von Reichenau (1836), Hohentwiel (1836), Krautheim (1846), Schönthal (1850), Mergentheim (1857), Friedrichshafen und Langenargen (1863). Am bekanntesten ist sein volksthümliches Werk über „die Burgen, Klöster, Kirchen und Kapellen Württembergs und Hohenzollerns“ (1860—1861); wol am besten seine „Kirchliche Geschichte Württembergs und des Hohenloher Landes im Zeitalter der Reformation“ (1842). Als Pfarrer in den fränkischen Gemeinden Dörzbach (1837), Wachbach (1842), Edelfingen (1854) angestellt, war S. zugleich langjähriger Vorstand des historischen Vereins für das württembergische Franken. Der vielschreibende Mann hat jedem etwas geboten. Er starb am 6. Februar 1864 in Edelfingen.

    • Literatur

      Vgl. Euler, Ottmar Schönhuth.

  • Autor/in

    Eugen Schneider.
  • Empfohlene Zitierweise

    Schneider, Eugen, "Schönhuth, Ottmar" in: Allgemeine Deutsche Biographie 32 (1891), S. 307-308 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116868546.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA