Lebensdaten
1807 bis 1895
Geburtsort
Rain/Lech
Sterbeort
Hannover
Beruf/Funktion
Komponist ; Kapellmeister
Konfession
katholische Familie
Normdaten
GND: 116640243 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lachner, Ignatz

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Zitierweise

Lachner, Ignaz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd116640243.html [22.06.2017].

CC0

Lachner, Ignaz

* 11.9.1807 Rain/Lech, 24.2.1895 Hannover.

  • Genealogie

    B Franz (s. 1); Fanny Waldhör; S Karl (1851- n. 1915), Ing., Leiter d. Handwerkerschule in Hildesheim, 1888 Dir. d. Kunstgewerbe- u. Handwerkerschule in H., zuletzt Reg.- u. Gewerbeschulrat in Berlin; E Karl, Kolonialpionier, Gen.konsul.

  • Leben

    L. zeigte schon sehr früh besondere geigerische Begabung. 1820-23 war er Schüler des Augsburger St. Anna-Gymnasiums, wo ihm Domkapellmeister Witschka erste Kenntnisse in der Komposition vermittelte. Als 16jähriger zog er nach München, spielte als Geiger am vorstädtischen Isartor-Theater und vervollkommnete sein violinistisches Können bei Bernhard Molique. 1824 holte ihn sein Bruder Franz nach Wien, förderte dort seine Fähigkeiten im Orgelspiel und sein Wissen in Musiktheorie und scheint ihm die früher von ihm betreute Stellung des Organisten an der ev. Kirche verschafft zu haben. Später wurde L. als Geiger an das Orchester der Hofoper verpflichtet und erreichte ein Jahr später seine Anstellung als 2. Kapellmeister. Auch als Komponist wußte er sich, vor allem mit erfolgreichen Liedern, bekannt zu machen. 1831 wurde er als Hofmusikdirektor nach Stuttgart berufen. Dort schrieb er u. a. die Oper „Die Regenbrüder“ nach einem Libretto von Eduard Mörike (Uraufführung 1839). 1842 ging er wieder nach München und nahm hier die Stellung des 2. Kapellmeisters der Hofoper ein. Das Jahrzehnt dieser ihn nicht recht befriedigenden Tätigkeit erhellten ihm, um 1850, die lebhaften Erfolge seiner singspielhaften einaktigen „Alpenszenen“, in denen er den Tonfall bayer.-alpenländischer Volksmusik aufnahm. 1853 fand er als 1. Kapellmeister des Stadttheaters Hamburg eine neue Position, die er aber nach fünf Jahren mit der eines Hofkapellmeisters am Kgl. Theater in Stockholm vertauschte. 1861 kehrte er nach Deutschland zurück, nun als leitender Dirigent in Frankfurt/Main. Hier wirkte er bis zu seiner Pensionierung 1875. Die letzten Lebensjahrzehnte verbrachte er in Hannover, wo er sich vor allem der Komposition widmete. An allen Orten seines Wirkens hat sich L. als energischer, tüchtiger Kapellmeister und gediegener Musiker bewährt. Den Beifall R. Wagners konnte seine Direktionsweise allerdings nicht finden. Manches Vorzügliche hat er als Komponist geboten: das Beste wohl in einigen seiner natürlich und frisch musizierten und auch klanglich reizvollen späten Kammermusikwerke.

  • Werke

    Weitere W u. a. Opern: Der Geisterturm, 1837; Loreley, 1846. - Alpenszenen: 's letzti Fensterin; Drei Jahrl nach'm letzten Fensterin; Die beiden Freier; Der Freiherr als Wildschütz; Der Ju-|Schroa (um 1850); Kindersinfonie f. 9 Kinderinstrumente u. Streichquartett op. 85. - Kammermusik: Streichquartette op. 43, 51, 54, 74, 104, 105; Quartett f. 4 Violinen op. 107; Quartett f. 3 Violinen u. Viola op. 106; je 3 Sonaten f. 3 Violinen op. 90 u. op. 92; Trios f. Klavier, Violine u. Viola op. 37, 45, 58, 89, 102, 103.

  • Literatur

    ADB 51; W. Neumann, in: Die Komponisten d. neueren Zeit, 1856; O. Kronseder, in: Altbayer. Mschr. 4, 1903 (P); Harald Müller, I. L., 1974 (W-Verz., P); MGG VIII; Riemann.

  • Autor

    Anton Würz
  • Empfohlene Zitierweise

    Würz, Anton, "Lachner, Ignaz" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 376 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd116640243.html#ndbcontent

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Lachner, Ignaz

  • Leben

    Lachner: Ignaz L., Bruder von Franz Lachner, wurde geboren am 17. September 1807 in Rain, erhielt ebenfalls den ersten Musikunterricht vom Vater und war so früh reif, daß er schon im achten Jahr sich auf der Violine und auf dem Clavier öffentlich mit Erfolg hören lassen konnte. Mit seinem zwölften Jahr kam er auf das Gymnasium in Augsburg, blieb hier vier Jahre und lag bei Neugebauer (Violine), Keller (Clavier) und Witschka (Composition) fleißig der Musik ob. Danach war er Violinist am Isarthortheater in München, folgte aber bereits 1824 seinem Bruder Franz nach Wien, wo er als Repetitor am Kärntnerthortheater eine Stellung fand, 1825 schon zum Vicecapellmeister aufrückte und auch Nachfolger seines Bruders als Organist der evangelischen Kirche wurde. 1831 finden wir ihn als Hofmusikdirector in Stuttgart, von 1842 wirkte er neben Franz an der Münchener Hofoper, ging dann 1853 als erster Capellmeister an das Stadttheater in Hamburg und 1858 nach Stockholm, als Hofcapellmeister, 1861 war er wieder in Deutschland, und zwar in Frankfurt am Main, wo er als Dirigent, Componist und Lehrer eine umfängliche und ersprießliche Thätigkeit entfaltete, bis er 1875, nach fünfzigjähriger Capellmeisterlaufbahn, mit einer Aufführung von Mozart's Figaro von der Oeffentlichkeit Abschied nahm. Er starb am 24. Februar 1895 in Hannover. Auch Ignaz L. ist als Componist sehr fruchtbar gewesen, hat drei Opern geschrieben ("Der Geisterthurm", 1837, Stuttgart, "Die Regenbrüder", 1839, Stuttgart, "Loreley", 1846, München), Melodramen, Musiken für Schauspiele, Messen, Symphonien, Streichquartette, Trios für Clavier, Violine und Bratsche, Claviersonaten etc., sowie namentlich viele Lieder, von denen einige große Verbreitung erlangt haben.

  • Autor

    Carl Krebs.
  • Empfohlene Zitierweise

    Krebs, Carl, "Lachner, Ignaz" in: Allgemeine Deutsche Biographie 51 (1906), S. 530-531 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd116640243.html#adbcontent

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