• Leben

    Auerbach: Baruch A., der Begründer der großen, nach ihm benannten jüdischen Waisenanstalten in Berlin, geb. 14. Aug. 1793 zu Inowraclaw im Großherzogth. Posen, 22. Jan. 1864 zu Berlin. Seine Jugend verlebte er in der Misere eines armen strebsamen polnischen Juden, folgte 1817 seinem älteren Bruder, Dr. J. L. Auerbach, einem für seine Zeit nicht unverdienten Reformator des jüdischen Cultus, nach Berlin, und widmete sich auf der Universität humanistischen Studien. Frommes Gottvertrauen, Ausdauer in werkthätiger Menschenliebe waren die Grundelemente seines Charakters. So eröffnete er, nachdem er verschiedene Lehrämter in der jüd. Gemeinde verwaltet, ohne jedes Vermögen 1833 und 1844 das Knaben- und das Mädchenwaisenhaus mit je 2 Knaben und 2 Mädchen. Beide Anstalten leitete er bis an sein Ende nach seinem Wahlspruch: „Waisenkinder sind nicht arme Kinder, denen man blos Obdach und Brot zu reichen hat, sondern Waisenkinder sind elternlose Kinder, die vor Allem elterliche Liebe, ein Vater- und ein Mutterherz bedürfen, darum muß das Waisenhaus, wenn es seinem wahren Zwecke entsprechen soll, ein Elternhaus für Waisen sein“. Bei seinem Tode waren in beiden Anstalten 70 Waisen, seit ihrem Bestehen waren in dieselbe aufgenommen fast 300 und das Gesammtvermögen belief sich auf über 300000 Thlr., außerdem das schuldenfreie große Grundstück.

    • Literatur

      Vgl. Jahresbericht der Auerb. Waisenh. 1865.

  • Autor/in

    Lwbg.
  • Empfohlene Zitierweise

    Lwbg., "Auerbach, Baruch" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 638 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116377267.html#adbcontent

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