Lebensdaten
1782 bis 1854
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Schauspieler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116340460 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Korn, Maximilian
  • Corn, Maximilian

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Zitierweise

Korn, Maximilian, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116340460.html [19.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus bürgert. Fam.;
    1806 Wilhelmine (1786–1843), 1802-30 Schauspielerin am Burghteater (s. ADB 16), T d. Gottlieb Stephanie (eigtl., Stephan, 1741–1800), aus Breslau, in preuß. u. österr. Armee, seit 1769 Schauspieler in Wien (s. ADB 36), u. d. Anna Mika; Ov d. Ehefrau Christian Gottlob Stephanie (1733–98), Kaufm. seit 1760 Schauspieler in W., 1766-68 Hrsg. d. Mhh. „Neue Slg. z. Vergnügen u. Unterricht“, Dramatiker (s. ADB 36);
    3 S.

  • Leben

    K. verkörperte in seiner Zeit den Prototyp des Burgtheaterspielers. Er studierte in Wien Jura, trat aber – wie viele seiner Altersgenossen – schon damals auf Liebhaberbühnen auf. Er ließ sich von Iffland auf sein Talent prüfen und wurde vom Hoftheaterdirektor Peter Freiherr von Braun bei einer Liebhaberaufführung entdeckt, so daß er 1802 als „Cinthio“ in Kotzebues „Das rächende Gewissen“ debütieren konnte. K. wurde sofort engagiert. Von Lange und Brockmann gefördert, spielte er die großen klassischen Rollen: Tasso, Don Carlos, Posa, Mortimer, Hippolyt, Romeo, Max Piccolomini, Hamlet, Bolingbroke, Fiesko, Clavigo, Tellheim etc. Als er 1850 die Bühne verließ, war er allein in Wien 5786mal aufgetreten. Mehrmals gastierte er in Preßburg, dessen Ehrenbürger er wurde, 1822 in München, später auch in Leipzig, Berlin und Hamburg. Dank seiner natürlichen Eleganz war er wie Heinrich Laube schreibt, der „angenehmste Typus einer Frackfigur

    … Geschmack war die Summe seines Wesens“. Allein mit einem Blick, einer Handbewegung, einem Lächeln oder einem Räuspern konnte er eine ganze Situation beherrschen. Auch privat war K. der vornehme Weltmann, den er auf der Bühne so überzeugend darzustellen vermochte.

  • Literatur

    ADB 16;
    F. K. Weidmann, M. K., 1857;
    H. Laube, Das Burgtheater, 1868;
    R. Theobald, Melpomenens u. Thaliens Günstling, in: Mitt. d. Ver. f. d. Gesch. Berlins 71, 1975, S. 17-24 (L, P) u. S. 49-62;
    Wurzbach XII;
    Kosch, Theater-Lex.;
    ÖBL.

  • Portraits

    in: S. Sebestyen, Burgtheater-Gal., 1967, S. 45 f.

  • Autor/in

    Rolf Badenhausen
  • Empfohlene Zitierweise

    Badenhausen, Rolf, "Korn, Maximilian" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 589 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116340460.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Korn: Maximilian K., vortrefflicher Schauspieler, geb. am 12. Ottober 1782 zu Wien, daselbst am 23. Januar 1854. In der stolzen Garde des Wiener Burgtheaters nahm der hier genannte Darsteller lange Zeit einen ersten und ehrenvollen Platz ein und nicht nur daß er in Wien geboren ward und starb, machte er hier auch seine ersten theatralischen Versuche und nahm hier Abschied von den schwanken Brettern, auf denen er ein Meister wie wenige gewesen war. Eines Bürgers Sohn, studirte er in seiner Vaterstadt die Rechte, nebenbei füllte er seine Mußestunden damit aus Rollen zu lernen und auf Liebhabertheatern einem dankbaren Publikum zum Besten zu geben. Doch aus dem Scherz wurde Ernst, was bislang Vergnügen gewesen war, gedachte K. nun zu seinem Berufe zu machen. Eine Talentprobe, der er sich bei Iffland unterwarf, fiel glücklich aus, ebenso erwarb er sich bei der Mitwirkung auf einem Liebhabertheater den Beifall des anwesenden damaligen Hoftheaterdirectors Peter Freiherrn v. Braun, der ihm in Folge dessen drei Debütrollen gewährte, die er mit solchem Erfolg spielte, daß er sogleich engagirt wurde. Diese Rollen waren „Cinthio“ (Das rächende Gewissen) am 21. März 1802, „Pastor Ehrmann“ (Kind der Liebe) am 23. April und „Fedor Ossakow“ (Strelitzen) am 15. Mai. Von Lange, namentlich aber von Brockmann gefördert, entwickelte sich das Talent Korn's rasch zu schöner Blüthe und zeitigte eine Fülle glänzender Früchte, unter denen vor Allem folgende Rollen genannt sein mögen: „Balboa", „Don Cäsar" (Donna Diana), „Tasso", „Wiburg" (Stille Wasser sind tief), Don Carlos und Posa, „Klingsberg“ (Der Ring), „Mortimer“ (Maria Stuart), „Elmwood“ (Vormund und Mündel), „Dorrisford“ (Vater und Tochter), „Giulio Romano" (Correggio), „Hippolyt“ (Phädra), „Romeo“ (Romeo und Julie), „Max Piccolomini" (Wallenstein), „Hamlet", „Linder" (Die Quälgeister), „Figaro" (Die beiden Figaro), „Klinker" (Das Epigramm), „Bolingbroke" (Glas Wasser), „Fiesco", „Clavigo“, „Tellheim“ (Minna von Barnhelm) etc. Im Ganzen trat K. 5786 Mal auf und bekleidete seit 1812 auch das Amt eines k. k. Regisseurs. Außerhalb Wiens ist K. nur sehr wenig aufgetreten, in Preßburg gab er zwar 14 Jahre zu wohlthätigen Zwecken Gastvorstellungen, die ihm u. A. das Ehrenbürgerrecht der Freistadt einbrachten, sonst aber nur in|München (1822) und in Leipzig, Berlin und Hamburg (1825). Collin, der seine Epistel „Ueber die Schauspielkunst“ an K. richtet, schrieb schon früh über diesen: „Ein glücklicher Körperbau, Anstand in der Bewegung, tiefes inniges Gefühl, Feuer und Geist der Analyse verbürgten mir schon vorlängst, daß in ihm ein vorzüglicher Schauspieler heranreife.“ Ausgezeichnet war er im seinen Lustspiel durch eine natürliche und ungezwungene Eleganz des Auftretens. Vermählt war der Schauspieler seit dem 12. März 1806 mit Wilhelmine K. (s. u.).

    • Literatur

      Vgl. F. K. Weidmann, Maximilian Korn. Sein Leben u. künstlerisches Wirken (Wien 1857).

      Wilhelmine K., Schauspielerin, Gattin von Maximilian K., geb. am 17. December 1786 zu Wien, am 13. September 1843 zu Hietzing bei Wien. Auch diese Darstellerin hat wie ihr Gatte ausschließlich in ihrer Vaterstadt gewirkt und lange Jahre hindurch zu den Zierden des Burgtheaters gehört. Sie war eine Tochter des bekannten Dramatikers und Schauspielers G. Stephanie des Jüngeren, nach dessen und ihrer Mutter frühem Tod sie thatkräftige Unterstützung durch Brockmann und Betti Roose (geb. Koch, s. Siegfr. Gotthelf Koch) erfuhr und am 2. December 1802 als „Elsbeth“ (Graf von Burgund) auf dem Burgtheater debütirte. Darauf gab sie noch das „Gretchen“ (Verwandtschaften) und die „Julie“ (Mann von Wort) und wurde sogleich engagirt. Erst 1830 ließ sie sich pensioniren, bis dahin glänzte sie im Fache jugendlicher Liebhaberinnen und naiver Mädchen.

  • Autor/in

    Joseph Kürschner.
  • Empfohlene Zitierweise

    Kürschner, Joseph, "Korn, Maximilian" in: Allgemeine Deutsche Biographie 16 (1882), S. 706-707 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116340460.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA