Lebensdaten
1800 bis 1868
Geburtsort
Aachen
Sterbeort
Rom
Beruf/Funktion
Bankier ; Kaufmann
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116310960 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kolb, Karl (bis 1837)
  • Kolb, Karl von
  • Kolb, Karl (bis 1837)
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Zitierweise

Kolb, Karl von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116310960.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Gottfried (* 1772), Textilunternehmer, S d. Pfarrers Eberhard David in Freudenstein b. Maulbronn u. d. Christiane Friederike Schmidt;
    M Juliane Coelln, Stief-T d. Jakob Frdr. Kolb (Groß-Ov K.s), d. 1779 in Aachen e. Tuchfabr. gründete; - ledig; 1 Pflege-T;
    N Adolf Nast-Kolb, Bankier, 1869 württ. Konsul, 1874-1902 auch Konsul d. Dt. Reichs in Rom.

  • Leben

    K.s Vater trat 1797 in die Fabrik seines Onkels in Aachen ein, die wenig später nach Kornelimünster bei Aachen verlegt wurde, wo K. aufwuchs. Seine Eltern übersiedelten 1822 nach Salach bei Göppingen, wo der Vater zusammen mit seinem späteren Schwiegersohn Schachenmayr eine mechanische Wollspinnerei gründete. K. war zuvor schon für seine kaufmännische Ausbildung nach Triest gegangen und bereiste für eine dort ansässige Firma in den folgenden Jahren Ober- und Mittelitalien. 1827/28 ließ er sich in Rom nieder und gründete dort eine Handels- und Speditionsfirma, die sich unter anderem mit dem Absatz deutscher Textilien im Kirchenstaat befaßte. Aus dem Zahlungsverkehr des Warenhandels und der Speditionstätigkeit entwickelten sich mit der Zeit umfangreiche Kreditgeschäfte; der traditionelle Weg von der Handelsfirma zum Privatbankhaus war damit beschritten. 1833 wurde K. württembergischer Konsul in Rom. Die konsularische Tätigkeit, die er vorübergehend auch für Baden und für das Großherzogtum Hessen versah, sowie die Förderung der Handelsbeziehungen zwischen Württemberg und dem Kirchenstaat, traten seit 1841 zusehends zurück, als K., obwohl selbst Protestant, wegen der ständigen Abwesenheit des württembergischen Gesandten|beim Heiligen Stuhl zum interimistischen Geschäftsträger ernannt wurde. Mit kurzer Unterbrechung hat er diese Funktion bis zu seinem Tode ausgeübt. Er genoß das enge Vertrauen König Wilhelms I., mit dem er persönlich korrespondierte und den er mit ausführlicher Berichterstattung über die Vorgänge innerhalb der Kurie regelmäßig auf dem laufenden hielt. K. war auf diese Weise direkt beteiligt an den langwierigen Vorbereitungen für ein württembergisches Konkordat, das 1857 zwischen Regierung und Vatikan abgeschlossen wurde, jedoch vier Jahre später am Widerstand des Landtages scheiterte, dessen Inhalt aber 1862 in der Form eines Gesetzes zur Verabschiedung kam. K.s diplomatisches Geschick fand früh Anerkennung durch den König. Sein Haus galt als ein Mittelpunkt der deutschen Kolonie in Rom. Reisende und dort ansässige Künstler, Gelehrte und Diplomaten rühmten seine Gastfreundschaft. – In seinem letzten Lebensjahrzehnt ließ K. seinen Neffen Adolf Nast nach Rom kommen und wies ihn in sein Bankgeschäft ein, das dieser 1868 nach K.s Tod übernahm. Das Bankgeschäft, zuletzt unter der Firma Nast-Kolb & Schumacher, entwickelte sich zum bedeutendsten Privatbankhaus Roms. Im Verlauf des 1. Weltkriegs mußte es 1916 seine Tätigkeit einstellen und wurde liquidiert.

  • Literatur

    F. Noack, Das Deutschtum in Rom seit d. Ausgang d. MA I, 1927;
    G. v. Koenig-Warthausen, in: Württ. Vj.-Hh. f. Landesgesch. 40, 1934, S. 97-115;
    dies., in: Lb. Schwaben II, 1941, S. 303-13 (L, Qu., P).

  • Autor/in

    Peter Hertner
  • Empfohlene Zitierweise

    Hertner, Peter, "Kolb, Karl von" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 443 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116310960.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA