Lebensdaten
1896 – 1967
Geburtsort
Frankfurt/Main
Sterbeort
Frankfurt/Main
Beruf/Funktion
Bakteriologe ; Arzt
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116290382 | OGND | VIAF: 8135514
Namensvarianten
  • Prigge, Richard Carl Eduard
  • Prigge, Richard
  • Prigge, Richard Carl Eduard
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der GND - familiäre Beziehungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Prigge, Richard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116290382.html [12.08.2022].

CC0

  • Genealogie

    V Eduard, Dr. phil., Gymnasialprof, Mitbegr. d. Frankfurter Schulreform;
    M Maria Noll;
    1)|Frankfurt/M. 1922 Maria, Dr. phil., T d. Max Kruhoeffer u. d. Flora Blume, 2) 1943 Helene Kiksch.

  • Biographie

    Nach der Reifeprüfung 1914 studierte P. Medizin in Straßburg und Frankfurt/M. und leistete 1916-18 Kriegsdienst. 1919 bestand er die ärztliche Staatsprüfung und wurde 1921 mit einer Arbeit über „Die Wirkung der intravenösen Zufuhr großer NaCl-Mengen bei Pneumonie und beim Gesunden“ promoviert. 1919-22 arbeitete er an der Med. Klinik des Frankfurter Bürgerhospitals, danach 1922-30 als Volontärassistent, Assistent und Oberassistent, 1930-49 als Titularprofessor am „Staatl. Institut für experimentelle Therapie“. Dann übernahm er die Leitung der „Staatl. Anstalt für experimentelle Therapie“ (Paul-Ehrlich-Inst.) sowie des Chemotherapeutischen Forschungsinstituts (Georg-Speyer-Haus) in Frankfurt/M. Ebenfalls 1949 wurde er zum Vorstand des „Ferdinand-Blum-Instituts“ für experimentelle Biologie (Frankfurt/M.) berufen. Diese drei Leitungspositionen hatte er bis 1962 inne.

    Die von Paul Ehrlich begründete und von P. weitergepflegte Tradition führte bei der sog. Wertbemessung der Impfstoffe und Sera zu vorbildlichen mathematisch-statistischen und technischen Methoden. Erstmalig gelang ihm die quantitative Bestimmung der Wirksamkeit von Impfstoffen. 1952 wurde P. in das Expertenkomitee für Biologische Standardisierung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) berufen, wo er die Methodik der Wertbemessung weiter verfeinern konnte. Dank seiner Erfolge konnte beispielsweise die Wirksamkeit von Diphtherie-Impfstoffen verhundertfacht werden. Es ist nicht zuletzt P.s Verdienst, daß die deutschen Maßeinheiten des Paul-Ehrlich-Instituts für Diphtherie-, Tetanus- und Rotlauf-Impfstoff, für Rotlauf-Serum und für humanes Luetiker-Serum zu internationalen Einheiten erhoben wurden.

    Ein weiteres Arbeitsfeld P.s war die Poliomyelitisforschung, wo ihm der Nachweis der Wirksamkeit und Unschädlichkeit inaktivierter Poliomyelitis-Impfstoffe gelang. Außerdem befaßte sich P. bereits in den 30er Jahren mit der Tuberkuloseforschung, deren chemotherapeutische Ausrichtung er entscheidend förderte. Durch seine quantitativen Untersuchungen zur Wirksamkeit des Tuberkulins und zu dessen Wertbestimmung wurde die Entwicklung und Darstellung von gereinigtem „Tuberkulin GT“, einer wirksameren Tuberkulin-Variante, möglich. Auch auf dem Gebiet der Rindertuberkulose, deren immunbiologische Grundlagen er untersuchte, konnte P. entscheidende Erfolge verbuchen. Dies wird besonders in seiner Schrift „Grundlagen und Möglichkeiten der Tuberkulose-Schutzimpfung“ (1948, erw. Fassung 1957, engl. 1960) deutlich, mit der P. sein hohes Ansehen als Pionier der Tuberkulose-Schutzimpfung begründete.|

  • Ehrungen, Auszeichnungen und Mitgliedschaften

    Ludwig-Darmstaedter-Preis (1938);
    Dr. med. vet. h. c. (München 1957);
    Goethe-Plakette d. Landes Hessen (1958);
    Gr. BVK (1959);
    Honorarprof. Frankfurt/M. (1963).

  • Werke

    u. a. Theorie u. Methodik d. Antigenmessung, in: Zs. f. Hygiene 119, 1937, S. 186-92;
    Grundlagen u. Möglichkeiten d. Tuberkulose-Schutzimpfung d. Menschen, in: Med. Klinik 43, 1948, S. 565-70, 597-604;
    Zum 50j. Bestehen d. Paul-Ehrlich-Inst., 1950;
    Grundlagen u. Möglichkeiten d. Tuberkuloseschutzimpfung, 1957 (mit G. Heymann).

  • Literatur

    B. G. Albrecht u. W. Bockemüller (Hg.), R. P. z. 60. Geb.tag, 1956 (W-Verz., P);
    G. Eißner u. W. Bokkemüller (Hg.), R. P. z. 65. Geb.tag, 1962 (P);
    Kürschner, Gel.-Kal. 1966;
    Pogg. VII;
    BLÄ;
    Frankfurter Biogr.

  • Autor/in

    Werner E. Gerabek
  • Zitierweise

    Gerabek, Werner E., "Prigge, Richard" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 720-721 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116290382.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA