• Leben

    Kelsch: Michael K., geb. den 11. Mai 1693 in Nürnberg, den 25. December 1742 in Altdorf. Auf der heimischen Hochschule gebildet, habilitirte sich K. 1720 als Docent der Philosophie an derselben, machte hierauf die üblichen wissenschaftlichen Reisen ins Ausland und kehrte 1731 als Philipp Müller's Nachfolger in der ordentlichen Professur für Mathematik und Physik nach Altdorf zurück. Seine Antrittsvorlesung behandelte das interessante geometrische Problem, Dreiecke zu verzeichnen, deren Ecken in drei gegebenen Parallellinien liegen, die aber dabei noch gewissen anderen Bedingungen genügen. Als eifriger Himmelsbeobachter veröffentlichte er Manches über optisch-meteorologische Erscheinungen in Adelbulner's periodischer Zeitschrift; selbständig ließ er erscheinen eine „Observatio eclipseos lunaris haditae Altdorfii“, 1735. Am Verdientesten dürfte er sich jedoch durch seine mathematische Aufgabensammlung (Nürnberg 1730) gemacht haben, denn wenn auch dieses Schriftchen durch keine sonderliche Originalität hervorragt, so ist es doch merkwürdig als eines der ersten Erzeugnisse|einer neuen — seitdem zu ungeheurem Aufschwung gelangten — mathematischen Litteraturgattung.

    • Literatur

      Will-Nopitsch, Nürnbergisches Gelehrtenlexikon, 6. Bd. — Will, Geschichte der Universität Altdorf, S. 106, 200, 349. —
      Mittheilungen des Vereins für die Geschichte Nürnbergs, 3. Heft. — Im dritten Theile von Will's „Commercium epistolicum noricum“ sind Briefe von Hahn, Preißler, C. v. Wolf u. a. an K. abgedruckt.

  • Autor/in

    Günther.
  • Empfohlene Zitierweise

    Günther, "Kelsch, Michael" in: Allgemeine Deutsche Biographie 15 (1882), S. 596-597 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116126442.html#adbcontent

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