Lebensdaten
1785 bis 1831
Geburtsort
Groß Leipe (Kreis Trebnitz, Schlesien)
Sterbeort
Kleczewo (Lager von Pultusk, Polen)
Beruf/Funktion
russischer General
Konfession
evangelisch?
Normdaten
GND: 116098635 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Diebitsch, Hans Karl Friedrich Anton von
  • Diebitsch, Hans Karl Friedrich Anton Graf von
  • Diebitsch, Iwan Iwanowitsch von (russisch)
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Zitierweise

Diebitsch, Hans Graf von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116098635.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus schlesischem Adel;
    V Ehrenfried (1738–1822) auf Groß Leipe, preußischer Offz., seit 1792 in russischen Diensten, Genmajor, Insp. der Waffenfabrik in Tula, S des Hans Gg., auf Groß Wilkawe, preußischer Hptm., u. der Amalie Tugendreich v. Gloeden;
    M Marie Antoinette (1744–1805), T des Joh. Stephan v. Erckert (Adel 1765, 1694-1767), GR u. KonsistorialPräs. in Bayreuth, u. der Louise Enemonde Rigot de Montjoux;
    Om Karl v. Gontard ( 1731 oder 1738-1791), Architekt;
    Warschau 1815 Jenny (1798–1830), T des Gg. Leonh. v. Tornauw ( 1825), später Postmeister in Riga, u. der Johanna Wilh. v. Smitten; Onkel der Frau FM Fürst Michael Barclay de Tolly (s. NDB I); kinderlos.

  • Leben

    D. besuchte das Berliner Kadettenkorps und trat unter Paul I. in russische Dienste. Seit 1810 im Stabe Feldmarschall Fürst Wittgensteins, hatte D. hervorragenden Anteil an den Operationen dieses Korps beim Einfall Napoleons in Rußland. Im Dezember 1812 stieß D. in Preußisch-Litauen bei der Verfolgung des französischen Korps MacDonald auf das preußische Hilfskorps des Generals von York. Er legte seine Truppen zwischen diesen und MacDonald und eröffnete mit York Verhandlungen, die an eine frühere Fühlungnahme der russischen Militärgouverneure von Riga (General von Essen und Marquis Paulucci) anknüpften und am 30. Dezember in der Mühle von Poscherun zum Abschluß der Konvention von Tauroggen führten. Sie wurden von York und D. unterzeichnet. Zu den Unterhändlern hatte auch der in russische Dienste übergetretene Oberst von Clausewitz gehört. Als General-Quartiermeister der alliierten Armeen war D. an den Feldzügen des Jahres 1813 maßgeblich beteiligt. Er war später ständiger Begleiter Alexanders I. auf dessen Reisen (Kongreß von Laibach, auch 1825 in Taganrog), ab 1824 als Chef des kaiserlichen Generalstabes. Im Türkenkrieg 1828-29 erzwang er als Oberbefehlshaber (ab 1829 an Stelle Wittgensteins) den Übergang über den Balkan, die Eroberung von Varna und den Frieden von Adrianopel. Nikolai I., dessen Vertrauen er seit Aufdeckung der Dekabristenverschwörung besaß, entsandte ihn beim Ausbruch der Julirevolution zur Vereinbarung gemeinsamer Maßnahmen nach Berlin. Als Oberbefehlshaber (seit 1829 Feldmarschall) besiegte er 1830 die polnischen Aufständischen bei Grochow und Ostrolenka, fiel aber alsbald der Cholera zum Opfer.

  • Literatur

    A. Belmont, Gf. v. D.-Sabalkanskij, 1830;
    Russkaja Starina, St. Petersburg 1880-84;
    Th. Schiemann, Die Sendung d. FM D. nach Berlin 1830, in: Zs. f. Osteurop. Gesch. 1, 1911, S. 2-22;
    H. Guhr, in: Schles. Lb., 1931, S. 373-79 (L);
    Stammfolgen schles. Adelsgeschl. I, bearb. v. H. F. u. C. v. Ehrenkrook, 1941;
    K. v. Raumer, Das Jahr 1812 in d. dt. Volksgesch., 1943.

  • Portraits

    Stich v. F. Bahmann u. Lith. v. A. Wünsch nach Gem. v. Orlowsky (München, Graph. Slg.);
    Gipsbüste v. Ch. Rauch (Nat.Gal. Berlin), Abb. in: Gr. Deutsche im Bild, 1936, S. 244.

  • Autor/in

    Georg von Rauch
  • Empfohlene Zitierweise

    Rauch, Georg von, "Diebitsch, Hans Graf von" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 635 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116098635.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA