Lebensdaten
1626 bis 1671
Sterbeort
Varasdin (Kroatien)
Beruf/Funktion
Markgraf von Baden ; kaiserlicher Feldmarschall
Konfession
katholischer Neffe
Normdaten
GND: 115883266 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Leopold Wilhelm
  • Leopold Wilhelm, Baden-Baden, Markgraf
  • Leopold Wilhelm, Baden-Hochberg, Markgraf
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Zitierweise

Leopold Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd115883266.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Mgf. Wilhelm v. Baden-Baden (1593–1677), S d. Mgf. Eduard Fortunat v. Baden-Baden (1565–1600) u. d. Marie von Eycken;
    M Katharina Ursula ( 1640), T d. Fürsten Johann Georg v. Hohenzollern-Hechingen;
    B Ferdinand Maximilian reg. Mgf. v. Baden-Baden (1625–69), Wilhelm Christoph (1628–52), Domherr in Köln u. Konstanz, Rektor d. Kirche in Beyersberg, Hermann (1628–91), Domherr in Köln, Hofkriegsratspräs., kaiserl. FM, 1688-91 Prinzipalkommissar am Regensburger Reichstag;
    - 1) 1659 Sylvia Katharina Caretto di Grana, Gfn. v. Milesimo ( 1664), 2) 1666 Maria Franziska (1633–1702), Wwe d. Hzg. Wolfgang Wilhelm v. Pfalz-Neuburg ( 1653), T d. Gf. Egon v. Fürstenberg in Heiligenberg;
    1 S aus 2) Leopold Wilhelm (1677–1716).

  • Leben

    Schon früh zeigte L., als nachgeborener Sohn auf fremden Dienst angewiesen, Neigung zum Kriegsdienst und schloß sich der kaiserl. Armee an. Am Ende des 30jährigen Krieges ist er bereits als Befehlshaber der Artillerie Mitglied der Generalität Leopolds I. (damals noch König von Ungarn), der ihn zum Hauptmann seiner Leibgarde ernannte. In dieser Eigenschaft begleitete L. ihn 1658 zur Kaiserwahl und Krönung nach Frankfurt. 1659 finden wir ihn als General im kaiserl. Heer, das unter Montecuccoli am Nord. Krieg teilnimmt. 1661 kommandierte er Truppen unter Montecuccoli in Siebenbürgen. 1663 wurde L. zum Reichsfeldmarschall ernannt und erhielt das Kommando über die Armee der Reichskreise im Krieg gegen die Türken. In der siegreichen Schlacht von St. Gotthard an der Raab/Mogersdorf (1.8.1664) kommandierte er, obwohl an diesem Tag krank, mit Mut und Entschlossenheit das Reichskontingent. – Nach dem Frieden von Vasvar (Eisenburg) im Okt. 1664 als Reichsfeldmarschall entlassen, lebte L. bis zu seinem Tod als Hauptmann der Hartschiere und Trabanten in Wien. Zuletzt befehligte er das Varasdiner Generalat. Sein Wahlspruch „pro Caesare mori vivere est“ spiegelt eine im damaligen Fürstenstand nicht seltene Gesinnung wider.

  • Literatur

    ADB 18;
    F. v. Weech, Bad. Gesch., 1890;
    A. v. Schempp, Der Feldzug 1664 in Ungarn, 1909;
    Gg. Wagner, Das Türkenjahr 1664, Eine europ. Bewährung, 1964.

  • Portraits

    Stich v. J. Sandrart, Abb. in: Hans Müller, Bad. Fürsten-Bildnisse I, 1888, Tafel 18;
    Kupf. v. E. Widemann (Wien, Heeresgeschichtl. Mus.);
    Kupf. in: G. Priorato, Hist. di Leopoldo Cesare, Bd. 2, 1670.

  • Autor/in

    Hans Schmidt
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmidt, Hans, "Leopold Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 270 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd115883266.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Leopold Wilhelm, Markgraf von Baden, kaiserlicher General-Feldmarschall, geb. den 16. Septbr. 1626, unbekannt wo, den 1. März 1671 zu Warasdin in Croatien, war ein Sohn des Markgrafen Wilhelm von Baden und dessen erster Gemahlin Catharina Ursula. Tochter Johann Georgs, Fürsten zu Hohenzollern. Als solchem ward ihm schon von Jugend an Ritterlichkeit zu eigen und beschleunigten überdies die ununterbrochenen Kämpfe jener Zeit die Ausbildung seiner natürlichen Anlagen für den Kriegerberuf. Wo er in untergeordneten Sphären seine Erfahrungen sich erworben, läßt sich mit Sicherheit nicht feststellen. 1661 aber commandirte er bereits die Artillerie in Siebenbürgen, und daß er schon damals eines guten Rufes genoß, bezeugt seine am Reichstage zu Regensburg 1664 stattgehabte Bestallung zu „einem Feldmarschall über die gantze Reichs-Creyß-Armee“. Selbe erfolgte nämlich in Erwägung des Umstandes, daß L. W. zu jenen Personen gehörig, welche von „hochtapfferem|Gemüthe und vieler Kriegserfahrenheit“ und dann mit der Bestimmung, es habe der Markgraf dem Kaiser baldigst Beistand zu bringen bei der Zurückweisung der immer mehr vordringenden Türken. Nachdem nun L. seine nicht leicht zu vereinigenden Truppen mit möglichster Raschheit gesammelt, zog er mit selben über Wien, Oedenburg, Radkersburg nach Alsö-Lendva, worauf er sich den 25. oder 26. Juli dem Heere Montecuccoli's anschloß und dessen Centrum bildend, an der siegreichen Schlacht bei St. Gotthard an der Raab am 1. August 1664 theilnahm. Montecuccoli berichtete deshalb auch von dem Markgrafen, der am Schlachttage das Krankenbett verließ, zu Pferde stieg und mit einem Theil der Reichstruppen gegen die rechte Flanke der Spahi's mit großem Erfolge einhieb: „der Markgraf von Baden unterstützte aufs muthvollste mit frischen Truppen die erschöpften und flüchtigen Regimenter“. L., welcher schon 1630 zum Inhaber eines k. k. Infanterieregiments (jetzt Nr. 13) ernannt worden war, befand sich nach dem Türkenkriege in der auszeichnenden Stellung eines Hauptmanns der Hatschiere und Trabanten bei den Vermählungsfeierlichkeiten des Kaisers, 1666, zu Wien und führte endlich während seiner letzten Lebensjahre das Commando des Warasdiner Generalats. L. war zweimal verehelicht; das erste Mal mit Sylvia oder Sibylla Catharina, Gräfin von Caretto, Wittwe des Grafen Czernin, das zweite Mal mit Maria Franciska, Tochter des Grafen Egon zu Fürstenberg, Wittwe nach Wolfgang Wilhelm. Pfalzgrafen zu Neuburg. Diesen Ehen entsprossen 2 Prinzen und 3 Prinzessinnen.

    • Literatur

      Hübner, Genealogische Tabellen etc., Leipzig 1732—1737. Campori, Raimondo Montecuccoli, Firenze 1876. Theatrum europaeum, 9. 10. Th., Franks. a. M. 1642—1738. (Schels), Oesterr. milit. Zeitschrift, 1. 2. 3. 4. Bd., Wien 1828.

  • Autor/in

    Schinzl.
  • Empfohlene Zitierweise

    Schinzl, "Leopold Wilhelm" in: Allgemeine Deutsche Biographie 18 (1883), S. 369-370 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd115883266.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA