Lebensdaten
unbekannt
Beruf/Funktion
Kölner Patrizier
Konfession
-
Normdaten
GND: 108278852X | OGND | VIAF: 25145602342101360152
Namensvarianten
  • Lyskirchen

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Zitierweise

Lyskirchen, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd108278852X.html [19.06.2024].

CC0

  • Biographie

    Das Geschlecht der L. gehört zu der jüngeren Patrizierschicht der Stadt Köln, die sich seit der 2. Hälfte des 12. Jh. in den Quellen nachweisen läßt. Die frühen L. wohnten am Markt und waren in Marktnähe begütert. Als erstes Mitglied stieg Konstantin in der Rheingasse ( ca. 1236) in die städt. Führungsschicht auf. Er wurde 1225 Bürgermeister und Mitglied des Patrizierverbandes der Richerzeche. Der bedeutendste Vertreter der Familie im 13. Jh. war sein Sohn Konstantin ( 1304), der 1282 Bürgermeister und Mitglied der Richerzeche wurde. Bereits 1279 war er mit der Gfsch. Airsburg (Kölner Stadtteil) belehnt worden; außerdem gehörte er der Münzerhausgenossenschaft an. Von diesem Konstantin stammten die vier bedeutendsten Linien der Familie ab: die L. vom Heumarkt, die L. zu Mirwilre, aus deren Reihen in der 2. Hälfte des 13. Jh. immer einer der beiden städtischen Rentmeister stammte, die L., die das Grevenamt in Airsburg geerbt hatten, und die L. bei Lyskirchen. Im 14. Jh. drangen die L. auch in das Schöffenkollegium ein. Bis zum Sturz des Patriziats 1396 stellten sie allein fünf Schöffen; in der Richerzeche und im Bürgermeisteramt sind sie mit zwei Vertretern belegt und im Engen Rat mit fünfzehn. Die beiden bedeutendsten Vertreter waren der Schöffe, Bürgermeister, Richerzechenamtmann, Ratsherr und Rentmeister Konstantin L. zu Mirwilre ( 1397) und der Schöffe, Bürgermeister, Richerzechenamtmann und Ratsherr Konstantin L. auf dem Heumarkt ( ca. 1420), der in den Geschlechterauseinandersetzungen der 90er Jahre der Führer der konservativen Schöffenpartei gewesen ist und dessen arrogantes Auftreten 1396 den Anlaß zum Aufstand gab, durch den die Patrizierherrschaft in Köln gestürzt wurde. Diese beiden und noch zwei weitere Vertreter der Familie sind gegen Ende des 14. Jh., als sich bereits ein Großteil des Patriziats aus dem Handel zurückgezogen hatte, als Weingroßhändler belegt. Die enge Verbindung der Familie zum Handel führte wohl dazu, daß sich die L. nach 1396 nicht aus den städtischen Gremien zurückzogen Ein in den Geschlechterfehden unbelastetes Mitglied der Familie, Gobel ( 1414), wurde 1396 Bürgermeister nach der neuen Verfassung. Zahlreiche L. leisteten allerdings auch Widerstand gegen die neue Verfassung, und noch 1481 mußte ein Mitglied der Familie seine Beteiligung an einer Revolte mit dem Tode büßen. Die Genealogie des 15. Jh. ist noch ungeklärt. Bis Ende des 15. Jh. waren die L. im Schöffenkollegium vertreten, das allerdings seit 1448 seinen Charakter als ständisches Gremium verloren hatte. Im neuen Gaffelrat waren während des 15. Jh. acht, während des 16. Jh. sechs und während des 17. Jh. fünf Mitglieder des Geschlechts vertreten. Um die Mitte des 16. Jh. stießen die L. noch einmal ins Zentrum der stadtkölnköln. Macht vor: Konstantin v. L. ( 1582) wurde zehnmal, sein Sohn Johann ( 1608) fünfmal, dessen Sohn Konstantin ( 1631) siebenmal und dessen gleichnamiger Sohn Konstantin ( 1672) elfmal zum Bürgermeister gewählt. Besonders die ersten beiden traten auch als Mäzene und Kunstliebhaber hervor. Gegen Ende des 17. Jh. schieden die L. aus dem Rat aus. 1808 starb mit der Äbtissin von Füssenich (bei Zülpich), Maria Felicitas Franziska Josepha, das Geschlecht der L. aus, das das langlebigste unter den alten Kölner Patriziergeschlechtern gewesen ist.

  • Literatur

    ADB 19;
    F. Lau, Das Kölner Patriziat bis 1325, in: Mitt. aus d. Stadtarchiv v. Köln 24, 1893, S. 82-85;
    P. Trippen, Zur Gesch. d. beiden Köln. Geschlechter v. L., in: Btrr. z. Köln. Gesch., Sprache, Eigenart 1, 1914/15, S. 175-86;
    M. J. Gürtler, Btrr. z. Gesch. d. Kölner Edelfam. L., ebd. 2, 1915/17, S. 59-86;
    J. Bayer, Die letzten L., ebd., S. 392-94;
    W. Baumeister, Das Kölner Patriziat bis 1396, o. J. (Ms. im Hist. Archiv d. Stadt Köln);
    W. Herborn, Zur Rekonstruktion u. Edition d. Kölner Bgm.liste bis z. Ende d. Ancien Régime, Zugleich e. Verz. d. Verdienten Amtsleute d. Richerzeche bis 1391, in: Rhein. Vj.bll. 36, 1971, S. 89-183;
    ders., Die pol. Führungsschicht d. Stadt Köln im Spät-MA, 1977;
    ders. u. K. Militzer, Der Kölner Weinhandel, Seine soz. u. pol. Auswirkungen im ausgehenden 14. Jh., 1980;
    H. Kellenbenz (Hrsg.), Zweijahrtausende Kölner Wirtsch. I, 1975;
    F. Irsigler, Die wirtsch. Stellung d. Stadt Köln im 14. u. 15. Jh., Strukturanalyse e. spätma. Exportgewerbe- u. Fernhandelsstadt, 1979;
    K. Militzer, Ursachen u. Folgen d. innerstädt. Auseinandersetzungen in Köln in d. 2. Hälfte d. 14. Jh., 1980;
    H. M. Schleicher, Ratsherrenverz. v. Köln zu reichsstädt. Zeit v. 1396-1796, 1982.

  • Autor/in

    Wolfgang Herborn
  • Zitierweise

    Herborn, Wolfgang, "Lyskirchen" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 593-594 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd108278852X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA