Lebensdaten
1888 bis 1962
Geburtsort
Moskau
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Physiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 107332736 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ruechardt, E.
  • Ruechardt, Ed.
  • Ruechardt, Eduard
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Zitierweise

Rüchardt, Eduard, Indexeintrag in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd107332736.html [26.08.2016].

CC0

Rüchardt, Eduard

Physiker, * 16./29.3.1888 Moskau, 7.3.1962 München. (evangelisch)

  • Genealogie

    V Georg Lebrecht (1851–1922), aus Schakenhof (Kr. Löbau, Westpreußen), Rr.gutsbes., bis 1906 Teilh. d. Handelshauses Wogau u. Co. in Moskau, zuletzt in Wandsbek b. Hamburg; M Fanny (1854–1946), aus Moskau, T d. Karl v. Wogau (1821–70) u. d. Ida Schumacher (1824–72); Marie (1893–1973), T d. Max Nonnenbruch (1857–1922), aus Viersen, Historien- u. Porträtmaler in München (s. Wi. 1922; DBJ IV, Tl.; ThB), u. d. Margarete Freiin v. Welck; 3 S Konrad (* 1926), Bankdir., Hugo (1927–92), Physiker, Christoph (* 1929), Prof. d. Chemie an d. Univ. Freiburg (Br.), 1987-91 Rektor, A. v. Baeyer-Denkmünze d. Ges. dt. Chemiker 1982, Gr. BVK 1997, W. Heisenberg-Medaille d. A. v. Humboldt-Stiftung 1999, Mitgl. d. Heidelberger Ak. d. Wiss. 1982 u. d. Leopoldina 1990, korr. Mitgl. d. Bayer. Ak. d. Wiss., Dr. h. c. (s. Jb. d. Heidelberger Ak. d. Wiss. 1982; Jb. d. Bayer. Ak. d. Wiss. 1999; Kürschner, Gel.-Kal. 2003).

  • Leben

    Nach Hausunterricht in Moskau besuchte R. seit 1905 das Vitztumsche Gymnasium in Dresden und begann 1908 ein Physikstudium in Jena, das er in Freiburg (Br.) und 1910 in Würzburg fortsetzte, wo er 1914 bei Wilhelm Wien (1864–1928) promoviert wurde (Zur Phosphoreszenzerregung durch Kanalstrahlen, in: Ann. d. Physik 4. F. 45, 1914, S. 1063–88). 1920 folgte er Wien als Assistent an die Univ. München, wo er sich 1922 mit einer Arbeit über die Umladungsvorgänge in Wasserstoff-Kanalstrahlen für Physik habilierte (Ann. d. Physik 4. F. 71, 1923, S. 377-423). 1926-46 lehrte er dort als ao., 1946-55 als o. Professor.

    R.s Hauptarbeitsgebiet war, anknüpfend an seine Forschungen bei Wien, zunächst die Physik der Kanalstrahlen. Dabei wurde erstmals das Problem der Lichterregung von festen Phosphoren durch Kanalstrahlen unter energetischen Gesichtspunkten betrachtet. Neben den in der Habilitation behandelten Umladungsvorgängen in Wasserstoff-Kanalstrahlen untersuchte R. den Zusammenhang von Neutralisierung, Sekundärstrahlung und Reichweite für Kanalstrahlen und α-Strahlen. Aus der Wechselwirkung der Kanalstrahlen mit Materie konnte R. zahlreiche Aussagen über Bau und Eigenschaften der Atome ableiten; so gelang ihm u. a. 1930 der erste sichere Nachweis des Sauerstoffisotops 18O. In den 1930er Jahren behandelten mehrere von R. betreute Dissertationen weitere Untersuchungen an Kanalstrahlen, die u. a. den Einsteinschen Spiegeldrehversuch und den Transversalen Dopplereffekt betrafen. Kriegsbedingt entwickelte R. im 1. Weltkrieg spezifische Verstärkerröhren und erforschte im 2. Weltkrieg die Wirkungsweise elektrischer Kontakte. Letztere Arbeiten wurden|nach 1945 sein neuer Forschungsschwerpunkt, die Spanne reicht (gemeinsam mit zahlr. Schülern) von Untersuchungen der Abhängigkeit des Widerstandes von der Kontaktlast bis zur Supraleitung von Kontakten. R.s Vorlesung über „Höhere Experimentalphysik“ war mustergültig, die Vorlesungsversuche wurden ständig überarbeitet und modernisiert. Erfolgreich bemühte er sich um populäre Darstellungen der modernen Physik, ebenso um die Einführung physikalischer Erkenntnisse und Methoden in die Medizin.|

  • Auszeichnungen

    o. Mitgl. d. Bayer. Ak. d. Wiss. (1946).

  • Werke

    Weitere W Durchgang v. Kanalstrahlen durch Materie, in: Hdb. d. Physik, hg. v. H. Geiger u. K. Scheel, 21933, XXII/2, S. 75-154;  Sichtbares u. unsichtbares Licht, 1938 (Neudr. 1952, auch span., engl., poln. u. ungar. Übers.).

  • Literatur

    E. Kappler, in: Physikal. Bll. 4, 1948, S. 211; W. Gerlach, ebd. 14, 1958, S. 129; ders., in: Jb. d. Bayer. Ak. d. Wiss. 1962, S. 189-95 (P); J. Brandmüller. Das wiss. Werk v. E. R., in: Dt. Mus. München, Wiss. Jb. 1991, S. 7-24 (W-Verz., P); Pogg. VI, VII a.

  • Autor

    Horst Kant
  • Empfohlene Zitierweise

    Kant, Horst, "Rüchardt, Eduard" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 205-206 [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd107332736.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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