Lebensdaten
geboren um 1150
Geburtsort
Lüttich
Sterbeort
(Trier?)
Beruf/Funktion
Hagiograph ; Benediktiner
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 100966519 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lambert
  • Lambert de Petra
  • Lambert de Legia
  • mehr

Orte

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Zitierweise

Lambert de Legia, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd100966519.html [25.03.2019].

CC0

  • Genealogie

    Die Lebensdaten L.s sind fast ausschließlich aus Hinweisen in seinen eigenen Werken zu gewinnen. Demnach war er aus seiner Heimat Lüttich bereits als Knabe nach Trier gekommen, wo er in der Fleischstraße bei einem vornehmen Ratsherrn wohnte. Nach späterer Überlieferung (Trithemius) hätte L. auch „de Petra“ geheißen; dies könnte ihn mit dem Trierer Edelherrengeschlecht „de Lapide“ verbinden, das zu Beginn des 13. Jh. in der Fleischstraße ein Haus besaß. Über L.s Eintritt ins Kloster St. Eucharius/Matthias zu Trier und sein weiteres Leben wissen wir nur, daß er etwa gleichzeitig mit dem späteren Abt Gottfried (Abt 1190-1210) die Profeß ablegte. Im Vorwort der Matthiasvita bezeichnet er sich als „levita“.

  • Leben

    Die von L. überlieferten Werke sind hagiographischen Inhalts: Eine metrische Bearbeitung der Lebensbeschreibung, Übertragung, Auffindung und der Wunder des hl. Apostels Matthias – als einzige fest datiert auf das Jahr 1186 –, eine Lebensbeschreibung des hl. Matthias in Prosa und eine Prosabearbeitung der Übertragung, Auffindung und Wunder des Heiligen. Das Versepos ist nur in einer Handschrift (Stadtbibliothek Trier, Hs. 1375/23) erhalten, die sehr wahrscheinlich ein Autograph des Verfassers ist; die beiden Prosawerke wurden vom Autor selbst später zu einem Gesamtwerk vereinigt. Das Matthiasepos umfaßt 2710 Hexameter, denen ein Vorwort in Prosa vorangestellt ist; es ist mit zahlreichen Rand- und Interlinearglossen versehen. Inhaltlich fußt das Werk auf den älteren „Acta translationis, inventionis et miraculorum S. Matthiae“, einer Prosafassung, die in der originalen Niederschrift aus der Zeit kurz vor der Mitte des 12. Jh. (Priesterseminar Trier, Hs. 98) erhalten ist. L. hat die Vorlage in der Stoffeinteilung nur geringfügig verändert, aber durch Hinzufügung von fünf Wunderberichten erweitert, von denen wenigstens vier auf eigenem Augenzeugnis beruhen. In der Disposition des Werks und dessen einzelner Teile, in der epischen Topik und dem Einsatz der rhetorischen Stilelemente des „Ornatus“, besonders im exemplifizierenden Aufbau der Wunderberichte erweist sich L. als ein überdurchschnittlich begabter Schriftsteller. – L.s zweites Werk, die Lebensbeschreibung des hl. Matthias, geht von der offenbar fiktiven Grundlage eines hebräischen „dampnatorum liber“ aus und ist zur Zeit Abt Ludwigs (1168–86) abgefaßt. Die Vita wurde anschließend vom Autor durch eine neue Prosabearbeitung der Übertragung, der Auffindung und der Wunder des hl. Matthias in gestraffter Form ergänzt und unter Abt Gottfried zu einem Gesamtwerk zusammengefügt. Dieses Prosawerk war für größere Verbreitung und zur Förderung der Matthiasverehrung bestimmt und ist noch in etwa 30 Handschriften überliefert. Darüber hinaus wurde es als Grundlage für eine niederdeutsche Übersetzung von Bedeutung und beeinflußte die Liturgie, Verehrungsform und Ikonographie des Apostels.

  • Werke

    Ausgg.: Das Versepos u. d. Vita d. hl. Matthias liegen in krit. Ausg. vor: De vita, translatione, inventione ac miraculis S. Matthiae apostoli libri quinque, hrsg. v. R. M. Kloos, 1958. Für d. älteren Ausgg. v. Teilen d. Prosawerks s.
    Bibl. Hagiographica Latina, 1899/1901, Nr. 5699-5715, bes. Acta Sanctorum, Februarii Tomus III, S. 441 ff. (Neuausg. S. 447 ff.), u.
    VIII, S. 222 ff. Eine krit. Ausg. d. Prosateile außer d. Vita fehlt, auch sind einzelne Wunderberichte noch nicht ediert. -
    Wattenbach-Schmale I, S. 354.

  • Autor/in

    Rudolf M. Kloos
  • Empfohlene Zitierweise

    Kloos, Rudolf M., "Lambert de Legia" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 435 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100966519.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA